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Umwelttechnik, Abwasser, Trinkwasser, Wasserkraft

gesetzliche Anforderungen & Bestimmungen der Trinkwasserverordnung

Trinkwasser ist unser wichtigstes Nahrungsmittel, daher wurde vom Gesetzgeber ein Gesetz erlassen, das die Beschaffenheit von Trinkwasser regelt, um eine Gefährdung für unsere Gesundheit zu vermeiden. Das am 21. Mai 2001 erlassene Gesetz zur Trinkwasserverordnung trat am 1. Januar 2003 in Kraft. Dabei ist die Trinkwasserverordnung nicht nur auf Bundesebene gültig, sondern unterliegt auch der EG-Richtlinie 83/98. Die Trinkwasserverordnung regelt die Anforderungen an die Qualität des Wassers zum menschlichen Gebrauch. Damit soll vermieden werden, dass sich aus Verunreinigungen im Wasser nachteilige Einflüsse auf die Gesundheit bilden. Mit der Trinkwasserverordnung soll die Genusstauglichkeit und die Reinheit des Trinkwassers gewährleistet werden.

Die Verschmutzung von Wasser wird dabei in drei Kategorien aufgeteilt:

  • die chemische,

  • die biologische

  • und in die Indikatorparameter,

die auch einzuhalten sind. Das Gesetz zur Trinkwasserverordnung besagt auch, dass den Unternehmern und Betreibern von Wasserversorgungsanlagen untersagt ist, Wasser, das den Anforderungen nicht entspricht, für den menschlichen Gebrauch abzugeben und dieses anderen zur Verfügung zu stellen. Die Einhaltung wird von den Gesundheitsämtern überwacht – hier besteht Nachweispflicht durch Ausführungsverordnungen.

In regelmäßigen Abständen werden entweder vom Gesundheitsamt oder durch den Betreiber der Wasserversorgungsanlage Wasserproben entnommen und in einem akkreditierten Labor untersucht. Ebenfalls werden die Wasserversorgungsanlage und die Brunnen von den Gesundheitsämtern besichtigt.

Im Einzugsgebiet mit landwirtschaftlicher Tätigkeit muss eine Kontrolle der Parameter häufiger erfolgen, da das Wasser hier durch Pestizide höherer Belastung ausgesetzt ist.

Gewinnungsgebiete

Gewinnungsgebiete für Trinkwasser stehen unter besonderen Schutz und gelten als Wasserschutzgebiete. Ziel der Errichtung der Wasserschutzgebiete ist der Schutz von Grundwasser, Flüssen, Seen und Küstengewässer, aus denen das Trinkwasser gewonnen wird, vor schädlichen Umwelteinflüssen. Dies ist für unsere Gesundheit enorm wichtig und zudem fallen bei einer überhöhten Belastung der Gewässer in den Gewinnungsgebieten erhöhte Kosten bei der Trinkwasseraufbereitung an.

Gerade die Sanierung von Grundwasser ist mit immensen Ausgaben verbunden. Die Gewinnungsgebiete werden im Interesse der öffentlichen Wasserversorgung und zum Wohl der Allgemeinheit unter besonderen Schutz gestellt. In den Gewinnungsgebieten sind das schädliche Abfließen von Regenwasser und das Abschwemmen von Düngemitteln oder Pflanzenschutzmitteln zu vermeiden.

Die Überwachung der Reinhaltung der Gewinnungsgebiete ist durch die Wasserbehörden der Länder geregelt. Für den Schutz der Gewinnungsgebiete gibt es drei verschiedene Wasserschutzzonen.

Die Wasserschutzzone I gilt für den Fassungsbereich. Dadurch wird die eigentliche Fassungsanlage im Nahbereich geschützt. Dabei handelt es sich zumeist um Brunnen, deren jegliche anderweitige Nutzung untersagt ist und für die auch ein Verbot des Betretens durch Unbefugte gilt.

Die Wasserschutzzone II bezieht sich auf das engere Schutzgebiet. Die Fließzeit vom Rand der engeren Schutzzone bis zu den Brunnen muss mindestens 50 Tage betragen. Dadurch soll das Trinkwasser vor bakteriellen Verunreinigungen geschützt werden.

