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Der Grundofen: Die Urform eines Kachelofens

Brunner Grundofenfeuerräume

Oftmals wird der Begriff Grundofen als Synonym zum Kachelofen verwendet. Fakt ist aber, dass der Grundofen nur eine Variante des Kachelofens ist. Denn dieser steht als Oberbegriff für verschiedene Ofenformen, darunter etwa den

  • Grundofen,

  • Warmluftkachelofen und den

  • Kombikachelofen.

Grundöfen werden immer am Ort ihrer Verwendung aufgestellt. Sie benötigen jedoch eine recht große Aufstellfläche und lassen sich nicht schnell beheizen. Meist wird ein bis zwei Stunden mit offener Lüftung befeuert, die entstehende Energie verbleibt im Brennraum und wird über zwölf bis 24 Stunden an den Raum abgegeben.

Die Funktionsweise des Grundofens

Der Grundofen basiert auf einem Prinzip, das schon den alten Römern bekannt war. Mit Beginn des Mittelalters setzte er sich in ganz Europa durch. Er zeichnet sich dadurch aus, dass das Feuerholz auf den Grund des Ofens geschichtet und dort abgebrannt wird. Dabei befindet sich die brennende Glut im Aschehaufen, weil es ja weder einen Rost, noch einen Aschekasten gibt.

Dieser Aschehaufen hält die Glut gleichmäßig warm, wodurch wiederum das gesamte Holz nahezu rückstandsfrei verbrannt werden kann. Verbrennungstemperaturen bis zu 1.100 Grad Celsius sind dabei keine Seltenheit.

Das Gewicht des Grundofens ist dabei für die spätere Effektivität entscheidend. Man unterschiedet dabei zwischen

  • leichten,

  • mittelschweren und

  • schweren

Grundöfen. Es ist hierbei jedoch weniger das Gewicht, sondern vielmehr die Stärke der Wände des Ofens gemeint. Je stärker diese sind, desto länger kann der Grundofen die einmal innerhalb kurzer Zeit erzeugte Wärme speichern.

Die Wärmeerzeugung unterscheidet sich beim Grundofen deutlich von anderen Ofenarten mit Aschekasten und / oder Rost. Diese bieten einen großen Anteil an Konvektionswärme. Beim Grundofen sieht das anders aus. Die Wärme teilt sich wie folgt auf:

  • 15 % Konvektionswärme

  • 85 % Strahlungswärme

Diese Strahlungswärme sorgt für besonders angenehme Wärme, da die Raumluft nicht von Staub oder Aschepartikeln belagert wird. Damit fühlt sich die Wärme des Grundofens wesentlich angenehmer an, als beispielsweise die Wärme einer Zentralheizung.

Der Grundofen besteht aus einem Brennraum, einem Zugsystem und einem Ofenmantel. Die Teile des Ofens, die von Feuer und Rauchgas berührt werden, sind in der Regel aus Schamottsteinen gefertigt. Als Speichermaterial kommen

  • Speckstein,

  • Betonstein,

  • Ziegelstein oder

  • Backstein

in Frage. Die Verkleidung des Grundofens kann dabei mit Kacheln, wie beim Kachelofen, erfolgen, aber auch verputzt werden. Letztere Variante ist preisgünstiger. Zudem kann der Grundofen als Bestandteil einer Wohnlandschaft integriert werden, so dass er sich ganz in den eigenen Wohnstil einpasst.

Brunner Grundofen

Anschaffungs- und Verbrauchskosten des Grundofens

Jeder Grundofen ist ein Unikat und wird individuell geplant und aufgebaut. Deshalb sind konkrete Preise kaum zu beziffern. Es gibt jedoch einige Selbstbausätze für den Grundofen, mit denen man diesen auch selbst aufbauen kann. Für ein optimales optisches Ergebnis empfiehlt sich jedoch die individuelle Planung in Zusammenarbeit mit dem Kachelofen- und Luftheizungsbauer.

