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Photovoltaik (Solarstrom), der Wachstumsmotor der erneuerbaren Energien...

Photovoltaik und Steuern

Photovoltaikanlagen kosten einiges an Geld. Gleichzeitig bringen sie auf der anderen Seite jedoch auf lange Sicht Einnahmen in die Haushaltskasse, nämlich durch die für 20 Jahre garantierte Einspeisevergütung. Und immer dort, wo Geld ins Spiel kommt, tritt zwangsläufig auch das Finanzamt mit der steuerrechtlichen Würdigung der Einnahmen und Ausgaben auf den Plan. So auch bei der Photovoltaikanlage.

Viele Interessenten schreckt diese Tatsache ab. Dabei braucht es nur eine nähere Befassung mit dieser Thematik um zu erkennen, dass durch die Involvierung des Fiskus nicht nur finanzielle Nachteile entstehen, sondern sich auch steuerrechtliche Vorteile verschaffen lassen und unterm Strich die steuerliche Komponente der Photovoltaikanlage nicht allzu kompliziert ist.

Insgesamt sind es folgende steuerrechtlichen Thematiken, die es im Zusammenhang mit einer PV-Anlage zu beachten gilt:

  1. Abschreibung der Anschaffungskosten
  2. Gewerbesteuer durch unternehmerische Tätigkeit
  3. Umsatzsteuer auf Einspeisevergütung
  4. Einkommensteuerpflichtige Einnahme

Kosten für Photovoltaikanlage von Steuern absetzen

Die hohen Investitionskosten einer Photovoltaikanlage wirken sich bei der Einkommenssteuererklärung deutlich einnahmesenkend aus, woraus sich grundsätzlich ein steuerlicher Vorteil für den Betreiber ergibt. Allerdings tritt hier wie bei allen hochwertigen Gütern die so genannte Abschreibung auf den Plan.

Dabei hat der Photovoltaikanlagenbesitzer verschiedene Möglichkeiten.

Abschreibeart Lineare Abschreibung Degressive Abschreibung Sonderabschreibung
Hintergrund-information Netto-Investitions-Summe wird auf den Abschreibezeitraum aufgeteilt berücksichtigt wird jeweiliger Zeitwert der PV-Anlage Anfangsinvestition als Sonderausgabe
Abschreibungs-höhe pro Jahr 5% pro Jahr 12,5% des Restwerts während der ersten 4 Betriebsjahre bis zu 20 %
Vorteile gleich bleibende Abschreibungs-summen über einen längeren Zeitraum hinweg anfänglich höhere Abschreibungssummen, die dann allmählich geringer werden wahlweise komplette Abschreibung im ersten Jahr, oder anteilig bis zu vier Jahre möglich

Photovoltaik Gewerbesteuer

Wird der via Photovoltaikanlage erzeugte Strom ins örtliche Stromnetz eingespeist und entsprechend des Erneuerbare-Energien-Gesetz mit der Einspeisevergütung entlohnt, so erzielt der Betreiber dadurch Einnahmen und ist folglich im rechtlichen Sinne ein Unternehmer. Ob entsprechend eine Gewerbeanmeldung erforderlich ist, kann nicht pauschal gesagt werden. Im Normalfall wird bei privaten Photovoltaikanlagen mit Einnahmen im überschaubaren Maß darauf verzichtet. Dennoch macht es Sinn, sich vorab beim zuständigen Gewerbeamt darüber zu informieren.

Was jedoch unumstritten ist, ist die Tatsache, dass Einnahmen grundsätzlich der Gewerbesteuerpflicht unterliegen und somit auch die Photovoltaikanlage in diese Thematik einbezogen werden muss. Allerdings liegt bei der Gewerbesteuer die jährliche Mindestgewinngrenze bei 24.500 Euro. Wer unter diesem Betrag bleibt, für den fällt keine Gewerbesteuer an.

