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Photovoltaik (Solarstrom), der Wachstumsmotor der erneuerbaren Energien...

Entwicklung Photovoltaik Markt

Deutschland ist Photovoltaikland. Denn bezüglich der solaren Stromerzeugung kann sich die Bundesrepublik mit gutem Recht als weltweiter Marktführer bezeichnen. Natürlich leistet das Erneuerbare-Energien-Gesetz, welches im Jahr 2000 das bis dahin geltende Stromeinspeisungsgesetz abgelöst hat, mit der garantierten Einspeisevergütung einen elementaren Beitrag zu dieser Spitzenposition im Länderranking.

Und die Nachfrage reißt nicht ab. In den letzten Jahren wurden in Deutschland so viele Photovoltaikanlagen in Betrieb genommen wie noch niemals zuvor. Dabei ist 2013 natürlich das Ausnahmejahr der Branchenkorrektur des PV-Marktes.

  2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013
Neu installierte Leistung ca. 951 mWp ca. 843 mWp ca. 1.271 mWp ca. 1.809 mWp ca. 3.806 mWp ca. 7.408 mWp ca. 7.500 mWp ca. 7.600 mWp ca. 3.500 mWp

Wahrscheinlich haben die Menschen inzwischen die zentrale Bedeutung der Nachhaltigkeit bei der Energiegewinnung erkannt und auch den Vorteil von Photovoltaikanlagen für ihr eigenes Leben gänzlich erschlossen. Und nicht zuletzt wird auch die stete Forschung und Entwicklung an modernsten Photovoltaiksystemen mit der einhergehenden Verbesserung von Effektivität und Lebensdauer dazu geführt haben, dass das Vertrauen in die solare Stromerzeugung gefestigt ist.

Aber auch der finanzielle Aspekt von Photovoltaikanlagen hat sich in den letzten Jahren einer ansehnlichen Entwicklung zum Positiven unterzogen.

Photovoltaik Preisentwicklung der letzten Jahre

An allen Ecken stöhnen die Verbraucher über stetig steigende Preise sämtlicher Güter. Außer bei den Photovoltaikanlagen, denn diese haben preislich innerhalb der letzten Jahre einen kontinuierlichen Sturzflug hingelegt. Stellt sich die Frage nach dem Grund.

Grundsätzlich ist es im Sinne der Marktwirtschaft das Verhältnis von Angebot und Nachfrage, welches den Preis bestimmt. So auch bei der Photovoltaikanlage, bei der sich sowohl hinsichtlich des Interesses als auch bezüglich des Angebots einiges getan hat. In den Anfängen der solaren Stromerzeugung musste sich dieses System kritisch beäugen lassen.

Die potenzielle Kundschaft war skeptisch und wollte zunächst inaktiv beobachten, wie sich dieser Markt entwickelt. Entsprechend haben sich auch nur wenige Konzerne an die Umstellung auf die Produktion und den Vertrieb von Photovoltaikanlagen gewagt und das Servicenetz an Installationsbetrieben war nur spärlich ausgestattet. Dann jedoch kam es bei den Kunden zu einem Umdenkprozess und die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen stieg, das Angebot zunächst jedoch nicht.

Dies und die Tatsache, dass die Herstellungskosten sich in den Anfängen noch in schwindelerregenden Höhen bewegten, führten dazu, dass Photovoltaikanlagen nur eine Überlegung für finanziell gut situierte Menschen waren.

Irgendwann glichen sich Angebot und Nachfrage an, höhere Stückzahlen konnten produziert werden, die Forschung war so weit vorangeschritten, dass Solarmodule mit höheren Wirkungsgraden zur Verfügung standen und somit für ein Dach weniger Kollektorfläche benötigt wurde. Im Resultat sanken die Preise.

Hier finden Sie einen Chart und weitere Details zu den Preisen für Photovoltaikanlagen.

Stromversorgung durch Sonnenstrom

Ein höheres Ziel der Bundesregierung ist es, in den nächsten Jahren immer weiter weg von fossilen Energielieferanten zu kommen und auch den besiegelten Atomausstieg zu vollziehen. Nun braucht es logischerweise einen adäquaten Ersatz und diesen sehen die politisch Verantwortlichen in den erneuerbaren Energien. Bis 2020 sollen durch regenerative Energielieferanten mindestens 30 Prozent des Gesamtenergiebedarfs in Deutschland gedeckt werden. Auch für die Jahre danach setzt man die erneuerbaren Energien weiter ins Zentrum und möchte deren Einsatz zum zentralen Energiegewinnungselement werden lassen.

