Zum Inhalt springen
Photovoltaik (Solarstrom), der Wachstumsmotor der erneuerbaren Energien...

Die Photovoltaik, also die Stromerzeugung aus der Sonneneinstrahlung, ist in Deutschland zu einer der wichtigsten erneuerbaren Energiequellen geworden. Aufgrund der von der Bundesregierung beschlossenen Energiewende wird sie auch sehr stark und von unterschiedlichen Seiten her gefördert.

Allerdings streiten sich die Experten darüber, wie hoch eine Förderung ausfallen sollte und welche Ausbauziele tatsächlich sinnvoll sind. Für die wirtschaftlich lohnenswerte Nutzung müssten die Stromnetze deutlich ausgebaut werden, damit die zahllosen dezentralen Einspeisepunkte genutzt werden können.

Aus diesem Grund kann es insbesondere bei der Photovoltaik-Förderung sehr schnell zu Veränderungen kommen. Deshalb können hier auch nur die grundlegenden Fördermöglichkeiten beschrieben werden, die ab dem Jahr 2013 gültig sind. Dazu zählen:

  1. Photovoltaik-Förderung durch die KfW

  2. Photovoltaik-Förderung mit günstigen Krediten

  3. Photovoltaik-Förderung über das Erneuerbare-Energien-Gesetz

Photovoltaik-Förderung durch die KfW

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ist auch bei der Photovoltaik-Förderung ganz vorne mit dabei. Schon seit Jahren werden zinsgünstige Darlehen für die Errichtung einer solchen Anlage gefördert. Die Förderungen können im Rahmen des Programms „Erneuerbare Energien – Standard“ unter den Programm-Nummern 270 und 274 beantragt werden.

Was und wie wird gefördert?

Von der KfW gibt es mit Stand Januar 2013 folgende grundlegende Möglichkeiten zur Förderung:

  • Effektiver Jahreszins: knapp ein Prozent

  • Kreditlaufzeit: fünf bis zehn Jahre, in Ausnahmefällen auch länger

  • Tilgungsfreie Anlaufjahre: ein bis drei Jahre, je nach Kreditlaufzeit

  • Zinsfestschreibung: für die ersten zehn Jahre

Bei der Frage danach, was gefördert wird, sind die Angebote der KfW äußerst interessant. Hier gilt, dass folgende Investitionen förderfähig sind:

  1. Komplettpreis der Anlage

  2. Kosten für Aufbau der Anlage

  3. Kosten für Erweiterung der Anlage

  4. Kosten für eine Dachsanierung, sofern diese für die Errichtung der PV-Anlage zwingend erforderlich ist

Generell sind die Anträge bei der KfW vor der Investition zu stellen, rückwirkende Darlehensgewährungen sind hingegen nicht möglich.

Photovoltaik-Förderung mit günstigen Krediten

Ebenfalls gibt es zinsgünstige Kredite von zahlreichen Banken und sogar von den Energieversorgern. Sie können niedrigere Zinsen als bei herkömmlichen Darlehen bieten, weil die PV-Anlage kontinuierliche Einnahmen durch die Stromeinspeisung bzw. Einsparungen durch den Eigenverbrauch mit sich bringt.

Dadurch ist die Sicherheit für die Rückzahlung gewährter Darlehen deutlich erhöht. Dennoch können auch hier zusätzliche Sicherheiten verlangt werden, das hängt stets von der persönlichen finanziellen Situation ab.

Wer bietet günstige Kredite an?

Diese zinsgünstigen Kredite, die nicht von staatlicher Seite erfolgen, werden häufig von

  • Sparkassen,

  • Direktbanken und

  • Energieversorgern

angeboten.

Sonderfall: Elektrizitätswerke Schönau (EWS)

Ebenfalls gibt es in diesem Zusammenhang einen Sonderfall zu nennen, die EWS. Das Unternehmen ging einst aus der Bewegung gegen die Atomkraft hervor und steht selbst heute noch zu seinen damaligen Zielen. Deshalb werden Kunden der EWS, die eine Photovoltaikanlage betreiben, auch zusätzlich gefördert. Sie erhalten folgende Förderungen:

  • Fünf Jahre lang 6,0 Cent / kWh Strom

  • Fünf Jahre lang 4,0 Cent / kWh Strom

Dabei hängt die Höhe der geförderten Leistung interessanterweise davon ab, wie viele Neukunden für EWS gewonnen werden.

Photovoltaik-Förderung über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

Die bekannteste Förderung einer Photovoltaikanlage ist wohl die über das EEG. Hier wird festgelegt, dass

  • PV-Anlagen-Betreiber den erzeugten Strom ins öffentliche Netz einspeisen sollen und

  • Stromnetzbetreiber dafür eine festgelegte Vergütung zahlen.

