Fahrzeug-Technik (Flüssiggas)
Insgesamt sind gegenwärtig in Deutschland etwa 44 Mio. Pkw zugelassen, davon 37,4 Mio. mit Otto- und 6,4 Mio. mit Dieselmotoren. Mitte 2001 waren auf Deutschlands Strassen rund 10.000 flüssiggasbetriebene Fahrzeuge unterwegs, Tendenz steigend. Damit liegt die Energie Flüssiggas in Deutschland an der Spitze der alternativen Kraftstoffe.
Im europäischen Vergleich hat Deutschland allerdings noch Nachholbedarf: Spitzenreiter in Sachen Autogas ist Italien mit rund 1,2 Mio. Fahrzeugen. Auf den nächsten Rängen folgen Polen (470.000) die Niederlande (325.000) und Frankreich (220.000). Weltweit fahren etwas über 4 Mio. Autogas-Fahrzeuge.
Abb.: Aufbau eines LPG-Fahrzeugs

Wird von Flüssiggas- oder auch Erdgas-Motoren gesprochen, handelt es sich in der Regel um umgerüstete Otto-Motoren. Bei der Umrüstung bleibt der Motor selber weitestgehend unverändert. Es werden lediglich einige zusätzliche Komponenten eingebaut.
In Diesel-Motoren kann lediglich ein gewisser Prozentsatz des Kraftstoffes (ca. 35 %) durch Flüssiggas ersetzt werden. Für den Betrieb mit reinem Flüssiggas ist jedoch eine Fremdzündung zur Entzündung des Kraftstoff/Luft-Gemisches notwendig, wie sie in einem Otto-Motor verwendet wird.
Die am Markt vorhandenen Gas-Systeme lassen sich unterteilen in Venturi-Systeme (selbstansaugende Systeme) und in Einspritz-Systeme unterschiedlicher Entwicklungsstufen. Der grundsätzliche Aufbau sieht vor, dass ein Verdampfer bzw. Druckregler das aus dem Tank in flüssiger Form geleitete Autogas in einen gasförmigen Zustand überführt. Gleichzeitig wird dieses Gas auf den für die Gemischbildung notwendigen Druck reduziert. Moderne Autogas-Systeme ähneln prinzipiell einer Benzin-Einspritzanlage und erfassen zur Regelung der Gemischbildung eine Vielzahl von Motor-Kenngrößen. Sie führen dabei das Gas mit Überdruck in separaten Leitungen direkt bis vor die Einlass-Ventile der einzelnen Zylinder. Ein Mikroprozessor regelt den Autogas-Antrieb und stellt so eine schadstoffarme und wirkungsoptimierte Verbrennung im Motor sicher.
Die speziellen Eigenschaften von Flüssiggas ermöglichen sowohl die Einspritzung von gasförmigem als auch von flüssigem Autogas. Im Gegensatz zu Gasphase-Einspritzsystemen entfällt bei Flüssigphase-Einspritzsystemen die Verdampfer-Einrichtung. Bei diesen Anlagen sichert eine im Autogas-Tank installierte Pumpe in Verbindung mit einem Druckregler einen konstanten Druck der Flüssigphase vor den elektromechanischen Einspritzdüsen.
Weitere Links:
Venturi-System von Necam
MEGI-System von Necam
etagas-System von Tartarini
Sequentielles System
LPI-System von Vialle