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Photovoltaik (Solarstrom), der Wachstumsmotor der erneuerbaren Energien...

Glas bringt Licht ins Haus Quelle: Petra Bork / pixelio.de

Ein ideales Wohnklima zu jeder Jahreszeit, dieser Traum wird mit Klimaglas Wirklichkeit. Wie oft ärgert man sich im Sommer, dass man die Jalousien herunterlassen muss, weil sonst die Hitze im Inneren der Wohnung unerträglich ist. Im Winter oder in der Übergangszeit würde man sich dagegen freuen, wenn man mit Hilfe der Sonne die Raumtemperatur auf einem angenehmen Level halten könnte, ohne dafür bereits die Heizung in Anspruch zu nehmen.

Klimaglas ist ein spezielles Glas, welches aktiv auf das Klima im Wohnraum Einfluss hat. Es verbindet den Wunsch nach großen Glasflächen und gleichzeitigem Energiesparen mit dem Umweltschutzgedanken.

Die Wirkungsweise des Klimaglases ist keinesfalls eine Erkenntnis der Neuzeit. Schon die Indianer nutzten Felsvorsprünge, um sich die Sonnenenergie beim Klimatisieren ihrer Häuser zu Nutze zu machen. Man spricht dabei von passiver Solarenergienutzung. Der Gedanke wird auf der Suche nach alternativen Möglichkeiten zur Energieversorgung derzeit wieder aufgegriffen. Idealerweise lässt er sich ganz hervorragend mit der offenen und großzügigen Bauweise von heute verbinden.

Offene Räume sind für die Verwendung von Klimaglas unerlässlich. Nach Möglichkeit kommt das Glas an der Südwestseite des jeweiligen Gebäudes zum Einsatz. Dort wird eine große Fläche aus Klimaglas geschaffen. Weitere Ausrichtungen sind direkt nach Süden, nach Westen oder nach Osten beziehungsweise die Kombination von einer dieser beiden Himmelsrichtungen mit Süden.

Die Wirkungsweise von Klimaglas ist einfach, aber verblüffend

  • Im Winter fängt das Klimaglas die kurzwelligen Strahlen der tiefstehenden Sonne auf und wandelt sie in langwellige Wärmestrahlen um. Das Glas verhindert dabei, dass die Wärme wieder entweichen kann. Der Boden, die Wände und die Decken speichern die Wärme. Anschließend wird sie kontinuierlich an den Raum abgegeben.
  • Im Sommer wird der umgekehrte Effekt gewünscht: Die Wärme soll draußen bleiben. Da Klimaglas über einen geringen Gesamtenergiedurchlassgrad verfügt, wird das Aufheizen der Räume verhindert.

Weiterhin kann beim Errichten des Gebäudes die Energiebilanz durch Beschattungssysteme, Balkone oder Dachüberstände positiv beeinflusst werden. Insgesamt ist jedoch festzustellen, dass durch die Verwendung von Klimaglas die Kühl- und Heizkosten enorm reduziert werden. Somit wird gleichfalls die Umwelt geschont.

Klimaglas schafft eine helle natürliche Wohnatmosphäre. Tageslicht ist lebensnotwendig für Menschen, Tiere und Pflanzen. Durch Klimaglas lässt sich das gesunde Tageslicht ohne unangenehme Nebenwirkungen wie Aufheizung der Räume nutzen. Der Vergleich zwischen einem herkömmlichen Wintergarten und einem Wintergarten mit Klimaglas macht es deutlich. Ein Wintergarten mit normaler Verglasung wird im Sommer zum Backofen, im Winter ist er zu kalt, um sich in ihm ohne Heizung längerfristig aufzuhalten. Durch Klimaglas wird ein Wintergarten ganzjährig nutzbar. Weitere Maßnahmen sind nicht erforderlich.

Klimaglas Hersteller

Ebenso wie für den Wintergarten kann man das Klimaglas für den gesamten Wohnbereich einsetzen, wobei Sonderanfertigungen bis zu einer Größe von 18 Quadratmetern sowie spezielle Formen möglich sind. Sie können beispielsweise aus Glas des Unternehmens Saint-Gobain Class hergestellt werden.

Weitere bekannte Hersteller im Bereich Klimaglas sind Interpane und Semcoglas. Beide Unternehmen verschreiben sich seit vielen Jahren der Forschung und Entwicklung im Bereich eines angenehmen Wohnklimas mit Hilfe von speziellen Gläsern. Dementsprechend sind von Semcoglas wie von Interpane weiterhin Wärmeglas und Sonnenschutzglas erhältlich. Ein anderes Produkt aus dem Klimaglas-Segment ist CONSAFIS plus ENERGY N. Es kann unter anderem über den Rosenheimer Flachglashandel erworben werden.