In der Wasserschutzzone II gelten für die Bebauung, den Straßenbau und die Landwirtschaft – insbesondere im Bezug auf das Düngen Nutzungsbeschränkungen.

Diese gelten ebenfalls für den Umgang mit Wasserschadstoffen in diesem Gebiet und die Bodennutzung, bei der die oberen Bodenschichten verletzt werden.

Die Wasserschutzzone III umfasst das weitere Schutzgebiet und somit das gesamte Einzugsgebiet im Rahmen der geschützten Wassererfassung. Das Ablagern von Schutt, von Abfallstoffen und Wasser gefährdenden Stoffen ist hier verboten oder unterliegt Nutzungseinschränkungen. Dies gilt ebenfalls für die Anwendung von Gülle, Klärschlamm und Pflanzenschutz- oder Schädlingsbekämpfungsmitteln. Von dem Verbot oder der Nutzungseinschränkung ist auch die Massentierhaltung betroffen sowie Kläranlagen und Sand- oder Kiesgruben.

Trinkwasser Härtegrad

Der Härtegrad bezieht sich auf die Bestandteile gelöster Ionen an Mineralstoffen im Wasser und bezeichnet somit die Wasserhärte. Die wesentlichen Härtebildner sind Kalzium und Magnesium, aber auch Spuren von Strontium und Barium können zur Erhöhung der Wasserhärte beitragen. Je höher der Härtegrad des Wassers ist, umso höher ist die Bildung von Kalk-Ablagerungen und so genannten Kalkseifen.

Hartes Wasser verursacht Verkalkungen an Haushaltsgeräten und erhöht damit den Verbrauch von Spül- und Waschmitteln. Dies wiederum hat eine höhere Umweltbelastung zur Folge. Je nach Härtegrad können Geschmack und Aussehen von Speisen und Getränken beeinflusst werden. Wasser mit hohem Härtegrad stammt aus Regionen, in denen sich vorwiegend Sand- und Kalkgesteine befinden.

Weiches Wasser hat einen geringen Härtegrad und ist für alle Anwendungen, die ein Erhitzen des Wassers erfordern, von Vorteil, wie zum Waschen, Kochen und Spülen. Auch zum Gießen von Zimmerpflanzen ist weiches Wasser geradezu ideal. Regenwasser ist weiches Wasser – ansonsten kommt weiches Wasser in Regionen vor, in denen vorwiegend Granit, Gneis, Basalt und Schiefergesteine vorkommen.

Die Wasserhärte entsteht im jeweiligen Härtegrad beim Durchtritt des Wassers durch Böden und Grundwasserleiter. Der Härtegrad ist somit in hohem Maße von dem jeweiligen geologischen Untergrund abhängig. Daher ist eine geographische Ermittlung der Härtegrade möglich.

Qualitätsbestimmung

Die Qualitätsbestimmung unseres Trinkwassers wird in der Trinkwasserverordnung geregelt. Grundsätzlich gilt, das Trinkwasser darf keine gesundheitsschädlichen Stoffe beinhalten, wie zum Beispiel Krankheitserreger, Schwermetalle und zu niedrige oder zu hohe Anteile an Mineralstoffen.

Das Trinkwasser muss nach der Qualitätsbestimmung rein und genusstauglich sein. Diese Qualitätsmerkmale gelten als erfüllt, wenn sämtliche Regeln der Technik bei der Wassergewinnung, der Wasseraufbereitung und der Verteilung des Wassers eingehalten werden und diese der Trinkwasserverordnung entsprechen. Die festgelegten Grenzwerte für Inhaltsstoffe im Trinkwasser dürfen dabei nicht überschritten werden, sie dürfen aber auch nicht unter dem Wert des vorgeschriebenen Mindestgehalts liegen.

Zur Qualitätsbestimmung werden in regelmäßigen Abständen Wasserproben entnommen und in Labors untersucht. Die Entnahme obliegt im Regelfall den Gesundheitsämtern, kann aber nach deren Zustimmung auch von den Betreibern der Wasserversorgungsanlagen durchgeführt werden.

