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Solaranlage mit Kollektoren für Warwasser - Solarthermie mit Heizungsunterstützung...

Solarthermie: Förderung ab 2013

Die erneuerbaren Energien nehmen einen immer wichtigeren Stellenwert ein – und das längst schon nicht mehr nur bei Neubauten. Auch bei der Sanierung von bestehenden Gebäuden wird zunehmend auf die Erweiterung mit erneuerbaren Energien gesetzt. Die Solarthermie ist dabei eine der bekanntesten erneuerbaren Energien und dient der Beheizung des Hauses.

Dass die doch recht hohen Kosten für eine Solarthermieanlage nicht gänzlich alleine geschultert werden müssen, ist für viele Verbraucher dabei ein echter Segen. Allerdings gibt es mittlerweile so viele Fördermöglichkeiten, Zuschüsse und zinsgünstige Darlehen, die noch dazu ständig modifiziert werden, dass es schwer fällt, den Überblick zu behalten. Wir wollen dabei helfen, genau diesen Überblick herzustellen. Die aktuellen Möglichkeiten der Förderung gliedern sich dabei in:

  1. Förderung durch die BAFA

  2. Förderung durch die KfW

  3. Sonstigen Förderungen

Förderung der Solarthermie durch die BAFA

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, besser bekannt als die BAFA, ist eines der Institute, die für zahlreiche erneuerbare Energien Fördermittel zur Verfügung stellen. Bei der Planung einer Solarthermieanlage sollte die BAFA deshalb erste Anlaufstelle sein. Hier werden Zuschüsse vergeben, die durch das Marktanreizprogramm für erneuerbare Energien im Wärmemarkt, kurz MAP, geregelt sind. Dieses wurde im März 2011 neu aufgelegt.

Was wird gefördert?

Dabei stellt sich natürlich die Frage, was konkret gefördert wird. Dies sind in erster Linie thermische Solaranlagen, die zur

  • Heizungsunterstützung und

  • Brauchwassererwärmung

dienen. Zusätzlich vergibt die BAFA zahlreiche Förderungen für Maßnahmen an bestehenden Gebäuden. Diese Förderung gilt nicht für Anlagen in Neubauten und solche, die lediglich der Warmwasseraufbereitung dienen. Hierfür steht die Innovationsförderung der BAFA zur Verfügung.

Wie hoch sind die Förderungen?

Die BAFA unterscheidet bei ihren Förderungen zwischen verschiedenen Anlagengrößen. Dabei gelten folgende Regelungen:

  • Mindestpauschale von 1.500 Euro für Ein- und Zweifamilienhäuser (max. 16 Quadratmeter Kollektorfläche

  • 90 Euro pro Quadratmeter Kollektorfläche bei 16 bis 40 Quadratmeter Gesamtkollektorfläche

  • 3.600 Euro bei Anlagen mit mehr als 40 Quadratmeter Kollektorfläche, zzgl. 45 Euro pro weiterem Quadratmeter Kollektorfläche

  • 45 Euro pro Quadratmeter Kollektorfläche bei der Erweiterung bestehender Anlagen

Beispiel: Förderung durch die BAFA

  Einbau einer
thermischen Solaranlage zur
Brauchwasserer-
wärmung und Heizungsunter-
stützung mit
Erweiterung der bestehenden Anlage um    
  8 qm 25 qm 43 qm 12 qm
Förderung 1.500,00 € 2.250,00 € 3.735,00 € 540,00 €

Beispiel 1: Solarthermieanlage mit 25 Quadratmeter Kollektorfläche

Eine Solarthermieanlage mit 25 Quadratmeter Kollektorfläche soll auf einem Einfamilienhaus errichtet werden.

Kosten / m² 200,00 €
Leitungen, Pumpen, Regelungstechnik, Rohre, Montage 1.800,00 €
Speicher 1.500,00 €
   
Das ergibt folgenden Gesamtpreis:  
(200,00 € * 25 m²) + 1.800,00 € + 1.500,00 € = 8.300,00 €
   
Förderung / m² 90,00 €
Förderung gesamt 90,00 € * 25 m² = 2.250,00 €
   
Gesamtkosten selbst zu tragen  
8.300,00 € – 2.250,00 € = 6.050,00 €

Damit entspricht die Förderung mehr als 27 Prozent der Gesamtkosten, alleine durch die BAFA.

Beispiel 2: Solarthermieanlage mit 43 Quadratmeter Kollektorfläche

Eine Solarthermieanlage mit 43 Quadratmeter Kollektorfläche soll errichtet werden.

