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Umwelttechnik, Abwasser, Trinkwasser, Wasserkraft

Mülltrennung und Sammelsysteme

Mülltrennung & Sammelsysteme

Die Mülltrennung beginnt bereits daheim: Verpackungen, Bioabfälle, Restmüll, Batterien, Altglas, Papier & Co. sollten schon unmittelbar nach ihrem Gebrauch auf eine korrekte Weise entsorgt werden. Entsprechend des aktuell geltenden Prinzips der Mülltrennung gehört beispielsweise Bunt- und Weißglas zum Altglas, Küchenabfälle in den Biomüll usw. Zahlreiche Sammelsysteme tragen mittlerweile dazu bei, dass aus Gründen des Umweltschutzes bzw. der Kosteneinsparung eine sortenreine Trennung erfolgen kann. Die hierzulande etablierten Sammelsysteme sind unter anderem im Bereich der Autoverwertung, beim Aluminiumrecycling, im Elektrorecycling, in der Müllverbrennung, beim Papierrecycling, bei der Wasseraufbereitung oder beim Glasrecycling etc. zu finden. Wichtig ist es überdies, bereits vor dem Müllsammeln eine gewisse Vorsortierung zu betreiben.

Abfall und Recycling

Ökobilanz Grundsätzlich ist unter der Bezeichnung „Ökobilanz“ eine Verfahrensweise zu verstehen, welche der groben Abwägung bzw. Messung individueller, umweltspezifischer Auswirkungen eines bestimmten Produktes in Verbindung mit seinem jeweiligen Produktionsprozess dienlich sein soll. Dabei werden in die Berechnungen vor allem der Aufwand zur Gewinnung der benötigten Rohstoffe, die Herstellung bzw. die Verarbeitung selbst sowie der Transport miteinbezogen. Ebenso interessant sind in diesem Zusammenhang gleichermaßen der Gebrauchsaspekt sowie die spätere, notwendige Entsorgung des Produktes.

Zusammengefasst werden im Zuge der Wirkungsbilanz bzw. der Bewertung insbesondere der Energieeinsatz, der Rohstoffeinsatz sowie die damit verbundenen Emissionen berücksichtigt. Nicht relevant ist hingegen der Nutzen des betreffenden Produktes, sodass die Ökobilanz lediglich eine Teilaussage zur tatsächlichen Effizienz liefern kann.

Recyclingcodes

Der Grundgedanke des Recycling an sich ist bekanntlich die Rückführung des Abfalls in den ursprünglichen Kreislauf. Der Einfachheit halber wird bei diesem Wiederverwertungskreislauf ein so genannter Recycling-Code verwendet. Dieser Code besteht aus den bekannten, in sich leicht verschlungenen Pfeilen – dem offiziellen Zeichen des Verwertungskreislaufs – sowie einer Zuordnungsnummer, welche dem jeweils vorliegenden Abfallprodukt zugeteilt ist. Darüber hinaus wird oft auch ein Buchstabenkürzel vergeben, das für den entsprechenden Wertstoff bzw. Kunststoff steht. So bedeutet beispielsweise das Kurzzeichen „PAP“ in Verbindung mit der Ziffer 22, dass es sich bei dem Material um Papier handelt, „PAP 20“ hingegen steht für Wellpappe.

Downcycling & Upcycling

Es ist in der Tat beeindruckend, welche Vorteile der Aspekt des Recyclings mit sich bringen kann. Demgegenüber steht jedoch unter Umständen auch ein gewisser Nachteil, denn nicht immer weist ein bestimmter Wertstoff nach der Verarbeitung auch seine ursprüngliche Qualität und Beschaffenheit auf. Im Gegenteil, denn zum Beispiel bei Glas oder Stahlprodukten besteht die Gefahr, dass im Zuge des Recyclingverfahrens herausragende Eigenschaften des Materials, so wie sie noch bei der Primärherstellung vorhanden waren, nicht wiederhergestellt werden können. Dieses Phänomen wird als Downcycling bezeichnet. Natürlich ist es im Zuge dessen gleichermaßen möglich, aus minderwertigen Materialien hochwertigere Wertstoffe zu erhalten. Diesbezüglich ist vom Upcycling die Rede.