Klimaglas Anschaffungskosten und Unterhaltungskosten Solarglas

Betrachtet man die reinen Anschaffungskosten von Klimaglas, zeigt sich gegenüber herkömmlichem Glas ein höherer Preis von rund 40 bis 50 Euro pro Quadratmeter. Er ist durch die aufwändigere Herstellung bedingt.

Normalerweise wird Wärmeschutz-Isolierglas für Fenster und Türen verwende

  • Die Kosten für dessen Anschaffung liegen bei etwa 140 bis 200 Euro pro Quadratmeter.

  • Klimaglas schlägt auf derselben Fläche mit 180 bis 240 Euro zu Buche

Die angegebenen Preise müssen als Richtwerte verstanden werden. Eine genaue Aussage kann aufgrund der zahlreichen Hersteller und verschiedenen Glasarten nicht verbindlich getroffen werden.

Die Kosten für eine Klimaglasfassade sind von einigen Faktoren abhängig. Das Klimaglas wird mit unterschiedlich hohem Glasanteil angeboten. Der g-Wert – der Wert, der den Gesamtdurchlassgrad angibt – variiert je nach Größe der Fläche. Er hat ebenfalls Einfluss auf den Preis, den die Ausstattung mit Klimaglas nach sich zieht. Unter Umständen lässt sich eine Förderung über die KfW-Bank beantragen.

Aber auch ohne Förderung überwiegt der Vorteil von Klimaglas. Die höheren Anschaffungskosten werden durch die Einsparungen bei den Heizkosten sowie den Verzicht auf Klima- und Lüftungsanlagen schnell wieder ausgeglichen. Wie hoch die Anschaffungskosten genau sind, kann nur durch ein persönliches Angebot in Erfahrung gebracht werden.

Die Unterhaltungskosten bleiben dagegen im überschaubaren Rahmen. Klimaglas lässt sich mit weiteren Funktionen ausrüsten. Dadurch steigt zwar wiederum der Preis, jedoch wird die Anschaffung von weiteren Anlagen und Bauelementen überflüssig. Je nach Bedarf ist eine Erweiterung um Schallschutz, Einbruchsicherung und Selbstreinigung realisierbar. Wurde zudem der Sonnenschutzfaktor entsprechend hoch gewählt, sind ferner keine weiterreichenden Sonnenschutzmaßnahmen erforderli

Klimaglas einbauen, Solarglaseinbau

Klimaglas ist sowohl in Neubauten wie auch in alte Gebäude integrierbar. Selbst im Denkmalschutz spielt es eine Rolle, da es die Optik des Hauses nicht verändert. Bei einem nachträglichen Einbau werden die vorhandenen Fensterkonstruktionen genutzt. Die Fassade bleibt ebenso bei der Nachrüstung mit Klimaglas unberührt.

Die Kombination aus Klimaglas und außenliegender Verschattung ist in der Gegenwart der wirkungsvollste Überhitzungsschutz für Räume. Das belegt eine Studie des Ministeriums für Bauen, Wohnen und Verkehr. Eine andere Studie, welche von einem europäischen Glasverband durchgeführt wurde, beschäftigt sich mit der Reduzierung des klimaschädlichen Gases CO2. Im Fokus derselben standen Gebäude mit Klimaanlagen, die bereits errichtet wurden beziehungsweise in Planung sind. Danach kann bei diesen durch den Einsatz von Klimaglas eine Einsparung von 15,7 Millionen Tonnen CO2 bis zum Jahre 2020 erreicht werden. Damit wird das EU-Ziel für die Reduzierung des schädlichen Klimagases bis 2020 zu 3,8 Prozent miterfüllt.

Aktuell beschäftigen sich bevorzugt Großunternehmen und Wohnungsbaugesellschaften mit Klimaglas. Bei neuen Projekten wie der derzeit in Hamburg entstehenden Hafencity steht die Ausstattung der Gebäude mit Klimaglas im Vordergrund. Hierbei treten führende Glashersteller wie die Interpane Glas Industrie AG mit weltweit agierenden Wirtschaftsunternehmen in Kooperation.

In der Hamburger Hafencity dominieren gewerblich genutzte Gebäude mit Klimaglasfassaden. Eines der bekanntesten ist die Zentrale von Unilever, welches im Stil eines Kreuzfahrtschiffes gehalten ist. Vor ihr steht der Marco-Polo-Tower, welcher 58 exklusive Wohneinheiten bietet. Auch hier wurde Klimaglas verwendet. Beide Gebäude entwarf das Architekturbüro Behnisch Architekten.

