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Umwelttechnik, Abwasser, Trinkwasser, Wasserkraft

Die Verwertungsverfahren

Verwertungsverfahren und Abfallensorgungsanlagen

Verwertungsverfahren in der Kreislaufwirtschaft & Abfallverwertungswirtschaft: Ziel im Sinne einer funktionierenden Kreislauf- und Abfallverwertungswirtschaft ist in erster Linie die Vermeidung bzw. die Reduzierung von Abfällen. Außerdem spielt die effiziente, umweltkonforme Beseitigung von Abfall eine wichtige Rolle. Bei der stofflichen Verwertung erfolgt in sehr aufwändigen Produktionsverfahren die Rückführung der Wertstoffe in den ursprünglichen Kreislauf. Häufig werden im Zuge dessen die Eigenschaften der Stoffe verändert, sodass sie einem neuen Verwendungszweck zugeordnet werden können.

So erfolgt die Rückführung der im Abfall enthaltenen Wertstoffe entweder mittels thermischer, biologischer, chemischer, mechanischer oder stofflicher Verwertung. Dieses sind beispielsweise die Kompostierung, die Pyrolyse, die Gewinnung von Brennstoffen, die Müllverbrennung etc. Um eine möglichst wirtschaftliche Wiederverwertung entsprechend der Vorgaben des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes durchzusetzen, ist eine Vorsortierung oder eine getrennte Sammlung von Abfall- und Wertstoffen unabdingbar.

Abfalltrennungsanlagen & Abfallentsorgungsanlagen & Abfallbeseitigungssysteme

Um den immer größer werdenden Müllmengen Herr zu werden, reichte die alleinige Deponierung von Abfällen auf die Dauer nicht mehr. Spezielle Verwertungsmodelle mussten her, umweltschonende Müllbeseitigungs- und Verarbeitungssysteme waren erforderlich. So entstand unter anderem das „Duale System Deutschland“, welches zur effizienten Verwertung von (Haus-) Müll beiträgt. Abfälle, die nicht vorsortiert werden, können in speziellen Abfalltrennungsanlagen in unterschiedliche Kategorien (verwertbar und nicht verwertbar) separiert werden.

Auf diese Weise lassen sich nicht nur die Deponie-Kosten reduzieren, sondern auch die Umwelt wird entlastet. Eine Vorsortierung erhöht einerseits die Ausbeute der wieder verwertbaren Stoffe, andererseits reduziert sich gleichzeitig die Menge der schädlichen Abgase in den Müllverbrennungsanlagen. Dahingegen erfolgt die Sortierung, aber auch die mechanische oder thermische Verarbeitung von Müll in der Abfallentsorgungsanlage. Übrigens werden hier auch die Abfälle deponiert, welche nicht mehr einer Wiederaufbereitung zugeführt werden können.

Biologische Behandlungsverfahren

Organische Reststoffe wie zum Beispiel Holz, Speisereste, Bioabfälle, Öle oder Fette etc. enthalten zum Teil überaus wichtige Nährstoffe und andere relevante Bestandteile, welche im Rahmen einer effizienten, biologischen Behandlung unter anderem als Humus, Tierfutter oder auch als Dünger genutzt werden können. Somit ist eine wirtschaftliche und effektive Verarbeitung dieser biologischen Wertstoffe von entscheidender Bedeutung. Zu den biologischen Behandlungsverfahren, die eine effiziente Nutzung der enthaltenen Rohstoffe überhaupt erst ermöglichen, zählen neben der Kompostierung auch die mechanisch-biologische Restmüllbehandlung, die Vergärung oder die Verbrennung von Biomasse. Durch die Sammlung von Restabfällen in der Biotonne kann die Restabfallmenge um ein Vielfaches eingedämmt werden; Kosten für eine Verbrennung oder andere Verarbeitungsmaßnahmen werden dadurch in hohem Maße eingespart.

Verwertungsverfahren: chemische Behandlungsverfahren

Im Zusammenhang mit chemischen Behandlungsverfahren im Zuge einer effizienten Verwertung bzw. Entgiftung von Abfällen wird grundsätzlich zwischen organischen und anorganischen Abfällen unterschieden. Darüber hinaus lassen sich die schadstoffhaltigen Zusätze im Rahmen der chemischen Umwandlung der Reststoffe entweder immobilisieren oder sie können vollständig separiert werden.

In einer Zerkleinerungsanlage werden die Reststoffe zunächst homogenisiert, um die weitere Verarbeitung zu vereinfachen. Zu den chemischen Verarbeitungsprozessen zählen unter anderem die destillative Trennung der Abfälle in einer Verdampfungsanlage, oder auch die Elektrolyse, welche die Rückgewinnung wertvoller Materialien ermöglicht. Dabei ist der Einsatz zusätzlicher, chemischer Hilfsmittel meist nicht erforderlich. Außerdem gelten die organische Spaltung sowie die Schwermetallfällung in Verbindung mit der Neutralisation (ph-Wert-Regulierung) als effektive, chemische Behandlungsmethoden.

Mechanisch-biologische Behandlungsverfahren

Die mechanisch-biologische Behandlung von Abfällen bietet sich geradezu an, wenn es darum geht, die nicht mehr nutzbaren Reststoffe aus Siedlungsabfällen so vorzubereiten, dass eine umweltkonforme Deponierung ermöglicht werden kann. Übrigens ist seit einigen Jahren die Lagerung von Haus- oder Gewerbeabfällen, welche organische – gasbildende – Bestandteile enthalten können, nicht mehr gestattet. Aus diesem Grund ist in jedem Fall eine kosteneffiziente Vorbehandlung vonnöten.

Die mechanisch-biologische Behandlung von Abfällen setzt sich stets aus mehreren Prozessen zusammen. So werden bei der mechanischen Aufbereitung zunächst Störstoffe, Metallstücke und andere Bestandteile aussortiert. Des Weiteren umfasst die biologische Verarbeitung neben der Kompostierung auch die Verrottung sowie die Vergärung der Restabfälle.