Durch die ordnungsgemäße Ausweisung von Schutzgebieten in den Wassergewinnungsgebieten können Probleme hinsichtlich der Qualität bereits im Voraus eingeschränkt oder ganz vermieden werden. In Regionen mit starker landwirtschaftlicher Nutzung kann es dennoch zu Problemen kommen, wenn die Landwirte zu häufig und zu viel Gülle auf die Felder führen. Dies hat eine erhöhte Nitratbelastung des Wassers zur Folge und kann für Säuglinge und Kleinkinder gefährliche Ausmaße annehmen. In diesen Fällen muss der Betreiber der Wasserversorgungsanlage freilich dafür sorgen, dass die Nitratbelastung gesenkt wird.

Medikamente und Hormone können durch den Wasserkreislauf ebenfalls in das Trinkwasser gelangen. In Deutschland und bei unseren Nachbarstaaten Schweiz, Österreich und Niederlande gilt das Trinkwasser als das am intensivsten kontrollierte Lebensmittel – dennoch kann es immer wieder zu Belastungen mit Schadstoffen, wie zum Beispiel mit Schwermetallen kommen.

Interessant ist, dass die Anforderungen, die an das Trinkwasser gestellt werden, weitaus höher sind, als bei Mineralwasser oder Tafelwasser, das industriell abgepackt wird.

Trinkwasserqualität in Deutschland

Die Trinkwasserqualität in Deutschland unterliegt strengsten Kontrollen gemäß der Trinkwasserverordnung. Das Trinkwasser ist hierzulande das Lebensmittel, das intensivsten Kontrollen unterliegt und somit zum Verzehr geeignet und empfehlenswert ist.

Dennoch ist auch in Deutschland nicht ausgeschlossen, dass es zu Belastungen des Trinkwassers mit Schwermetallen kommt. Dies kann passieren, wenn in den Häusern noch alte Bleileitungen vorhanden sind oder auch Kupferrohre und verzinkte Stahlrohre verlegt wurden. Zu erhöhten Risiken durch Schwermetallbelastung kann es Expertenmeinungen zufolge in vielen Regionen Deutschlands kommen, weiteren Untersuchungen gemäß sind davon auch Schleswig-Holstein und die Großräume Hamburg, Bremen und Bonn betroffen.

Dennoch werden in Deutschland an das Trinkwasser höhere Anforderungen gestellt, als an Mineralwasser oder Tafelwasser, die industriell abgepackt und im Handel erhältlich sind. Das Trinkwasser aus deutschen Wasserhähnen entspricht dem höchsten Standard, dabei gehen beim Transport in den Netzen nur etwa sieben Prozent an Trinkwasser verloren, was europaweit vorbildlich ist.

Nitrat im Trinkwasser, gesundheitliche Gefahren durch Nitrat

Zwar wird in Deutschland ein enormer Wert auf die hohe Qualität des Trinkwassers gelegt, dennoch kommt es immer wieder zu erhöhten Belastungen durch Nitrat. Diese werden vorwiegend durch starken Gülleaustrag durch die Landwirte verursacht. Gemäß der deutschen Trinkwasserverordnung ist der aktuelle Grenzwert für Nitrate im Trinkwasser mit 50 mg pro Liter festgelegt – in der Schweiz zum Beispiel wird dieser Grenzwert mit 25 mg pro Liter Trinkwasser angesetzt.

Sobald es zu einer erhöhten Nitratbelastung über den zugelassenen Grenzwerten kommt, sind die Betreiber der Wasserversorgungsanlagen angehalten, diese durch entsprechende Maßnahmen wieder zu senken. Dies kann zum Beispiel durch

  • Tieferbohren der Brunnen,

  • Kooperationsvereinbarungen mit den Landwirtschaftsbetrieben oder

  • durch Wasseraufbereitung geschehen.

Oftmals wird nitratarmes dem Wasser mit dem überschrittenen Grenzwert an Nitratbelastung beigemischt, um wieder Werte innerhalb der gesetzlichen Vorgaben zu erreichen. Nitrat selbst ist auch in den oberen Grenzwerten ungiftig, die Gefahr besteht in der Bildung von Nitrit im menschlichen Körper.

Dies kann für Säuglinge, Kleinkinder und Menschen mit empfindlicher Darmflora gefährliche Auswirkungen haben. Die Bildung von Nitrit wird ausgelöst, wenn der Darm von entsprechenden Bakterien besiedelt ist, die eine Reduktion von Nitrat zu Nitrit ermöglichen. Zudem kann es bei der Bildung von Nitrit zur Bildung von Nitrosaminen kommen, die als krebserregend gelten.

