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Nicht Lüften, schlecht denken?
Fast 90% seines Lebens verbringt der durchschnittliche Europäer in Innenräumen. Für die Qualität der Raumluft – und infolgedessen für Gesundheit, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit – spielen physikalische (Temperatur, Feuchte, elektromagnetische Felder, Licht, Lärm etc.), chemische (Schadstoffe aus Baumaterialien etc.) und biologische Einflussfaktoren (Bakterien, Schimmelpilze, Pollen etc.) eine wesentliche Rolle. Ein wichtiger Indikator für die Einschätzung von Raumluftverunreinigungen bzw. für die Luftqualität in Innenräumen ist das Kohlendioxid (CO2). Die bedeutendste CO2-Quelle ist hier nach wie vor der Mensch. Bereits seit 150 Jahren ist bekannt, dass der Anstieg der CO2-Konzentration in der Raumluft in vom Menschen genutzten Räumen mit dem Anstieg der Geruchsintensität menschlicher Ausdünstungen korreliert. CO2 stellt in den in Innenräumen üblicherweise auftretenden Konzentrationen in der Regel kein unmittelbares Gesundheitsrisiko dar. Ab bestimmten Konzentrationen kann es zu Beeinträchtigungen der (geistigen) Leistungsfähigkeit und der Konzentration kommen. Auch Sick-Building-Syndrom-Beschwerden wie z.B. Müdigkeit, Kopfschmerzen, Reizungen und Trockenheit von Schleimhäuten können auftreten. In experimentellen Studien konnten eine Steigerung der kognitiven Leistungsfähigkeit mit höherer Luftwechselrate bzw. umgekehrt eine Verminderung der Leistungsfähigkeit bei erhöhten CO2-Konzentrationen beobachtet werden. Aus diesen Gründen sind beispielsweise die Befunde aus Schulen, wo in den überwiegenden Fällen erhöhte CO2-Konzentrationen über längere Zeiträume gemessen wurden, aus umwelthygienischer Sicht als problematisch anzusehen. Die Ergebnisse dieser Messserien (meistens natürlich belüftete Räume) belegen, dass eine ausreichende Lüftung von Klassenräumen leider oft nicht gegeben ist. Durch Lüften wird nicht nur die CO2-Konzentration reduziert, sondern es werden vor allem auch Schadstoffe wie flüchtige Kohlenwasserstoffe oder Feinstaube und Feuchtigkeit aus den Räumen entfernt. Ein konsequentes Durchlüften ist daher eine besonders wichtige Maßnahme, und gesunde Raumluft gewährleisten zu können. Zusammenfassend kann man festhalten, dass eine bessere Belüftung von Räumen zu einer merklichen Verbesserung der subjektiven Einschätzung der Luftqualität, zur Reduktion von Beschwerden und zur Steigerung kognitiver Fähigkeiten wie Konzentration und Aufmerksamkeit führt. Damit kann schlechtes Raumklima nicht nur das Wohlbefinden schlecht beeinflussen, es mindert auch die Leistungsfähigkeit. Aus umwelthygienischer Sicht ist eine einwandfreie Luftqualität für alle Arbeitsprozesse zu fördern. Um einen positiven Einfluss auf die Leistung und Produktivität von Personen gewährleisten zu können, sind entsprechende Maßnahmen für eine adäquate Frischluftzufuhr ( z.B. mechanische Luftsysteme) zu ergreifen.
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