Altpapier, Recyclingpapier, Makulatur, EN 643

In Anlehnung an geltende Richtlinien erfolgt die Wiederaufbereitung von Altpapier, Recyclingpapier und Makulatur gemäß der so genannten „Liste der Europäischen Standardsorten und ihre Qualitäten“. Der grundlegende Teil dieser Ausfertigung mit dem Namen EN 643 bezieht sich auf die Zusammensetzung sowie die materielle Beschaffenheit der unterschiedlichsten Altpapiersorten. In der Tat ein überaus aufwändiges Verfahren, jedoch ist die Liste „EN 643“ gleichzusetzen mit einer von der EU vorgegebenen Norm und dient in erster Linie der Qualitätssicherung bei der Wiederverwertung von (Alt-)Papier. Nur auf diese Weise können dauerhaft hochwertige, homogene Papiersorten hergestellt und später an die Papierindustrie weiterveräußert werden.

Altglas, Hohlglas

Altglas bzw. Hohlglas zählt in jedem Fall zur hochwertigen Wertstoffkategorie „Verpackungsglas“. Als so genanntes Altglas werden unter anderem Flaschen aus weißem oder aus buntem Glas bezeichnet, unter Hohlglas versteht man dahingegen Konservengläser unterschiedlichster Ausführungen.

Im Zuge der Wiederverwertung wird das Glas, welches nach Möglichkeit vom Sammler bereits vollständig entleert und gereinigt werden sollte, in die dafür vorgesehenen Sammelbehälter gegeben. In diesen Behältnissen wird es so lange gelagert, bis es vom zuständigen Entsorgungsunternehmen abgeholt und zu den weiteren Unternehmen der Glas verarbeitenden Unternehmen transportiert wird. Hier entstehen im Zuge eines effizienten Recycling-Verfahrens neue Glasbehälter und Flaschen.

Kunststoffe

Aufgrund der Tatsache, dass Kunststoff durch die jeweils zugeführten Weichmacher oder Farbstoffe nur selten tatsächlich als sortenrein bezeichnet werden kann, erweist sich das Recycling dieses Materials als schwierig und aufwändig. Nichtsdestotrotz sind Forscher bereits seit langem damit beschäftigt, innovative Verfahren für ein effizientes Kunststoff-Recycling zu entwickeln.

Zum einen werden Kunststoff-Abfälle in Verbrennungsanlagen zu Ersatzmaterial für so genannte Primärbrennstoffe verarbeitet. Dieses sind zum Beispiel Gas, Kohle oder auch Erdöl; andererseits entsorgt man die Kunststoff-Abfälle auf entsprechenden Deponien. Fakt ist, dass die Wiederverwertung von Kunststoff nicht zu hundert Prozent dem grundlegenden Prinzip der Wiederverwertung entspricht, da die Wertstoffe, die aus Kunststoff-Abfällen hergestellt werden, oft geringerer Qualität sind, als das ursprüngliche Material.

Biokunststoffe& kompostierbare Kunststoffe

Stärkeschaum, kompostierbare Gartenbauprodukte, Füllmaterialien als Transportverpackung, oder Mulchfolien – sofern sie biologisch abbaubar sind – werden gemäß ihres individuellen Abbauverhaltens bewertet und als „Biologisch abbaubare Werkstoffe“ (BAW) bezeichnet. In der Regel werden diese Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt, wie zum Beispiel aus Zellulose, Stärke oder Zucker und können zum größten Teil in der Komposttonne entsorgt werden. Die Weiterentwicklung von Biokunststoffen bzw. von kompostierbaren Kunststoffen im Hinblick auf ihre Zusammensetzung schreitet zwar kontinuierlich voran, jedoch sind zum jetzigen Zeitpunkt noch zahlreiche Zusatzstoffe erforderlich, um beispielsweise Hüllen für Notebooks etc. herstellen zu können. Allerdings sind sie schon jetzt eine überaus umweltfreundliche Alternative, vor allem, wenn es um die künstliche Erdölproduktion geht. Denn sie lassen sich fast vollständig CO²-neutral entsorgen.