Gerade die Darmflora der Säuglinge enthält oft Nitrit bildende Bakterien, die bei der Reduktion von Nitraten zu Nitrit in Verbindung mit Hämoglobin tödliche Folgen haben. Nicht nur für die Menschen kann eine hohe Nitratbelastung lebensgefährlich sein, auch bei den Wiederkäuern besteht die Gefahr, dass durch Nitratreduktion im Pansen Nitrit gebildet wird.

Uran im Trinkwasser

Obwohl das Trinkwasser in Deutschland höchster Qualitätsprüfung unterliegt, wurden bisher noch keine Grenzwerte für Belastungen durch Uran im Wasser festgelegt. Somit ist es den Verbrauchern nicht möglich, zu erfahren, ob das Leitungswasser Uran enthält und in welcher Höhe der Urangehalt liegt.

In manchen Gegenden kann die Belastung mit Uran sogar enorm hoch sein und auch die Belastungen einiger Sorten von Mineralwasser sind laut der Verbraucherorganisation Foodwatch erheblich. Dies bewegte die Foodwatch im August 2008 eine entsprechende Warnung vor der Uranbelastung unseres Trinkwassers herauszugeben. Bei Uran handelt es sich um ein radioaktives und giftiges Schwermetall, das zu erheblichen Gesundheitsschädigungen führen kann.

Deshalb ist es nur schwerlich nachvollziehbar, aus welchem Grund der Bürger seitens der Behörden nicht über den Urangehalt im Trinkwasser informiert werden muss. Auch auf den Etiketten von Mineralwasser oder Tafelwasser ist die Angabe von Urangehalt bisher nicht verpflichtend. Uran kann aus dem Boden in das Wasser übergehen, sobald das Wasser durch Gesteinsschichten fließt, die uranhaltig sind. Dabei gibt es Möglichkeiten, durch technische Verfahren das Uran aus dem Trinkwasser zu filtern und somit die Belastungen für unsere Gesundheit einzuschränken.

Foodwatch fordert die Einführung von Grenzwerten des Urangehalts bei Trinkwasser und Mineralwasser von maximal 10 Mikrogramm pro Liter. Des Weiteren fordern die Verbraucherschützer Foodwatch eine Informationspflicht seitens der Behörden und der Wasserversorger über die jeweils aktuellen Gehalte an Uran im Trinkwasser sowie die Verpflichtung der Abfüller von Mineral- und Tafelwasser zur Angabe der Urankonzentration auf den Etiketten.

Gleichzeitig wurde von Foodwatch ein Warnhinweis seitens der Behörden gefordert, sobald im Trinkwasser Urangehalte gemessen werden, die höher als 2 Mikrogramm pro Liter liegen, dass für dieses Trinkwasser keine Eignung für die Zubereitung von Säuglingsnahrung besteht.

Trinkwasserqualität in Europa

In Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden und auch in Österreich hat die Qualitätskontrolle des Trinkwassers oberste Priorität. In diesen Ländern wird großen Wert darauf gelegt, dass das Trinkwasser für den menschlichen Verzehr geeignet und sogar zu empfehlen ist. Dies ist jedoch nicht in allen europäischen Ländern der Fall.

In manchen Ländern Europas ist die Trinkwasserqualität häufig schlechter aufgrund der mangelnden Überwachung und der nicht ausreichenden Aufbereitung. In vielen Ländern Europas reicht die Trinkwasserqualität von der Bezeichnung „als Trinkwasser geeignet“ bis hin zur Warnung „beim Verzehr in großen Mengen gefährdend für die Gesundheit“.

In Ländern, die der Trinkwasserqualität keine oberste Priorität zukommen lassen, empfiehlt es sich, auf Mineralwasser oder Tafelflaschen aus industrieller Abfüllung zurückzugreifen. Die gilt vor allem für die warmen, südlichen Länder, in denen vermehrt Krankheitserreger im Wasser vorkommen können. In diesen Ländern ist das Leitungswasser auch oft zur Desinfizierung mit Chlor versetzt - und das in höheren Mengen, was ebenfalls für den Verzicht auf den Genuss von Leitungswasser in anderen europäischen Ländern spricht. Zum Kochen kann Trinkwasser in ganz Europa problemlos genutzt werden.