Kosten / m² 200,00 €
Leitungen, Pumpen, Regelungstechnik, Rohre, Montage 2.300,00 €
Speicher 2.000,00 €
   
Das ergibt folgenden Gesamtpreis:  
(200,00 € * 43 m²) + 2.300,00 € + 2.000,00 € = 12.900,00 €
   
Förderung pauschal 3.600,00 €
Förderung / m² über 40 m² 45,00 €
   
Förderung gesamt 3.600,00 € + (3 m² * 45,00 €) = 3.735,00 €
   
Gesamtkosten selbst zu tragen  
12.900,00 € - 3.735,00 € = 9.165,00 €

In diesem Fall beträgt die Förderung sogar 28,95 Prozent, liegt also noch etwas höher.

Was wird sonst noch gefördert?

Die BAFA fördert überdies nicht nur thermische Solaranlagen, sondern auch folgende Umbauten:

  • Austausch eines Heizkessels, einhergehend mit Errichtung einer Solarthermieanlage = 500 Euro

  • Einbau von Biomasseanlage oder Wärmepumpe, einhergehend mit Errichtung einer Solarthermieanlage = 500 Euro

  • Einbau einer effizienten Solarpumpe zusätzlich = 50 Euro

  • Erzeugte Wärme wird dem Wärmenetz zur Verfügung gestellt = 500 Euro

Gewerbliche Förderung durch die BAFA

Seit August 2012 gibt es zusätzliche Neuerungen. Seither können nicht nur Ein- und Zwei-, sondern auch Mehrfamilienhäuser, sowie Gewerbegebäude genutzt werden. Dabei wird im Rahmen des Innovationsbonus auch die thermische Solaranlage zur reinen Brauchwassererwärmung unterstützt. Die Förderungen betragen:

  • 90 Euro pro Quadratmeter Kollektorfläche,

  • für Anlagen mit 20 bis 100 Quadratmeter und können

  • verdoppelt werden, wenn die Anlage auch der Heizungsunterstützung dient.

Bei Mehrfamilienhäusern müssen mindestens drei Wohneinheiten vorhanden sein, im Gewerbe gilt, dass eine Nutzfläche von wenigstens 500 Quadratmeter vorhanden sein muss. Die Anträge sind spätestens sechs Monate nach Inbetriebnahme bei der BAFA einzureichen.

Förderung der Solarthermie durch die KfW

Auch die KfW bietet zinsgünstige Darlehen für erneuerbaren Energien und somit genauso für die Solarthermie an. Aktuell sind Kredite ab 0,75 Prozent effektivem Jahreszins erhältlich, wobei sogar Tilgungszuschüsse gewährt werden können. Diese werden im Programm Erneuerbare Energien Premium (Programm-Nummern 271, 281) gewährt. Voraussetzung dafür ist, dass

  • Solarthermieanlagen auf Wohngebäuden mit mindestens drei Wohneinheiten errichtet werden und die

  • Kollektorfläche mindestens 40 Quadratmeter beträgt.

Förderungen werden auch für thermische Solaranlagen gewährt, die nur der Brauchwassererwärmung dienen.

Weitere KfW-Programme

Wer die oben genannten Bedingungen nicht erfüllen kann, kann sich über zusätzliche Programme freuen:

Programm-Name Programm-Nummer
Energieeffizient sanieren 151
Energieeffizient sanieren (Kredit und Einzelmaßnahmen) 152
Energieeffizient bauen 153

Sämtliche Förderungen der KfW sind vor der Beauftragung zu beantragen.

Sonstige Fördermöglichkeiten für Solarthermie

Kommen die Programme der BAFA und KfW nicht in Frage, beziehungsweise suchen Verbraucher nach weiteren Möglichkeiten, um sich finanziell unter die Arme greifen zu lassen, dann sollten sie nach regionalen Fördermöglichkeiten Ausschau halten. Oben genannte Förderungen gelten bundesweit. Darüber hinaus gibt es aber auch

  • kommunale Fördermöglichkeiten und

  • Förderungen durch die Energieversorger vor Ort.

Informieren können sich Verbraucher dabei unter anderem beim

  • Umweltreferat der Gemeinde oder der

  • Energieberatung der Verbraucherzentrale.

Letztere ermöglicht es überdies, Schwachstellen am eigenen Haus aufzudecken, Fördermöglichkeiten zu benennen und häufige Fehler zu erkennen und vor ihnen zu bewahren.