Elektrogeräte, Elektronikschrott & WEEE Richtlinie 2002/96/EG

In Anbetracht der immer größer werdenden Mengen an Elektroschrott ist auch in diesem Zusammenhang Handlungsbedarf erforderlich. Die so genannte WEEE-Richtlinie 2002/96/EG trägt in entscheidendem Maße dazu bei, die Entsorgung bzw. die Reduktion des Elektroschrottes zu regeln und gilt bereits seit Anfang des Jahres 2003 (WEEE = engl.: Waste Electricial and Electrononic Equipment).

Diese Richtlinie soll in erster Linie der Verringerung bzw. der effizienten Entsorgung von Elektroschrott dienlich sein. Zum Zwecke der besseren Übersicht wird der Elektro-Abfall durch diese EG-Richtlinie in verschiedene Wertstoff-Gruppierungen eingeteilt. Hierzu gehören unter anderem die folgenden Kategorien: Überwachungsgeräte, Spiel- und Freizeitgeräte, Leuchtmittel, kleine und große Haushaltsgeräte, Unterhaltungselektronik, medizinische Instrumente, Telefone, PCs, Faxgeräte etc.

Sperrmüll

Zum Sperrmüll gehören insbesondere die Abfälle, welche aufgrund ihrer Größe bzw. Unhandlichkeit nicht in den normalen Hausmüll passen. Dabei sind jedoch einige grundlegende Vorgaben zu beachten: das Eigengewicht des einzelnen Sperrgut-Abfalls sollte beispielsweise die 50-kg-Marke nicht überschreiten. Auch hinsichtlich der zulässigen Größe von Sperrgut gelten gewisse Richtlinien: mehr als 1,50m Breite und 2,00m Länge sind nicht gestattet. Sperrgut kann entweder als Holgut oder als Bringgut behandelt werden. So besteht für den Sperrgut-Sammler die Möglichkeit, die entsprechenden Abfälle entweder zur Abholung an der Straße zu platzieren oder diesen selbst zum Wertstoffhof zu transportieren.

Sondermüll, "gefährliche Abfälle"

Fälschlicherweise landen Öl-Kanister, Alt-Batterien, Medikamente, Farbreste und ähnlicher Abfall nicht selten im „normalen“ Hausmüll. Fakt aber ist, dass chemische Substanzen oder auch Schwermetalle ausschließlich dem gefährlichen Sondermüll zugeordnet werden müssen und demzufolge auch mit einer entsprechend höheren Sorgfalt zu behandeln sind. Spezielle, kostspielige und zeitaufwändige Recyclingmethoden tragen unter anderem zu einer nachhaltigen Zerstörung der im Sondermüll enthaltenen, oft hochgiftigen Schadstoffe bei, ohne jedoch dabei zusätzliche, giftige Substanzen einsetzen zu müssen. Darüber hinaus können im Zuge einer solchen Aufbereitung wertvolle Metalle wie zum Beispiel Nickel, Kupfer etc. zurückgewonnen werden. Aber auch Zink, Messing oder Silber lassen sich dank hochmoderner Elektrolyt-Verfahren abscheiden.

Restmüll

Hygiene-Abfälle, Windeln, Zigarettenkippen, Staubsauger-Beutel, Porzellan, Tapetenreste etc. sowie darüber hinaus alle stark verschmutzten Abfälle werden der Kategorie „Restmüll“ zugeordnet. Aber auch vergammelte Lebensmittel (welche noch in der Original-Verpackung stecken), Glühbirnen, funktionsunfähige Stifte oder Audio- oder Videokassetten müssen in der grauen Restmülltonne entsorgt werden. Diese ist in unterschiedlichen Größen bei den lokalen Entsorgungsbetrieben erhältlich und wird im Zuge des Holsystems in regelmäßigen Abständen – in der Regel etwa im zweiwöchigen Rhythmus – abgeholt. Die entsprechenden Termine sind dem so genannten öffentlichen Abfuhr-Kalender zu entnehmen. Nicht selten werden auch alte Kleidungsstücke oder nicht mehr getragene Schuhe in der Restmülltonne entsorgt. Diesbezüglich sollte jedoch den extra aufgestellten Kleider-Sammelcontainern besondere Bedeutung beigemessen werden.