Sonnenschutz und Solar

Obgleich diese Begriffe gegensätzlich anmuten, lassen sie sich perfekt miteinander kombinieren. Einerseits möchte man vor der Sonne geschützt sein, andererseits gehört die Solarenergie zu den alternativen Energiequellen, deren Nutzung stark vorangetrieben wird. Warum dementsprechend nicht beides miteinander verbinden, um die Vorteile daraus zu ziehen?

 

Nur Solarenergie nutzen oder gleichzeitig einen Sonnenschutz besitzen?

Aufbau von Sonnenschutzglas

Die Entscheidung lediglich für einen Sonnenschutz oder Sonnenschutz und Nutzung von Solarenergie gemeinsam ist für die zum Einsatz kommenden Materialien wichtig. Geht es lediglich um den Sonnenschutz in einem Gebäude, erreicht man mit Sonnenschutzglas gute Ergebnisse. Das spezielle Glas lässt Tageslicht ungehindert eindringen und wirkt gleichzeitig klimaregulierend. Durch Sonnenschutzglas lässt sich ganzjährig ein angenehmes Raumklima erreichen. Das wirkt sich nicht nur auf das Wohlbefinden von Menschen, Tieren und Pflanzen aus. Weiterhin werden die Energiekosten für das jeweilige Gebäude spürbar gesenkt und Klima- sowie Heizungsanlagen entlastet.

Die Verwendung von Sonnenschutzglas setzt eine bestimmte Architektur voraus. Die offene Bauweise mit Galerien und großen Räumen, die bevorzugt fließend ineinander übergehen sollten, ist ideal für Sonnenschutzglas. Eingesetzt wird es an allen Seiten, wo im Laufe des Tages die Sonne auftrifft. Konkret ist das die Süd-, Ost- und Westseite des Hauses.

Aktuell findet Sonnenschutzglas im Rahmen von Projekten für umweltfreundliche Häuser seinen Einsatz. Außerdem interessieren sich große Unternehmen zunehmend für die deutlich bessere Energiebilanz, die durch Sonnenschutzglas erzielt werden kann.

Die neue Zentrale des Unternehmens Unilever in der Hafencity Hamburg ist ein präsentes Beispiel für Sonnenschutzglas im gewerblichen Bereich. Das Gebäude wurde bereits mit verschiedenen Auszeichnungen für Nachhaltigkeit versehen.

Im privaten Bereich setzt sich Sonnenschutzglas ebenfalls immer mehr durch. Besonders hervorzuheben ist der leichte Austausch. Damit kommt das schützende Glas sowohl für Neubauten wie auch für die Sanierung von Altbauten in Frage. Ein stellvertretendes Beispiel sind Fassaden von Hochhäusern. Bei ihnen ist ein außenliegender Sonnenschutz wegen der höheren Windlast zumeist nicht verwendbar. Das Sonnenschutzglas bietet in dem Falle nicht nur einen Sonnenschutz, sondern außerdem eine Klimaregulierung und eine ausreichende Versorgung der Räume mit Tageslicht. Im Denkmalschutz kann Sonnenschutzglas ferner von Nutzen sein. Aufgrund der Neutralität wird die Optik des denkmalgeschützten Gebäudes nicht verändert. Trotzdem lassen sich die Vorzüge aus dem Glas ziehen.

Sonnenschutzglas Vorteile

Die neue Zentrale des Unternehmens Unilever in Hamburg
  • Sonnenschutzglas reguliert das Raumklima ohne Hilfsmittel – eine Reduzierung der Raumtemperatur um bis zu fünf Grad Celsius kann im Sommer erreicht werden.

  • Im Winter erscheint das Glas nicht kalt und es entsteht keine Zugluft.

  • Sonnenschutzglas ist hochlichtdurchlässig und verdunkelt den Raum kaum.

  • Sonnenschutzglas ist neutral und hat einen hohen optischen Wert.

  • Sonnenschutzglas lässt sich flexibel in die Fassade einpassen – Sonderformen und durchgängige Scheiben in großen Größen sind machbar.

  • Sonnenschutzglas wird mit einer selbstreinigenden Beschichtung angeboten.

  • Mit Sonnenschutzglas kann auf Vorbauten verzichtet werden, die Sicht nach draußen ist somit stets ungestört und frei.

  • Sonnenschutzglas ist farbig, hochreflektierend und mit geringer Reflexion im Angebot.

