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Was ist ein Passivhaus? Passivhäuser funktionieren ähnlich wie Thermoskannen: Durch eine dicke Dämmhülle speichern sie nahezu vollständig die Wärme in ihrem Innern. Beim Passivhaus ist dies zum größten Teil keine Heizwärme, sondern Wärme, die in jedem Haushalt automatisch entsteht – z.B. alleine dadurch, dass jemand zuhause ist. Funktion Damit keine Wärme unkontrolliert entweicht, sind Passivhäuser fast völlig luftdicht (n50<0,5). Für genügend frische Luft im Haus sorgt eine effiziente Wohnraum-Lüftungsanlage, die Raumluft und Frischluft gegeneinander austauscht. Bei dieser "kontrollierten" Lüftung geht aber so gut wie keine Wärme verloren. Die Energie für warmes Wasser und das Nachheizen an kalten Tagen kommt aus regenerativen Quellen wie solarthermischen Anlagen oder Wärmepumpen. Passivhaus Werte /Zahlen Durch die nahezu vollendete Energieeffizienz erreichen Passivhaus Werte eine märchenhafte Umweltbilanz: Der Pimärenergiebedarf liegt nur bei 120 (Heizen, Warmwasser, Strom), der reine Heizwärmebedarf bei nur 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr. Umgerechnet in die "Währung" Heizöl würde das im Jahr nur 1,5 l/m² bedeuten. Grundsätzlich ist es möglich, ein Passivhaus ohne effiziente Energieträger zu beheizen. Vorteile des Passivhauses - 90% weniger Heizkosten als in einem „normalen“ Altbau - Aktiver Umweltschutz: minimaler CO2-Ausstoß - Weitgehend unabhängig von fossilen Energieträgern und damit fast unabhängig von Preissteigerungen - Gute Haltbarkeit der Bauteile durch Luftdichtheit und Feuchteschutz - Niedriges Schimmelrisiko, sofern korrekt gedämmt wurde - Verbesserter Schallschutz durch die verhältnismäßig dicke Dämmung - Niedrige Baukosten, da die Heizungsanlage minimal ausgelegt werden kann, sofern überhaupt eine eingebaut werden muss - Kein Brennstofflager, kein Schornstein - Frischluftfilter, dadurch gutes Raumklima - Aktiver Klimaschutz Nachteile des Passivhauses - In Teilbereichen höheres Investment - Aufwendige Regulierung der Lüftung für einzelne Räume - Geringe Luftfeuchte im Winter - Schnelles Aufheizen im Sommer bzw. wenn viele Gäste im Haus sind - Stromausfall bewirkt Probleme mit Lüftung und Steuerung der Haustechnik - Hohe Fehlerquote bei der Installation der Haustechnik
Wichtigste Fragen zum Passivhaus Warum benötigt ein Passivhaus keine Heizung? Das Haus ist dermaßen gut gedämmt, dass Wärmequellen wie die Abwärme des Menschen, von Elektrogeräten oder einer Glühbirne genügt, um das Gebäude zu heizen. Durch die luftdichte Bauweise und die kontrollierte Wohnraumlüftung entweicht auch keine Wärme durch den Luftaustausch nach aussen. Ist das Wohnen im Passivhaus gesund? Durch Fenster in allen Räumen mit Außenwand sind Passivhäuser sehr gut mit Tageslicht versorgt. Das stimuliert die Bildung von Vitamin D gegen Osteoporose und Serotonin gegen Depressionen. Ins Passivhaus strömen mindestens 30 Kubikmeter frische, staub- und pollenfreie Luft pro Stunde und Person, ganz automatisch über eine Lüftungsanlage. Die Sauerstoffversorgung bleibt somit unabhängig von der Jahreszeit konstant. Es gibt weder Zugluft noch kalte Wandoberflächen oder Fenster, sodass das Wohnklima sehr behaglich ist. Feuchte und Schimmelbildung sind somit so gut wie ausgeschlossen. Vorausgesetzt wird natürlich eine korrekte Verarbeitung der Baustoffe. Ist ein Passivhaus so beständig wie ein normales Haus? Ja, es ist sogar beständiger wie ein herkömmliches Haus, da durch das Fehlen von Wärmebrücken und minimierten Leckagen Bauschäden vorgebeugt wird. Darf man im Passivhaus die Fenster öffnen? Im Sommer können Sie die Fenster jederzeit öffnen. Wie in "normalen" Häusern lässt sich dadurch die Temperatur je nach Bedürfnis regulieren, ja sogar Überhitzung verhindern. Wenn die Lüftungsanlage eingeschaltet ist, führt Fensterlüftung aber zu einer schlechten Energiebilanz - wie in jedem anderen Haus auch. Ist die Luft im Passivhaus im Winter sehr trocken? Wenn die Luft an kalten Tagen nachbeheizt wird, sinkt die relative Luftfeuchtigkeit und die Luft kann trocken erscheinen. Abhilfe schafft, die Raumtemperatur geringfügig abzusenken und die Volumenströme in der Lüftungsanlage zu reduzieren. Mittlerweile gibt es auch Luftwärmetauscher mit Feuchtigkeitsrückgewinnung, die durch die Regelung automatisch zu- oder abgeschaltet werden kann. Im Sommer kann die kontrollierte Lüftungsanlage sogar ganz ausgeschaltet werden. Wird das Schlafzimmer im Passivhaus mitbeheizt? Wer gern im Kühlen oder bei offenen Fenstern schläft, muss auf diesen Komfort auch im Passivhaus nicht verzichten. Lüftungsanlagen mit dezentralem Nachheizregister erlauben das raumweise Wärmen der Frischluft. Kostet ein Passivhaus mehr als andere Häuser? Das muss nicht sein. Die IG Passivhaus geht von Mehrkosten von 8 % gegenüber einem Standard-Einfamilienhaus (wärmebrückenfreie Konstruktion) oder maximal 15.000 € aus. Eine Studie des ILS-NRW hat Mehrkosten von knapp 16.000 € gegenüber einem 3-Liter-Haus ermittelt. Muss ich im Passivhaus nicht mehr aktiv Energie sparen? Definitiv doch! Das Verbrauchsverhalten hat auch im Passivhaus einen hohen Einfluss auf die Energiekennwerte. Wer zum Beispiel im Winter im Schlafzimmer die Lüftungsanlage einschaltet, aber mit offenem Fenster schläft, verschleudert kostbare Energie. Wer die Haustechnik nicht regelmäßig wartet, verschwendet auch im Passivhaus Energie.
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