Verpackungen

Abfälle aus Verpackungsmaterialien wie zum Beispiel Verbundmaterial, Metall oder vor allem Kunststoffe bieten ein immenses Potential für die Herstellung neuer Produkte. Diesbezüglich ist insbesondere von Tetra-Paks, Folien, Alufolien, Obst- bzw. Gemüseschalen oder Waschmittelflaschen die Rede. Dahingegen dürfen Papier- und Glasabfälle nicht als Verpackungsmüll entsorgt werden. Hierfür stehen bekanntlich andere wirtschaftliche Entsorgungs- bzw. Recyclingsysteme zur Verfügung.

Privathaushalte können die Möglichkeit nutzen, ihren Verpackungsmüll durch das bekannte „Duale System Deutschland“ abholen zu lassen oder die entsprechenden Abfälle selbst zum örtlichen Wertstoffhof zu transportieren. Natürlich kann der Verpackungsmüll auch im industriellen Bereich durch die „Dualen Systeme“ abgeholt werden. Sogar die direkte Anlieferung durch am Recycling-Hof ist vielerorts durchaus möglich.

Bioabfall, organische Abfälle, Nassgut & Trockengut

Bioabfälle oder organische Abfälle wie zum Beispiel Reststoffe aus der Land- und Forstwirtschaft, (Bio-)Abfälle aus privaten Haushalten, nachwachsende Rohstoffe aus Wald oder Garten etc. bergen in der Tat ein sehr großes Potential im Hinblick auf die effiziente Nutzung zur Neugewinnung von Energien. Beim Recycling kommen diesbezüglich für die Behandlung von Nassgut und Trockengut unter anderem die mechanisch-biologische Verarbeitung (sprich: Vergärung oder Kompostierung) oder auch die thermische Abfallbehandlung in Betracht. Denn auf diese Weise lassen sich Wärme und Strom in wirtschaftlicher Form auch aus Futtermittelresten oder aus Gülle erzeugen. Zahlreiche zukunftsorientierte Recycling- oder Entsorgungsunternehmen befassen sich mittlerweile mit dieser recht viel versprechenden Thematik.

Verbunde

Bei so genannten Verbundstoffen handelt es sich um Wertstoffe, die sich aus zwei oder mehr unterschiedlichen Materialien zusammensetzen. Dementsprechend wichtig ist es, beim Recycling dieser Verbunde darauf zu achten, dass ein möglichst geringer Energieaufwand in Verbindung mit hoher Umweltverträglichkeit gewährleistet ist. Der Einsatz chemischer Stoffe oder die Anwendung thermischer Verfahren sollte in diesem Zusammenhang vermieden werden. So werden unter anderem im Zuge einer speziellen Ultraschall-Teilchenbeschleunigung die jeweiligen Bestandteile der Verbundstoffe einzeln voneinander gelöst. Ziel solcher Verfahrensweisen ist es, einen Reinheitsgrad von mehr als 99,7 Prozent zu erhalten, um dadurch eine hohe Qualität des jeweils neu gewonnenen Rohstoffes sicherzustellen.

Holz

Nicht mehr verwendbare Verpackungsprodukte aus Holz, alte Möbel oder auch abgenutzte, hölzerne Baustoffe werden als Altholz bezeichnet und müssen im Zuge einer wirtschaftlichen Entsorgung umweltfreundlich und kosteneffizient wiederaufbereitet werden, um den Produktkreislauf aufrechtzuerhalten. In Anbetracht der Tatsache, dass durch eine umweltorientierte Entsorgung bzw. Wiederaufbereitung mehr als 7,5 Millionen Tonnen an (Alt-) Holzabfällen aus privaten und aus gewerblichen Bereichen als Sekundärrohstoffe genutzt werden können, reduziert sich in entscheidender Form der Bedarf an neuen Rohstoffen.