Diese Bestimmungen sorgen jedoch für Unmut in der Bevölkerung, da die Förderung über die EEG-Umlage finanziert wird, die auf den Strompreis für jeden einzelnen Stromkunden, ob PV-Anlagen-Betreiber oder nicht, aufgeschlagen wird.

Deshalb sind die Förderungen in den vergangenen Monaten immer wieder stark gekürzt worden. Aktuell sieht man eine Kürzung von einem Cent monatlich vor. In Ausnahmesituationen kann diese Kürzung verstärkt werden, wie es in den Monaten

  • November 2012,

  • Dezember 2012 und

  • Januar 2013

der Fall war.

Aktuelle Förderkonditionen nach EEG

Aktuell gelten folgende Förderungen durch das EEG für eine im Januar 2013 in Betrieb genommene Anlage:

  • 17,02 Cent / kWh eingespeistem Strom über 20 Jahre

  • Absenkung bei Anlagen mit mehr als 10 kWp Leistung stufenweise auf bis zu 11,78 Cent / kWh eingespeistem Strom über 20 Jahre

Die aktuellen Zahlen werden regelmäßig von der Bundesnetzagentur bekannt gegeben. Sie werden neu errechnet, wenn der Zubau der Anlagen aus den Vormonaten offiziell bekannt wurde.

Mit einer PV-Anlage wird man zum selbständigen Gewerbetreibenden

Da durch die Einspeisevergütung laut EEG zusätzliches Einkommen erzielt wird, das nicht den Einkünften aus nichtselbstständiger Tätigkeit zugeordnet werden kann, werden Photovoltaikanlagen-Betreiber automatisch zu Gewerbetreibenden. Das hat aber auch Vorteile:

  • Wartungskosten der PV-Anlage können als Betriebsausgaben steuerlich abgesetzt werden

  • Anlageninvestition kann über 20 Jahre hinweg abgeschrieben werden, was zu Steuererleichterungen führt

Wer will, kann sich die beim Kauf gezahlte Umsatzsteuer zurück holen, muss dafür aber auch auf die Einspeisevergütung Umsatzsteuern zahlen. Hier sollte jedoch der Steuerberater zu Rate gezogen werden, damit er die individuelle Situation beurteilen und einen entsprechenden Rat erteilen kann.

Beispiel: PV-Anlage mit 5 kWp Leistung

Um das Ganze an einem Beispiel zu verdeutlichen, hier noch eine Rechnung dazu:

PV-Anlage mit 5 kWp Leistung wird installiert.

Kosten der Anlage: 13.000,00 € inkl. USt
Darlehen der KfW zum eff. Jahreszins von 1 % 5.000,00 €
Darlehen einer Bank zum eff. Jahreszins von 2,9 % 5.000,00 €
Laufzeit beider Darlehen jeweils 5 Jahre
Tilgungsfreie Anlaufzeit nein
Eigenkapital 3.000,00 €
PV-Förderung nach EEG 17,02 Cent / kWh
Eingespeiste Leistung / Jahr 5.000 kWh
Kunde bei der EWS ja
Förderung der EWS von max. 2.000 kWh / Jahr

Die monatliche Belastung ergibt sich dabei wie folgt:

KfW-Darlehen 85,46 €
Bankdarlehen 89,54 €
Monatliche Belastung gesamt 175,00 €

Im Jahr ergibt sich dabei folgende Belastung:

175,00 € * 12 Monate = 2.100,00 €

Die Einnahmen errechnen sich wie folgt:

5.000 kWh * 17,02 Cent / kWh = 851,00 €
2.000 kWh * 6,0 Cent / kWh = 120,00 €
Gesamteinnahmen / Jahr = 971,00 €

Daraus wiederum lassen sich die Gesamtkosten für das erste Jahr wie folgt berechnen:

2.100,00 € Gesamtkosten – 971,00 € Gesamteinnahmen = 1.129,00 € Gesamtkosten im ersten Jahr

Wer sich nun für die Umsatzsteuerpflicht entscheidet, kann sich die gezahlte Umsatzsteuer vom Fiskus im ersten Jahr zurückholen. Diese liegt bei:

13.000,00 € / 1,19 = 10.924,37 € = Nettopreis

13.000,00 € - 10.924,37 € = 2.075,63 € = Umsatzsteuer, die zurückgezahlt wird

Daraus ergibt sich im ersten Jahr eine Kostenaufstellung in Höhe von:

Gesamtkosten – Gesamteinnahmen – Umsatzsteuererstattung

2.100,00 € - 971,00 € - 2.075,63 € = -946,63 €

Somit erhalten die Anlagenbetreiber im ersten Jahr, ohne Berücksichtigung der Abschreibung, einen Überschuss von 946,63 €. Zu berücksichtigen ist hier allerdings auch noch die Umsatzsteuer auf die Einspeisevergütung, da diese aber auf die genannten Werte aufgeschlagen und wieder ans Finanzamt abgeführt werden muss, macht sich dadurch im Ertrag kein Unterschied bemerkbar.