Die Wirksamkeit des Sonnenschutzglases besteht immer. Der Nutzer kann dieselbe nicht beeinflussen. Daher ist eine unkorrekte Handhabung vollkommen ausgeschlossen. Die Leistungsfähigkeit ist frei wählbar. Im Wohnungsbau wird auf leichten Sonnenschutz gesetzt, im Gewerbebau dagegen soll dieser hocheffizient sein. Sonnenschutzglas erfüllt in der Hinsicht alle Anforderungen. In Kombination mit anderen Bauteilen oder Beschichtungen dient das Glas nicht nur als Sonnenschutz. Ferner sind Schallschutz, Schutz vor Wärme, eine erhöhte Sicherheit, hochwertiges Design und die Vermeidung von Reinigungsarbeiten durch Selbstreinigungsmechanismus möglich.

Preise Sonnenschutzglas

Vergleicht man die Anschaffungs- und Unterhaltungskosten von herkömmlichem Glas mit Sonnenschutz wie Markisen oder Vorbauten, schneidet das Sonnenschutzglas wesentlich günstiger ab. Bei vielen Varianten kommt man um bauliche Veränderungen nicht herum. Das Sonnenschutzglas kann dagegen einfach ausgetauscht werden. Bereits bestehende Fensterkonstruktionen sind auch für Sonnenschutzglas geeignet. An der Fassade sind außerdem keine Eingriffe notwendig.

Im privaten Bereich liegt der Schwerpunkt auf Sonnenschutzglas mit einer Lichttransmission von rund 60 Prozent. Hinzu kommt ein g-Wert in Höhe von 28 Prozent. Der g-Wert gibt an, wie hoch der Anteil der Wärmeenergie ist, der durch das Glas in den Raum gelangt. Je geringer der Wert ist, umso höher ist der Sonnenschutz. Bei der Lichttransmission ist es genau umgekehrt. Er gibt Auskunft darüber, wie viel sichtbares Licht das Glas in den Raum hineinlässt. Ein hoher Wert steht für viel Licht im Raum.

Hersteller Sonnenschutzglas

  • SAINT-GOBAIN GLASS Deutschland,

  • Interpane Glas Industrie AG,

  • ISOLAR® und

  • UNIGLAS GmbH & Co. KG.

Bei der Ausstattung mit Sonnenschutzglas fallen Kosten zwischen 180 und 240 Euro pro Quadratmeter an. Dieser Werte sind nur Richtwerte. Sie beziehen sich auf Fabrikate der SAINT-GOBAIN GLASS Deutschland. Abweichungen aufgrund von Sonderanfertigungen oder einem anderen Hersteller müssen eingeplant werden.

Sonnenschutz und Solar in Kombination

Geschickt angebracht funktionieren Solarmodule auch als Sonnenschutz Quelle: Wilhelmine Wulff / pixelio.de

Möchte man Solartechnik und Sonnenschutz gemeinsam anwenden, stehen mehrere Kombinationsvarianten zur Auswahl. Im Vorfeld sind einige Überlegungen anzustrengen. Ein Sonnenschutz ist in der Regel an den Seiten gewünscht, wo die Sonneneinstrahlung im Laufe des Tages am intensivsten ist. Es ist vor allen Dingen die Südseite eines Gebäudes, aber auch die Ost- und Westseite. Diese Seiten werden bei der Installation von Solarmodulen gleichfalls bevorzugt. Darum können Solarmodule auch als Sonnenschutz dienen.

Ein Solarmodul als Sonnenschutzelement sollte eine geringe Lichtdurchlässigkeit aufweisen. Die Werte liegen hier zwischen 15 und 50 Prozent. Man wählt daher ein Modul, welches im unteren Lichtdurchlässigkeitsbereich angesiedelt ist.

Bereits mit wenigen leistungsfähigen Modulen lässt sich eine beachtliche Unterstützung der Stromversorgung erreichen. Werden etwa 18 Quadratmeter der Fläche am Haus – Dach oder Fassade sind für die Installation von Solarkollektoren nutzbar – mit entsprechenden Modulen ausgestattet, kann ein Vier-Personen-Haushalt seinen hälftigen jährlichen Strombedarf damit decken. Eine Leistung jedes Moduls von 2,52 kWp ist dafür ausreichend.

Die Module werden für den Sonnenschutz ähnlich wie eine Markise angebracht. Zu beachten ist dabei, dass die Sonneneinstrahlung auf die Kollektoren bei verdecktem Einbau nicht behindert wird. Die Effizienz der Anlage wird sonst beeinträchtigt. Balkonbrüstungen auf der Südseite des Hauses sind ferner für Solarmodule günstig. Auch hier erreicht man einen Sonnenschutz unter gleichzeitiger Nutzung von umweltfreundlicher Solartechnik. Komplettlösungen für Sonnenschutz und Solar sind unter anderem vom Unternehmen Schüco Solar aus Bielefeld erhältlich.