Vorteil: vor allem die Umwelt wird auf diese Weise in hohem Maße entlastet. Somit ist klar ersichtlich, wie wertvoll die Rückführung von Altholz in den Produktionsprozess tatsächlich ist.

Spuckstoffe

Als Spuckstoffe werden die bei bestimmten Recycling-Verfahren anfallenden Reststoffe bezeichnet. So erhält man beispielsweise während der Wiederaufbereitung von Altpapier, Verpackungen oder Textilien störende Fremdmaterialien, die es auszusondern gilt. Gerade bei Sieb-, Schleuder- oder speziellen Auflöse-Verfahren fallen derartige Reststoffe an, welche die Qualität des neu zu gewinnenden (Sekundär-)Rohstoffes erheblich beeinträchtigen könnten. Zu den Spuckstoffen gehören Sand, Lacke, Verbundstoffe und verschiedenartige Fremdstoffe, die beim Vorsortieren nicht korrekt getrennt worden. Darüber hinaus zählen neben Füllpigmenten, synthetischen Klebern oder Folienresten auch Kunststoffe zu den Spuckstoffen. Fakt ist, dass Spuckstoffe nicht immer als Abfall zu bewerten sind, sondern sie lassen sich durch Kompostierung oder durch thermische Verarbeitung effizient nutzen.

Siedlungsabfälle

In erster Linie gehören Sperrmüll, Hausmüll oder (Klein-)Gewerbeabfälle zur Kategorie „Siedlungsabfall“. Außerdem können auch bestimmte Rückstände aus dem Bereich der Abwasserreinigung bzw. der Wasseraufbereitung als Siedlungsabfall bezeichnet werden. Ebenfalls dazu gehören Gartenabfälle oder Kehricht. Welche Art der Entsorgung für diese Reststoffe im Einzelnen jeweils infrage kommt, ist der gesetzlichen Verordnung über die „Ablagerung von Siedlungsabfällen“ zu entnehmen. Seit wenigen Jahren ist die Deponierung von nicht vorbehandelten Siedlungsabfällen nicht mehr gestattet, da die Umwelt - wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge - durch die anfallenden Abfallstoffe in hohem Maße belastet wurde. Siedlungsabfälle werden in der Regel mittels mechanisch-biologischer Verfahren oder durch die thermische Aufbereitung weiterverarbeitet.

Batterierecycling, Batterieverordnung

Sowohl für den Handel wie auch für Hersteller von Batterien etc. besteht seit vielen Jahren die gesetzliche Verpflichtung, im Zuge des Batterie-Recyclings leere bzw. gebrauchte Batterien kostenfrei zurückzunehmen. In speziellen Behältnissen werden diese Leer-Batterien gesammelt und im Anschluss daran gemäß dem Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz beseitigt oder verwertet. Die hierzulande geltende Batterieverordnung bezieht sich übrigens nicht nur auf die Rücknahme-Pflicht von Batterien, sondern sie regelt gleichermaßen die Verbreitung bzw. den Vertrieb: so ist es unter anderem nicht erlaubt, Batterien in den Verkehr zu bringen, die bestimmte Schadstoffe als „Betriebsstoff“ aufweisen. In Bezug auf den Handel mit Starterbatterien ist für Verkäufer sogar die Zahlung einer Gebühr vorgesehen, sofern beim Neuerwerb einer Starterbatterie nicht die Rückgabe einer Leerbatterie erfolgt.

Fahrzeuge

Im Sinne eines nachhaltigen Umweltschutzes muss bereits beim Bau von Fahrzeugen auf eine recyclinggerechte Produktion Wert gelegt werden. Bei der späteren, umweltkonformen Zerlegung des Altfahrzeugs werden zunächst die pyrotechnischen Bauteile wie zum Beispiel Airbags etc. entfernt, Batterien und Ölfilter werden demontiert und die Flüssigkeiten (Öle, Brems- und Kühlflüssigkeit) abgelassen.

