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Photovoltaik (Solarstrom), der Wachstumsmotor der erneuerbaren Energien...

Der Kostenüberblick für PV-Anlagen

Kosten für Photovoltaikanlagen

Eine Photovoltaikanlage ist eine Investition in die Zukunft. Diese Aussage trifft nicht nur aus finanzieller Sicht für den Betreiber zu, sondern auch in Anbetracht der ökologischen Komponente. Und obwohl Umweltschutz zum zentralen Thema in Politik und Gesellschaft geworden ist, so dürfte dieser Grund letztendlich bei der Entscheidung weniger gewichtig sein, als der finanzielle Aspekt.

Genau an diesem Punkt scheiden sich aber die Geister. Denn natürlich lohnt sich eine Photovoltaikanlage auf lange Sicht, dennoch kann dies nicht darüber hinweg täuschen, dass primär Anschaffungskosten anfallen, die der Interessent aufzubringen hat und die garantiert den fünfstelligen Eurobereich erreichen. Ehe sich die Photovoltaikanlage amortisiert, vergehen einige Jahre.

Im Konkreten setzen sich die Photovoltaikanlagenkosten aus folgenden Komponenten zusammen:

  1. Anschaffungskosten für die Solarmodule
  2. Investitionen für Zusatzkomponenten (z.B. Wechselrichter, Kabel)
  3. Montagekosten
  4. Finanzierungskosten
  5. laufenden Kosten, pro Jahr für Wartung und Betrieb des PV-Systems

Anschaffungskosten für Solaranlage treiben den Preis

Noch vor wenigen Jahren bewegten sich die Investitionskosten für Photovoltaikanlagen in schwindelerregenden Höhen, so dass sie für normalverdienende Menschen keine wirkliche Überlegung wert waren. Dies hat sich allerdings drastisch verändert. Inzwischen ist die Angebotsvielfalt derart groß und auch der Anbietermarkt stark übersättigt, so dass sich die einzelnen Photovoltaik-Vertriebspartner mit Dumpingpreisen unterbieten. So erfreulich diese Entwicklung auch ist, so hat sie jedoch noch lange nicht dazu geführt, dass Photovoltaikanlagen nunmehr zum Schnäppchenpreis erhältlich sind.

Den größten Investitionsbatzen macht an dieser Stelle die Beschaffung der zentralen Bestandteile der Photovoltaikanlage aus. Allen voran das Solarmodul schlägt mit einem beachtlichen Anschaffungspreis zu Buche.

Wie teuer das Solarmodul ist, lässt sich an einer einfachen Faustformel errechnen. Die Leistung eines Solarmoduls wird in Watt Peak angegeben. Pro verbrauchte Kilowattstunde Strom pro Jahr ist ein Watt Peak erforderlich. Ein vier Personen Haushalt mit einem Jahresstromverbrauch von 4.000 Kilowattstunden benötigt entsprechend ein Solarmodul, welches in der Leistung mindestens 4.000 Watt Peak erbringt.

Zur Kostenberechnung ist es wichtig zu wissen, dass Solarmodule umso teurer sind, je mehr Leistungskraft sie vorhalten. Pro Watt Peak werden Anschaffungspreise zwischen 1,50 Euro und 2,00 Euro fällig. Im Ergebnis bedeutet dies, dass alleine ein Solarmodul für eine vierköpfige Familie Investitionen zwischen 6.000 und 8.000 Euro verschlingt.

Jedoch sind die Anschaffungen damit noch nicht am Ende. Es benötigt noch weitere Bauteile, ehe die Photovoltaikanlage ihren Betrieb aufnehmen kann. Ein so genannter Wechselrichter wandelt den per Photovoltaikanlage erzeugten Gleichstrom in haushaltskonformen Wechselstrom um und kostet ungefähr 2.000 Euro. Auch kleinere Bauteile wie Leitungen und Schellen sollten nicht verachtet werden, denn sie summieren sich in der Regel auf rund 1.000 Euro.

Unterm Strich kommt eine vierköpfige Familie bezüglich der Anschaffung einer für ihren Bedarf ausgerichteten Photovoltaikanlage auf eine Gesamtsumme zwischen 9.000 und 11.000 Euro.

Montagekosten der PV-Anlage beachten

Eine Photovoltaikanlage selbst zu errichten, ist natürlich grundsätzlich möglich, allerdings sollten sich doch nur wirkliche Experten dieses Fachs daran versuchen. Denn bei Anschaffungskosten in diesen Höhen und einem derart komplexen Bauteil, wie sie die Photovoltaikanlage darstellt, braucht es schon das notwendige Hintergrundwissen, um den Aufbau professionell und fachgerecht durchzuführen.

Diesen notwendigen Background bringen nur die wenigsten Photovoltaikkunden mit. Entsprechend sollten sie auf das Engagement eines Fachbetriebs und nicht auf die Eigenleistung setzen. In diesem Zusammenhang fallen folglich die Montagekosten an.