In diesem Zusammenhang ist natürlich Photovoltaik ein elementares Schlagwort. Zwar stehen mit Wind- und Wasserkraft sowie fester Biomasse noch andere regenerative Energieträger zur Verfügung, allerdings sind Experten sich darüber einig, dass Photovoltaik eine wichtige Stellung innerhalb der Stromerzeugung hat und weiterhin einnehmen wird.

Gerade in diesem Bereich befindet sich Deutschland eindeutig auf einem guten Weg. Im letzten Jahr waren es mehr als 6,5 Prozent des Gesamtstrombedarfs, die im Bundesgebiet durch Photovoltaik gedeckt wurden. Und die Tendenz ist weiterhin steigend.

Forschung und Entwicklung Solarzellen

Nachdem die ersten Solarmodule, die den Photovoltaikmarkt erobert haben, noch wenig überzeugend wirkten, hat sich in Bezug auf deren Forschung und Entwicklung gerade in den letzten Jahren einiges bewegt. Zum Glück, denn die Vorreiterprodukte konnten nicht wirklich überzeugen. Ihre Technologie war noch nicht ausgefeilt genug und entsprechend gering war der Wirkungsgrad. In der Folge mussten größere Kollektorflächen erworben werden, um einen zufrieden stellenden Effekt zu erzielen. Dies hat sich inzwischen verändert.

Solarmodule sind nunmehr äußerst robust und zeichnen sich durch eine lange Lebensdauer aus. Gleichzeitig wurden durch die Verbesserung der Halbleiter Prinzipien höhere Leistungen innerhalb einer Solarzelle erzielt. Weniger Solarmodule und daraus resultierend ein geringerer Preis waren das Ergebnis dieser Entwicklung.

1. Entwicklung von Silizium Alternativen

Solarmodule mit Halbleiter sind nach wie vor die Dominanzprodukte des Photovoltaiksektors. Silizium hat sich in diesem Zusammenhang besonders durchgesetzt. Allerdings sind derartige Solarzellen nach wie vor mit gewissen Nachteilen behaftet. Diese versucht man nun im Rahmen der Wissenschaft auszuhebeln. Cadmiumtellurid und Galliumarsenid als Halbleiter Alternativen sind inzwischen am Markt. Trotz überzeugender Vorteile gegenüber den Siliziumprodukten sind diese neuen Varianten der Solarmodule immer noch nicht gänzlich etabliert, wahrscheinlich aufgrund ihres verhältnismäßig hohen Preises.

2. Alternativprodukte fernab der Halbleiter

Hinzu kommt die Entwicklung von Solarmodulen, deren Leistungsfähigkeit jenseits der Halbleiter erzeugt wird. Organische Solarzellen aus Kohlenwasserstoffverbindungen stehen dabei im Zentrum des Interesses und der Forschung. Bislang konnten zwar durchschnittliche Wirkungsgrade erzielt werden, aber noch keine zufrieden stellende Robustheit, so dass die zukünftige Entwicklung dieser Alternative wohl in Richtung Langlebigkeit tendiert.

3. Indirekte Sonneneinstrahlung nutzbar machen

Außerdem haben alle Solarmodule des Photovoltaiksektors, die gängigerweise an Privatpersonen vertrieben werden, den Nachteil, dass sie direkte Sonneneinstrahlung benötigen. Ihre Effektivität steht und fällt somit mit den Sonnenstunden pro Tag, weshalb ein solches Photovoltaiksystem in einem sonnenarmen Jahr durchaus unrentabel sein kann.

Moderne Solarzellen sollen hierfür eine Lösung bringen. Farbstoffsolarzellen beispielsweise geben sich auch mit indirekter Sonneneinstrahlung zufrieden und sind somit auch bei dichten Wolkendecken effektiv. Auch Thermische Photovoltaik Zellen stehen aktuell im Zentrum des Forscherinteresses. Denn ihnen obliegt die Fähigkeit, Strom aus Wärme zu erzeugen, weshalb sie auf lange Sicht die beste Wirkung erzielen könnten.

Derzeit befinden sich all diese Produkte noch in der Entwicklungsphase, wenngleich sie bereits am Markt erschienen sind. Eine echte Alternative zu Halbleiter Solarzellen sind sie jedoch noch nicht, bergen allerdings das Potenzial, es in naher Zukunft zu werden.