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Umwelttechnik, Abwasser, Trinkwasser, Wasserkraft

Kategorie Umwelttechnik | 26.08.2014 - 20:21 Uhr

So funktioniert die Abwasserbehandlung

Abwasserreinigung: Städtische Abwässer enthalten außer Sandbeimengungen grobe, schwimmende Schmutzstoffe, faulende Stoffe, Schlamm bildende Schwebstoffe, gelöste organische Stoffe und Bakterien. Bei der mechanischen Abwasserreinigung werden die ungelösten Stoffe abgeschieden. Grobe Verunreinigungen werden durch Rechen zurückgehalten, der Sand wird im Sandfang, der Schlamm im Klär- oder Schlammabsatzbecken ausgeschieden.



Abwasserbehandlung

Vorklärbecken dienen der Entfernung von Sinkstoffen aus dem Abwasser. Die nach der mechanischen Abwasserreinigung noch enthaltenen gelösten, fäulnisfähigen organischen Stoffe werden bei der biologischen Abwasserreinigung durch die im Abwasser befindlichen Bakterien abgebaut. In Tropfkörperanlagen rieselt das Abwasser über Brockenmaterial, das mit Bakterien bedeckt ist.

Beim Belebtschlamm-Verfahren wird das Abwasser mit Bakterienschlamm versetzt, der mit Hilfe von Gebläsen belüftet und im Nachklärbecken sedimentiert wird. Der anfallende Schlamm muss in Faulräumen bei etwa 30 °C ausgefault werden. Das dabei entstehende Methan (Biogas) wird als Heiz- oder Treibgas nutzbar gemacht

Sonderfall Industrieabwasser

Bei der Reinigung industrieller Abwässer können je abhängig von Art und Grad der Verunreinigung zusätzliche Reinigungsvorgänge erforderlich werden. Zum Einsatz kommen hier chemische Fällungs- und Flockungsmittel und Mittel zur Neutralisierung von allzu sauren und zu stark basischen Abwässern. Industrieabwässer mit Giftstoffen müssen sind vor der Einleitung in eine biologische Kläranlage zu entgiften, da sie sonst die Funktion der Bakterien beeinträchtigen würden. Infrage kommen hierzu chemische Umsetzungen und der Einsatz von Ionenaustauschern zur Entgiftung.

Neben die traditionellen Reinigungsverfahren ist bei den Produktionsabwässern in den letzten Jahren die Wiederaufbereitung auf dem Vormarsch. Dabei sind sowohl Umkehrosmose und Ionenaustauscher wie auch Mikro- und Ultrafiltration einsetzbar.

Wie kommt das Abwasser in die Kläranlagen – die Kanalisation

Abwasser und Niederschlagswasser werden entweder vermischt durch ein einheitliches Kanalsystem abgeführt (Mischkanalisation) oder getrennt (Trennkanalisation) in eine Kläranlage beziehungsweise ein natürliches Gewässer geleitet. Für das Niederschlagswasser beginnt das Kanalnetz in Regenrohren und Straßenabläufen mit Sinkkästen. Die Ableitung des Schmutzwassers beginnt in den Einrichtungen der Hausentwässerung (Ausguss, Toiletten) und führt über senkrechte Fallrohre zur Grundleitung unter dem Keller, die in der Regel durch eine Anschlussleitung mit dem öffentlichen Kanalnetz verbunden ist.

Die kleinen Anschlusskanäle fließen in größeren Straßenkanälen zusammen; mehrere Neben- und Hauptsammler münden in einen Hauptkanal (Endsammler), der das Wasser der Kläranlage zuführt (Abwasserreinigung). Der Übertritt von übel riechenden und gesundheitsgefährdenden Gasen aus der Kanalisation in die Wohnungen wird durch Geruchverschlüsse verhindert.

Die größeren Kanäle sind durch Einstiegsschächte zugänglich, die in Abständen von 50 bis 80 m angeordnet sind. Unter tief gelegenen Wasserläufen, Untergrundbahnen, Tälern werden die Kanäle durch Düker geführt. Bei der Kanalreinigung werden Schlammablagerungen durch Stauung des Kanalwassers und anschließende Spülung beseitigt.

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