Beispielrechnung für die Anschaffungskosten des individuell geplanten Grundofens:

Arbeitsstunden des Ofenbauers: 200 Stunden á 30 € 6.000,00 €
Planung des Grundofens: 100 Stunden á 30 € 3.000,00 €
Werbungskosten 1.500,00 €
Materialkosten 5.000,00 €
Installation an Zentralheizung 2.000,00 €
Gewinn des Ofenbauers 3.000,00 €
Gesamtkosten: 20.500,00 €

Würde ein Grundofen als Selbstbausatz verwendet, so kommen die Materialkosten und die eigene Arbeitsleistung, sowie Anschlüsse an die vorhandene Zentralheizung als Kostenfaktoren auf den Verbraucher zu. Im Beispiel hieße das:

Materialkosten 6.000,00 €
Installation an Zentralheizung 2.500,00 €
Eigene Arbeitsleistung 0,00 €
Gesamtkosten: 8.500,00 €

Grundsteinofen Wölfel

Die Einsparungen sind enorm, dafür muss sehr viel Eigenleistung in den Grundofen gesteckt werden und die Abnahme durch den Schornsteinfeger ist ebenso wenig außer Acht zu lassen. Dafür punktet der Grundofen aber im Verbrauch.

Da das Holz nur ein bis zwei Mal pro Tag nachgelegt werden muss, kommt man mit etwa drei bis vier Raummetern Holz über eine gesamte Heizperiode. Geht man von einem Preis von 50 Euro pro Raummeter aus, so sind 150 bis 200 Euro reine Verbrauchskosten realistisch. Daraus ergibt sich folgende Berechnung:

Verbrauchsmaterial 150 – 200 €
Schornsteinfeger 120 – 150 €
Wartung 100 – 150 €
Gesamtkosten 370 – 500 €

Zudem muss der Grundofen aufgrund der nahezu restlosen Verbrennung nur ein bis zwei Mal pro Jahr gereinigt werden.

Installation des Grundofens

Auch beim Grundofen gilt, dass zunächst der Schornsteinfeger sein OK geben muss. Andernfalls drohen massive Probleme nach dem Aufstellen des Grundofens.

Die Planung sollte mit einem Ofenbauer erfolgen, so dass der Grundofen tatsächlich den individuellen Bedürfnissen entspricht. Darüber hinaus ist sicherzustellen, dass ausreichend Platz für die Aufstellung des Grundofens vorhanden ist. Die Strahlungswärme darf nicht behindert werden, so dass keine Möbelstücke und Co. vor dem Grundofen aufgestellt werden dürfen.

Nach dem Aufbau durch den Ofenbauer oder durch den Verbraucher bei Verwendung eines Bausatzes muss der Grundofen vom Schornsteinfeger abgenommen werden. Er muss zudem mindestens vier Wochen lang mit offener Tür gut durchlüftet werden, damit er vollständig trocken ist. Erst dann kann der Grundofen erstmals befeuert werden. Das Feuerholz sollte dabei eine maximale Restfeuchtigkeit von 20 Prozent aufweisen.

Leistungsklassen des Grundofens

Auch den Grundofen gibt es natürlich in verschiedenen Leistungsklassen. Durchgesetzt haben sich die Leistungsklassen:

  • 3 kW
  • 4,5 kW
  • 5 kW

Dabei gilt als Faustformel: Pro Quadratmeter zu beheizender Fläche wird ein kW Leistung benötigt. Eine Überdimensionierung sollte gerade beim Grundofen nicht erfolgen, da dieser sonst zu stark gedrosselt werden müsste.

Hersteller von Grundöfen

Auch bei der Wahl des geeigneten Herstellers ist die Auswahl enorm. So bieten folgende beispielhaft genannte Hersteller Grundofensysteme an:

  • Feuer und Design

  • Brunner

  • Wölfel

  • Max Blank

  • KSW Kachelofen GmbH

  • Feuer und Flamme Driessen

  • Mera-Haustechnik GmbH

  • AFC-Holcroft

  • Edwin Gombel Ofenkacheln und Grundöfen

Im Zweifel lässt man sich am besten vom Ofenbauer vor Ort individuell beraten.