Diese starten bereits in der Planungsphase des Photovoltaikvorhabens. Schließlich wollen die notwendige Größe und die exakte Montage sowie Leitungsverlegung individuell ermittelt sein. Für diesen Arbeitsschritt können je nach Aufwand zwischen 500 und 1.000 Euro fällig werden.

Schließlich kommt die eigentliche Endmontage hinzu. Sie wird von vielen Fachbetrieben ebenfalls pro Watt Peak Leistung des Solarmoduls errechnet. Auch hier hilft eine Faustformel bei der Kostenberechnung weiter.

Pro Watt Peak sollten zwischen 12 und 18 Cent veranschlagt werden. Allerdings wird diese Summe in der Regel in Kilowatt Peak angegeben, woraus sich ein Montagepreis von 120 bis 180 Euro pro Kilowatt Peak Leistung ergibt.

Im Resultat bedeutet dies für die vierköpfige Familie mit 4.000 Kilowattstunden Jahresstromverbrauch eine Montageinvestition von 480 bis 720 Euro für das Solarmodul zuzüglich 500 bis 1.000 Euro für die Planungsphase. Im Ergebnis kostet die Montage zwischen knapp 1.000 und rund 1.700 Euro.

TIPP Montagekosten zu sparen: Natürlich können Sie die Solarmodule auch in Eigenregie installieren, lediglich der Anschluss ans Stromnetz muss von einem Elektromeister durchgeführt werden. Um Montagekosten zu sparen, ist es empfehlenswert, tatsächlich die PV-Module schon selbst auf dem Dach zu positionieren, die Verkabelung vorzubereiten und den Rest von einem erfahrenen Elektriker erledigen zu lassen.

Photovoltaikanlagen Kosten

Zusammengefasst gestaltet sich die PV-Investition bzw. die Photovoltaikanlagen Preise also wie folgt:

  3.000 kWh/Jahr 4.000 kWh/Jahr 5.000 kWh/Jahr
Solarmodul 4.500 – 6.000 € 6.000 – 8.000 € 7.500 – 10.000 €
Zusatzkomponenten ca. 3.000 € ca. 3.000 € ca. 3.000 €
Planung ca. 500 – 1.000 € ca. 500 – 1.000 € ca. 500 – 1.000 €
Montage 360 – 540 € 480 – 720 € 600 – 900 €
Endsumme 8.360 – 10.540 € 9.480 – 12.720 € 11.600 – 14.900 €

Laufende Kosten einer Photovoltaikanlage sind gering

Ist die Photovoltaikanlage erst einmal errichtet, so ist es Schluss mit den großen Ausgaben. Denn bezüglich der laufenden Kosten kann eine Photovoltaikanlage absolut überzeugen.

Rund zwei Prozent der Anschaffungskosten sollten als jährliche Folgeinvestition ins Auge gefasst werden. Geht man nun von einer qualitativ hochwertigen Photovoltaikanlage mit einem Anschaffungspreis von 15.000 Euro aus, so beziffert sich die jährliche Zusatzinvestition auf 300 Euro. Darin enthalten sind neben den Wartungskosten auch eventuelle Reparaturen sowie eine Mietgebühr für den Stromzähler, welcher den ins öffentliche Stromnetz eingespeisten Strom dokumentiert. Auch eine Versicherung sollte in dieser Summe integriert sein.

PV: Einkaufsgemeinschaften kaufen günstig

15.000 Euro Investitionskosten für eine qualitativ hochwertige Photovoltaikanlage durchschnittlicher Größe ist eine stattliche Summe, die erst einmal aufgebracht werden will. Leider bedeutet dieser Betrag für viele Solarstrominteressenten das Aus ihres Vorhabens. Dabei gibt es Alternativen, die eine gute Option zur Preissenkung darstellen.

An dieser Stelle sei die Einkaufsgemeinschaft genannt. Denn auch bei den Photovoltaikanlagen hat die Menge einen erheblichen Einfluss auf den Preis. Dies bedeutet, dass die Anschaffung der Solarmodule umso günstiger wird, je mehr man davon ordert. Aus diesem Gesichtspunkt macht es Sinn, sich mit mehreren Interessenten zu einer Kaufgemeinschaft zusammen zu schließen. So lassen sich bei den Händlern besonders günstige Preise aushandeln, von denen unterm Strich jeder profitiert.

Auch das Anmieten großer, öffentlicher Dachflächen zur Errichtung einer Photovoltaikanlage hat sich in den letzten Jahren etabliert. Obwohl meist große Konzerne oder finanzstarke Investoren sich in diesem Bereich betätigen, kann auch hier die Einkaufsgemeinschaft die Alternative für Privatpersonen sein. Dabei schließen sich abermals mehrere Personen zusammen, mieten die entsprechende Dachfläche an und erhalten als Gemeinschaft einen besonders günstigen Preis aufgrund des attraktiven Photovoltaikauftrags.