Außerdem werden die Bauteile ausgebaut, die sich ohne ein gesondertes Recycling-Verfahren wieder verwenden lassen. Die Reifen werden in der Regel granuliert und für eine weitere Verwendung im Straßenbau aufbereitet. Kunststoffe und Glasbauteile werden ausgebaut, Eisen- und Nichteisenmetalle werden abgetrennt. Interessant ist, dass mehr als 98 Prozent der am Altfahrzeug enthaltenen Metalle zurückgewonnen und im Anschluss daran wieder verwendet werden können. Je feiner übrigens die Demontage des Altfahrzeugs erfolgt, desto effizienter ist die letztendliche Entsorgung.

Bauschutt & Kernschrott

Wann immer Gebäude oder Bauwerke aus Stahlbeton abgerissen werden, entsteht unter anderem auch der so genannte Kernschrott. Dieses Material setzt sich in erster Linie aus Eisen, Stahlträgern etc. zusammen. Die Zerkleinerung des im Kernschrott enthaltenen Eisenanteils ist in der Regel recht mühsam und sehr zeitaufwändig.

Ist besagtes Eisen allerdings nach zahlreichen Arbeitsgängen „fein“ genug, so kann es im Zuge der Wiederverwertung bei der Stahlproduktion wieder zugegeben werden. Beim Recycling von Bauschutt wird aus Materialien wie Mörtel, Beton, Holz, Bodenaushub, Fliesen und anderen Stoffen neuer Bauschutt gewonnen. Dieses geschieht unter anderem durch spezielle Sortierverfahren, durch Siebung oder auch Zerkleinerung in entsprechenden Aufbereitungsanlagen.

Altmetall & Schrottsammler (Altstoffsammler)

Nicht nur, dass Schrott im Allgemeinen ein unverzichtbarer Wertstoff bei der Produktion von Stahl ist – das kostbare Material zählt darüber hinaus auch zu den wohl ältesten Sekundärrohstoffen dieser Erde. Dementsprechend lohnenswert ist unter Umständen – je nach Kategorie und Güte – das Sammeln bzw. das Entsorgen von Altmetall und Schrott. So lassen sich gut und gerne vier- bis fünfstellige Beträge für das Einsammeln metallhaltigen Abfalls erzielen. Wen wundert es, dass die Zahl der Altstoffsammler kontinuierlich steigt? Nachdem Schrott- bzw. Altstoffsammler das wertvolle Gut einsammeln und beim Schrotthändler verkaufen, wird das Altmetall an Wiederverwerter oder Schrottgroßhändler abgegeben. Von dort aus gelangt der Schrott an die metallverarbeitende Industrie und wird letztendlich zu neuen Wertstoffen verarbeitet.

Gewerbeabfälle & Industrieabfälle

Alle nicht mehr verwertbaren Reststoffe und Abfälle, die in öffentlichen Einrichtungen, in industriellen Bereichen sowie im Handwerk anfallen, werden als Industrie- oder als Gewerbeabfälle bezeichnet. Selbstverständlich müssen diese Abfälle umweltfreundlich, wirtschaftlich und kosteneffizient entsorgt bzw. recycelt werden. Dementsprechend streng sind freilich auch die damit verbundenen, gesetzlichen Vorgaben: bereits seit Mitte des Jahres 2005 hat diesbezüglich eine thermische Behandlung oder zumindest eine mechanisch-biologische Verarbeitung der Gewerbe- und Industrieabfälle zu erfolgen. Gerade im Hinblick auf eine gute Qualität der jeweils neu zu gewinnenden Wertstoffe muss eine sorgfältige Vorsortierung und Aufbereitung erfolgen. Dieses kann unter anderem auch durch eine unternehmensinterne Getrenntsammlung der Abfälle realisiert werden.