Trinkwasserqualität im Urlaub

In zahlreichen Urlaubsländern wird empfohlen, das Leitungswasser nicht zum Verzehr zu nutzen, oder dies vorher entsprechend abzukochen. Gerade in den warmen Urlaubsregionen muss mit einer erhöhten Belastung von Krankheitserregern im Leitungswasser gerechnet werden.

In den meisten Urlaubsländern sollten daher auch die Getränke immer ohne Eiswürfel bestellt werden. Denn diese werden meist aus Leitungswasser hergestellt und können somit mit den darin enthaltenen Krankheitserregern versehen sein. Häufige Folgen von Trinken von Leitungswasser oder Getränken mit Eiswürfeln im Urlaub sind Durchfall-Erkrankungen, da gerade diese Krankheitserreger über das Wasser übertragen werden können. Zudem ist der Genuss von Getränken mit Eiswürfeln auch aufgrund der eiskalten Temperatur im Urlaub mit Beeinträchtigungen verbunden.

Durch die kalten Getränke wird der Körper vermehrt zum Schwitzen angeregt, da dem Körper das Gefühl vermittelt wird, sich „aufheizen“ zu müssen. Durch das Schwitzen wiederum verliert der Körper die notwendigen Salze und Mineralstoffe. Im Urlaub in der Schweiz, in Österreich und den Niederlanden dagegen wird ebenfalls großer Wert auf die Trinkwasserqualität gelegt.

Trinkwasserqualität in der Dritten Welt

Den meisten Menschen in der Dritten Welt steht kein sauberes Trinkwasser zur Verfügung. Die Trinkwasserqualität liegt in den Ländern der Dritten Welt weit unter den Qualitätsanforderungen hierzulande. Gerade dies ist das Problem in den Entwicklungsländern, denn die Hauptsache für viele Erkrankungen liegt in dem Vorhandensein von Krankheitserregern im Trinkwasser.

Um für die Länder der Dritten Welt sauberes Trinkwasser zu gewinnen, wurde das Projekt SODIS entwickelt, das auch ganz einfach ohne große Gerätschaften angewandt werden kann. Dennoch steht für etwa zwei bis drei Milliarden Menschen kein sauberes Trinkwasser zur Verfügung, da viele der Menschen nichts über die einfache Entkeimung des Wassers wissen. Hier ist demzufolge dringender Handlungsbedarf gefragt.

Uferfiltrat

Das Brauch- oder Trinkwasser, das in unmittelbarer Nähe von Oberflächengewässern, wie Flüssen oder Seen, gewonnen wird, besteht aus einem hohen Anteil an Wasser aus den Oberflächengewässern. Daher wird dieses Wasser als Uferfiltrat bezeichnet. Die Qualität des Uferfiltrats ist demnach maßgeblich von der Beschaffenheit und der Qualität des jeweiligen Oberflächengewässers abhängig.

Da Oberflächengewässer benutzt werden und entsprechend höheren Umwelteinflüssen ausgesetzt sind als Grundwasser, ist beim Uferfiltrat meist eine Wasseraufbereitung notwendig. Erst nach einer Aufbereitung entsprechend der Trinkwasserverordnung kann das Uferfiltrat in die Versorgungsnetze der Wasserversorger eingespeist werden. Ein besonders wichtiger Aspekt, der die Aufbereitung notwendig macht, ist die Hygiene.

Des Weiteren ist bei der Gewinnung von Uferfiltrat eine entsprechende Vorsorge zu treffen, um außergewöhnliche Verunreinigungen des Oberflächengewässers zu erkennen und mit der entsprechenden Handhabung darauf zu reagieren. Hierfür sollte ein Monitoring des Oberflächengewässers laufend durchgeführt werden, das der Güteüberwachung des Wassers dient. Außerdem ist bei der Einspeisung von Uferfiltrat eine Notfallplanung vorausgesetzt, das bedeutet, dass der Wasserversorger um eine eventuelle Ersatzversorgung bemüht sein muss und die Entnahme von Uferfiltrat im Notfall sofort außer Betrieb zu setzen hat. Dies ist wichtig, um eine Verschleppung der auftretenden Verunreinigung im Oberflächenwasser in das Grundwasser zu vermeiden.