Um diesen Betrag detailliert zu ermitteln, empfiehlt sich eine jährliche Einnahme-Überschuss-Rechnung, in der alle Einnahmen wie auch Ausgaben im Zusammenhang mit der Photovoltaikanlage aufgelistet sind. Selbstverständlich gehören die entsprechenden Belege dazu. Erst wenn sich unterm Strich am Jahresende bei den Einnahmen abzüglich aller Ausgaben eine Summe von mehr als 24.500 Euro ergibt, wird die Gewerbeanmeldung zur Pflicht und die Gewerbesteuer ist entsprechend dem individuellen Steuersatz zu zahlen.

Photovoltaik und Umsatzsteuer

Die Umsatzsteuer ist ein leidiges Thema unter den Photovoltaikanlagenbetreibern, das schon so manches Vorhaben allein aufgrund der Ängste und Befürchtungen in diesem Zusammenhang kippen ließ. Dabei verbirgt sich dahinter nichts Dramatisches und unter Umständen kann der Kunde sogar einen finanziellen Vorteil aus der Umsatzsteuerpflicht ziehen.

Um dies zu verstehen, sind zunächst einmal gewisse Hintergrundinformationen notwendig. Grundsätzlich sind alle Produkte, die gekauft oder verkauft werden, mit einer Umsatzsteuer zu belegen. So auch der solare Strom, der an den örtlichen Stromnetzbetreiber veräußert wird. Nun gibt es allerdings auf Antrag die Möglichkeit, sich von der Umsatzsteuerpflicht befreien zu lassen, nämlich dann, wenn der jährliche Umsatz einen Betrag von 17.500 Euro nicht übersteigt.

Unumstrittener Fakt ist, dass beispielsweise eine angeschaffte Photovoltaikanlage zu einem Gesamtpreis von 15.000 Euro tatsächlich 2.850 Euro Umsatzsteuer enthält. Wer sich für die Umsatzsteuerpflicht entscheidet, der kann sich diesen Betrag vom Finanzamt zurückholen. Gleichzeitig muss er auf seiner Rechnung an den Stromnetzbetreiber, der den produzierten Solarstrom abnimmt, ebenfalls Umsatzsteuer ausweisen.

Hier gilt zu bedenken, dass die gesetzlich geregelten Einspeisevergütungen Nettobeträge sind. Das heißt, bei Umsatzsteuerpflicht muss der Abnehmer die Mehrwertsteuer zusätzlich entrichten, die der PV-Anlagenbetreiber dann an das Finanzamt abführt. Es entsteht also kein finanzieller Nachteil.

Einzig die Meldepflicht ans Finanzamt ist ein kleiner Wermutstropfen. Denn jeden Monat hat der Inhaber der Photovoltaikanlage dem Fiskus seine Einnahmen und Ausgaben mitzuteilen und den Vorsteuerabzug des Finanzamts hinzunehmen. Aber dennoch ist die Umsatzsteuerpflicht eine lohnenswerte steuerrechtliche Option für den Photovoltaikanlagen Betreiber.

Photovoltaik Einkommenssteuer

Bei all den Informationen rund um Abschreibungen, Umsatzsteuer und Gewerbesteuer darf ein zentrales Thema nicht untergehen: die Einkommenssteuer. Denn die Einspeisevergütung, die vom örtlichen Stromnetzbetreiber für die Abnahme der erzeugten Kilowattstunde Strom per Gesetz zu entrichten ist, stellt für den PV-Anlagenbesitzer eine steuerlich relevante Einnahme dar. Entsprechend hat sie im Zuge der Einkommenssteuererklärung auch ihre Würdigung zu erfahren.

Hierfür wird abermals eine präzise Einnahme-Überschuss-Rechnung benötigt, aus der detailliert hervor geht, welche Gewinne unterm Strich mit der Photovoltaikanlage nach Abzug sämtlicher Ausgaben von den Einnahmen erwirtschaftet wurden. Diese haben in der Anlage GSE ihren Platz zu finden. Die Gesamteinnahmen, beispielsweise zusammengesetzt aus Arbeitseinkommen, Immobilienvermietung und Einspeisevergütung, werden dann entsprechend des individuellen Satzes vom Finanzamt versteuert.

Weiterführende Verweise