Abfallverwertung & Abfallbeseitigung

Immer den Gedanken des Umweltschutzes vor Augen, versteht man unter der Verwertung oder der Beseitigung von Abfällen sämtliche Arbeitsgänge und Methoden, welche der Kosten sparenden Behandlung von Abfällen dienlich sind. Dieses sind unter anderem die Sammlung bzw. der Transport von Rest- und Abfallstoffen oder die unterschiedlichen Recycling-Verfahren sowie die daraus resultierende Herstellung wertvoller sekundärer Rohstoffe. Gleichzeitig sind in diesem Zusammenhang die Verbrennung und die dabei erzeugten Energien zu nennen. Damit bei der Abfallbeseitigung und bei der Abfallverwertung eine unsachgemäße Behandlung der Abfälle weitestgehend ausgeschlossen werden kann, richtet man sich zum einen nach den Vorgaben des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes sowie nach der Abfallverbringungsverordnung.

Produktverantwortung der Hersteller

Vorausschauendes Handeln der Umwelt zuliebe ist insbesondere auch für das produzierende Gewerbe von einer wichtigen Bedeutung. So gehen diesbezüglich vor allem zahlreiche Unternehmen mit bestem Beispiel voran, wenn es um die Herstellung von Mobiltelefonen, Computern, Monitoren, Laptops, Teppichen oder gar Autos geht. Schließlich sollte bereits bei der Beschaffung der erforderlichen Rohstoffe Wert auf recyclingfähige Materialien gelegt werden, damit die spätere Entsorgung bzw. Wiederaufbereitung der Produkte mit einem möglichst geringen Anteil Umwelt belastender Stoffe einhergehen kann. Ähnlich verhält es sich bei Lebensmitteln: hier haften die Anbieter dafür, dass die Ware umweltkonform angebaut bzw. hergestellt wurde. Seit einigen Jahren gibt es in diesem Zusammenhang zusätzliche Verordnungen zu berücksichtigen, welche zum Beispiel im Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz festgelegt sind.

Selbstentsorger

Vielerorts regelt das bekannte „Duale System Deutschland“ die Abholung, aber auch die Rücknahme und Verwertung von Verpackungsmaterialien etc. Bei Selbstentsorgern ist dies anders: hierbei handelt es sich um gewerbsmäßige Vertreiber oder Händler von Verpackungsmitteln unterschiedlichster Art, die sich nicht an das „Duale System Deutschland“ oder andere öffentliche Entsorgungsunternehmen anbinden. Vielmehr tragen sie allein die Verantwortung für die Abholung, Rücknahme und Verwertung der Verpackungen, welche sie vom jeweiligen Endabnehmer zurückerhalten. Darüber hinaus besteht im Zuge dessen eine Dokumentationsverpflichtung, welcher sie ebenfalls nachzukommen haben. Außerdem gestattet der Gesetzgeber einen Zusammenschluss mehrerer Vertreiber, welche als so genannte Selbstentsorger-Gemeinschaft ihren Verpflichtungen gemäß der geltenden Verpackungsverordnung zu erfüllen haben.

Mengenstromnachweis

Die Entsorgungsunternehmen, welche beispielsweise dem „Dualen System Deutschland“ angebunden sind, aber auch Selbstentsorger, die in Eigenverantwortung ihren Verpflichtungen gemäß der Verpackungsverordnung nachkommen, unterliegen einer gesetzlichen Dokumentationspflicht. In diesem Zusammenhang haben sie den entsprechenden Behörden über ihre individuelle, tatsächliche Pflichterfüllung hinsichtlich einer ordnungsgemäßen Verwertung Rechnung zu tragen. Der Mengenstromnachweis führt unter anderem die exakten Angaben zu den gesammelten Verpackungen bzw. zu deren Verwertung auf und gibt an, ob die in der Verpackungsverordnung vorgegebenen Kontingente in vollem Umfang erfüllt wurden. Die entsprechende Auflistung gliedert sich jeweils nach den einzelnen Grund- und Wertstoffen der Verpackungen. Der Nachweis hat regelmäßig einmal pro Jahr zu erfolgen und wird in der Regel zum 1. Mai der folgenden Legislaturperiode erstellt.

