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Umwelttechnik, Abwasser, Trinkwasser, Wasserkraft

Kategorie Umwelttechnik | 20.08.2013 - 21:14 Uhr

Die Wertstofftonne in der Diskussion

Im vergangenen Jahr haben erste Entsorger die Wertstofftonne eingeführt. Eine echte Entlastung könnte sie vor allem für die Menschen in Bayern sein, die in der Vergangenheit ein sehr kompliziertes Sortiersystem in den Wertstoffhöfen beachten mussten. Sogar die einzelnen Arten von Verpackungen aus Kunststoff mussten separiert werden. So gehörten beispielsweise die Folien der Einkaufstüten in eine andere Tonne als die Blisterpackungen kleiner elektronischer Bauteile.



Die schnelle Ausbreitung der Wertstofftonne

Der Rhein-Sieg-Kreis gehörte zu Jahresbeginn 2012 zu den ersten Regionen, in denen die neue Wertstofftonne eingeführt wurde. Inzwischen sind viele Städte diesem Beispiel gefolgt. Auch die Bundeshauptstadt Berlin hat sich bereits eingereiht.

Die Wertstofftonne hat den Vorteil, dass sehr viele recycelbare Stoffe hier eingeworfen werden können:

  • Verkaufsverpackungen
  • Konservendosen
  • Getränkekartons
  • Spielzeug und Haushaltsartikel aus Kunststoffen
  • sämtliche Arten von Folien
  • Metalle wie altes Besteck, Armaturen, Werkzeuge

Das könnte die Nutzer verführen, komplette Elektrogeräte mit hinein zu werfen. Das ist nicht erlaubt, weil dort neben den genannten Stoffen auch andere Materialien enthalten sind. Sie müssen wie gewohnt entsorgt werden, was ebenfalls für Batterien und Leuchtmittel gilt.

Kommunen protestieren gegen Wertstofftonne vom privaten Entsorger

Dass die kommunalen Entsorgungsunternehmen gegen die Wertstofftonne vom privaten Entsorger Sturm laufen, hat einen guten Grund: Ihnen entgehen wichtige Einnahmen, die sie bisher aus dem „Gelben Sack“ sowie der Annahme von Wertstoffen auf ihren Wertstoffhöfen erzielt haben. Mit diesen Einnahmen wurden die Kosten für die Entsorgung insgesamt gestützt. Das bedeutet, dass bei einer zunehmenden Ausbreitung der Wertstofftonne die Kosten der Bürger für die Entsorgung von Hausmüll steigen könnten.

Einige Stadtverwaltungen haben blitzschnell reagiert und sind den privaten Entsorgern zuvor gekommen, indem sie selbst die Wertstofftonne anbieten. Dazu gehört zum Beispiel die Stadtreinigung Hamburg.

Damit wurde gleichzeitig gesichert, dass die Stadt die sich aus der ab 2015 geltenden gesetzlichen Regelung ergebende Forderung erfüllt: Ein Sammelsystem für Metalle und Kunststoffe haushaltsnah bereitzustellen.