Der Umgang mit Jahresarbeitszahlen von Wärmepumpen bei Politik und Förderungen, den Verbraucherzentralen bis hin zum Betreiber macht eine klare Information dringlich. Jahresarbeitszahlen als Garantie einzufordern oder Prognosen als Messlatte zu nehmen entbehrt nicht einer gewissen Problematik, gaukeln derartige Ansätze doch etwas vor, was weder Begriff noch Realität halten können. Wenn der Verbrauch oder die Arbeitszahlen nicht den Erwartungen entsprechen, wird meistens "die Wärmepumpe" als Schuldige benannt. Gerade nach diesem doch strengen Winter und der folgenden Stromrechnung wird es vielen Betreibern klar werden, dass vollmundige Versprechen mit "Geiz ist geil" nicht zusammen gehen.
Der Klima-Innovativ e.V. hat das Thema aufgearbeitet und es auf der www.jahresarbeitszahlen.info dargestellt.
Dabei geht es um folgende Inhalte:
Als Grundlage zum Verständnis dient die Erklärung der Jahresarbeitszahl mit Definitionen und Systemgrenzen, denn es gibt durchaus unterschiedliche Ansätze die einzelnen Verbraucher wie E-Heizstab oder Heizungspumpen zu bewerten.
Zu Verwechslungen führen oft die Leistungszahl (COP) und die Jahresarbeitszahl, genauso wie eine Vergleichbarkeit angenommen wird. Dabei hat das eine mit dem anderen nichts zu tun, genauso irreführend wenn Angaben zum COP ohne Betriebspunkte und Nennung der verwendeten Norm erfolgen.
Die "Jahresarbeitszahl in Theorie und Praxis" betrachtet zunächst die Anwendbarkeit, geht die Jahresarbeitszahl doch weit über die Beschreibung der Güte einer Wärmepumpe hinaus. Feldstudien und Ergebnisse sowie deren Bewertung gestatten einen Überblick zu den bisher erreichten Resultaten. Vielfach wird die Jahresarbeitszahl als Maßstab für Förderungen verwendet, in wie weit dies zu brauchbaren Resultaten führt, zeigen auch die entsprechenden Normen und deren Möglichkeiten. Unter Berücksichtigung der Spielräume einer Norm lassen sich ganz konform weit bessere Resultate errechnen, als später in der Praxis erreicht werden. Dabei liegt das Problem schon in der Definition, denn eine Prognose der vielleicht? zu erwartenden Jahresarbeitszahl ergibt lediglich eine Kennzahl.
Ein ganz zentraler Punkt sind die "Einflüsse auf die Jahresarbeitszahl" und damit die Wege, eine höhere Jahresarbeitszahl zu erreichen. Betreiber aber auch Interessenten einer Wärmepumpe sollen damit in die Lage versetzt werden, die Auswirkungen von Aufwand, Kosten und Heizgewohnheiten auf das Betriebsergebnis einschätzen zu können. Denn ein Punkt ist sonnenklar: Hohe Jahresarbeitszahlen gibt es nicht für umsonst. Dafür ist ein höherer Aufwand nötig, sowohl bei der Wärmepumpe, der Wärmequelle wie auch der Wärmenutzung.
Dazu wird die Auswirkung des Temperaturhubs erklärt, ebenso die Heizlastberechnung und die darauf abgestimmte Dimensionierung der Wärmepumpe. Die Faktoren der gesamten Wärmepumpenanlage auf die Jahresarbeitszahl werden erläutert: Einfluss und Auslegung der Wärmequelle, die Auswirkungen der technischen Komponenten einer Wärmepumpe sowie die optimierte Wärmenutzung über Flächenheizung bzw. Heizkörper bis hin zu den Möglichkeiten der Warmwassererwärmung mittels Boiler, Frischwasser-System oder Heißgasenthitzung. Ebenso eingegangen wird auf eine für die Wärmepumpe angepasste Hydraulik mit einem günstigen Volumenstrom und entsprechender Spreizung. Aber nicht nur die Punkte einer gut ausgelegten Wärmepumpenanlage haben Auswirkungen auf die Jahresarbeitszahl.
Angefangen vom richtig installierten Wärmemengenzähler über die klimatische Lage und der Einhaltung des Wärmebedarfs des Gebäudes bis hin zum Nutzerverhalten spielen auch externe Faktoren eine Rolle, die mit dem System Wärmepumpe überhaupt nichts zu tun haben, sich aber trotzdem in der Jahresarbeitszahl nieder schlagen.
Zur Beurteilung einer Jahresarbeitszahl genügt eben nicht nur der Verweis auf die Wärmepumpe.