Abfallbörse, Recyclingbörse

Günstig ein- und verkaufen: dies ist in etwa die „Devise“ einer Abfall- oder Recyclingbörse. Frei nach dem Motto: „Recycling – einmal anders“ haben hier Anbieter von Einrichtungsgegenständen, Dekorationsartikeln oder anderen Dingen, für die keine Verwendung mehr besteht, die Gelegenheit, die Artikel abzugeben und sie gegebenenfalls gegen andere brauchbare Gegenstände einzutauschen. Vor allem in gemeinnützigen Einrichtungen erfreuen sich Abfall- und Recyclingbörsen großer Beliebtheit, da hier auch Kleidungsstücke, Bücher, Spielwaren, Möbel oder Ähnliches zu Niedrigpreisen verkauft werden kann. Gleichzeitig besteht diesbezüglich für Anbieter oder Verkäufer die Chance, die betreffenden Gegenstände reparieren zu lassen, um auf diese Weise den Verkaufspreis ein wenig in die Höhe zu treiben.

Abfallquoten

Vergleicht man einmal die Zahlen bei der Papier- bzw. Holzschlifferzeugung in Bezug auf die Aufbereitung von Altpapier, so fällt auf, dass die Quote des hierbei anfallenden Abfalls zumeist recht hoch ist. Diese Quote wird in der Regel als so genannte Abfallquote bezeichnet und gibt das Verhältnis der erzielten Menge an (Alt-)Papier zu den jeweiligen Stoffverlusten an. Darüber hinaus gibt die Abfallquote gleichermaßen in zahlreichen anderen Bereichen Auskunft über die verursachten Abfallmengen. So auch im Hinblick auf das Verhältnis einer tatsächlichen Abfallmenge, die beispielsweise in Relation zu einem spezifischen Produkt innerhalb einer bestimmten Zeiteinheit gemessen und in Bezug auf eine Person oder einen Betrieb bewertet wird.

Littering

Nahezu überall zu sehen: auf Schulhöfen, in Parkanlagen, auf Spielplätzen oder in den Innenstädten häuft sich zum Teil der Müll: das in öffentlichen Bereichen achtlose Wegwerfen von Verpackungen, Flaschen oder anderen rezyklierbaren Stoffen wird als Littering bezeichnet. Littering wird mittlerweile nicht nur hierzulande von zahlreichen öffentlichen Einrichtungen mit Vehemenz bekämpft, sondern auch in der Schweiz, in Frankreich oder in Großbritannien müssen „Umweltsünder“ mit vergleichsweise empfindlichen Strafen rechnen. Denn umherliegender Müll ist in erster Linie ein echter Störfaktor, darüber hinaus sind vor allem auch die damit verbundenen Reinigungskosten erwähnenswert. Demzufolge schließen sich selbst auf privater Ebene engagierte Personen oder Vereine zusammen, die die weggeworfenen Abfälle einsammeln und somit wieder dem Materialkreislauf bzw. dem Recycling zuführen.

Abfallberatung der Kommunen

Wie wichtig eine fundierte, kontinuierliche Abfallberatung innerhalb der einzelnen Kommunen ist, zeigt sich insbesondere an den Müllmengen, die beispielsweise auf öffentlichen Plätzen, in Parks und Wäldern in negativer Form auffallen. Offenbar ist die Relevanz der Themen „Abfallwirtschaft“ bzw. „Abfalltrennung“ sowie das damit eng verbundene Problem des Recyclings noch immer nicht vollständig in das Bewusstsein der Öffentlichkeit eingedrungen. Demzufolge haben es sich die Kommunen und Gemeinden vielerorts zur Aufgabe gemacht, eine entsprechende Beratung im Hinblick auf die Vermeidung und die Verwertung von Abfall anzubieten. Generell können während einer Beratung, die online, telefonisch oder auch persönlich erfolgen kann, Fragen zur allgemeinen Abfallwirtschaft erörtert werden.