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Kleinkläranlagen - Arten, Typen und Variationen

Aquato Kleinkläranlage

Ein jeder, der Eigentümer eines Grundstücks ist, welches nicht an die öffentliche Kanalisation angeschlossen ist – aus welchen Gründen auch immer – ist in der Pflicht, eine Kleinkläranlage zu errichten. Dies ist jedoch nur dann der Fall, sofern die Grundstücksbesitzer auch der Abwasserbeseitigungspflicht unterliegen. Generell werden zwei Hauptarten unterschieden: die Anlagen, welche mit einer Abwasserbelüftung ausgestattet sind und Anlagen, die nicht über eine solche Vorrichtung verfügen. Hierbei handelt es sich um einfache Modelle, welche in der Anschaffung meist weitaus günstiger sind.

Folgende Kleinkläranlagen sind erhältlich:

  • Die Tropfkörperanlage
  • Die Fest-, Wirbel- und Schwebebettanlage
  • Die Membranbelebungsanlage
  • Die Pflanzenkläranlage
  • SBR-Kläranlage
  • Kleinkläranlagen mit Durchflussverfahren

Prinzipiell dienen Kläranlagen – gleich, welcher Art – der Behandlung des häuslichen Abwassers. Dabei kann dieses entweder aus einem oder aus mehreren Gebäuden, die sich jeweils innerhalb des zu entwässernden Grundstücks befinden, abfließen. Nach der Behandlung bzw. Aufbereitung kann das Schmutzwasser – je nach Anlagenart – entweder in das nächste offene Gewässer abgeleitet werden, oder es versickert im Untergrund. Hier gilt es im Vorfeld die Gegebenheiten fachmännisch prüfen zu lassen!

Fakt ist, dass es den jeweiligen Landesbehörden unterliegt, welche Kleinkläranlage zum Einsatz kommt und welche nicht. Je nach Bundesland erfolgt die Auswahl nach unterschiedlichen Kriterien. Insgesamt gelten Kleinkläranlagen allerdings eher als eine Art „Notlösung“, welche nur „ausnahmsweise“, zum Beispiel aus wirtschaftlichen, technischen oder auch aus satzungsrechtlichen Gründen, als Ersatz für die Schmutzwasserentsorgung vor Ort verwendet werden kann.

Funktion der Kläranlage

Jünger Aquachamp Kleinkläranlage

Im so genannten Absatzbecken werden die im Schmutzwasser enthaltenen Feststoffe sowie gleichwohl die darin schwimmenden Fette herausgelöst. Im zweiten Schritt, also in der biologischen Stufe, wird das Wasser dann gereinigt. Unterschiedliche Klärverfahren können im Zuge dessen angewendet werden:

Bei modernen Kleinkläranlagen (SBR-Anlagen) spielt das Belebtschlammverfahren eine entscheidende Rolle. Im Rahmen dieser sequentiellen biologischen Reinigung kommt eine getrennte Vorreinigung zum Tragen, bei welcher die groben Schmutzpartikel ausgesondert werden. Danach wird das Wasser in ein Belebungs- bzw. Nachklärbecken geleitet. Im Anschluss an diesen Schritt erfolgt die Belüftungs- und Durchmischungsphase, wobei sich der Schlamm vom Wasser abspaltet und zu Boden sinkt. Das so gereinigte Wasser wird direkt danach abgepumpt.

Eine weitere beliebte Methode ist der Einsatz von Membranbelebungsreaktoren (MBR). Hierbei werden gelöste Schmutzwasserinhaltsstoffe durch Bakterien mithilfe von Sauerstoff abgebaut. Darüber hinaus nutzt man, zum Beispiel bei Sandfilterkläranlagen, Tropfkörper- und Pflanzenkläranlagen die Festbett-Methode. Beim Abwasserteich, beim Pflanzenbeet sowie auch bei Bodenkörperfilteranlagen handelt es sich im Gegensatz dazu um nichttechnische Anlagen, die wiederum durch das Sickerverfahren Abwasser von Schmutz befreien.

Für welche Variante man sich dabei jeweils entscheidet, ist unter anderem abhängig vom individuell gewünschten Reinigungsgrad, von der zu erwartenden Zuverlässigkeit der Anlage, vom Wartungsaufwand, vom Platzbedarf sowie auch von der Bedienbarkeit bei der Installation. Nicht zuletzt sind in diesem Zusammenhang auch die Grundwasserstabilität sowie die Haltbarkeit der Anlagenbehälter von Belang. Obendrein sollten vor der Anschaffung einer Kleinkläranlage freilich auch die damit verbundenen Anschaffungs- und Betriebskosten berücksichtigt werden.

Vorteile und Nachteile der kleinen Klärwerke

Generell erfolgen in einer (Klein-)Kläranlage durch ein- oder mehrstufige Verfahren die Entkeimung bzw. die Hygienisierung sowie der Abbau von Nitraten, Phosphatfällungen, gelösten Speiseresten, Kohlenhydraten und Kohlenstoffverbindungen. Dabei liegen die Vor- und Nachteile der Anlagen jeweils klar auf der Hand.

Die SBR Kläranlagen

Vorteile Nachteile    
Vergleichsweise günstig in der Anschaffung Problemanfällig    
Hervorragende Reinigungsleistung Nachrüsten ist mitunter erforderlich    
Unterschiedliche Reinigungsklassen individuell regelbar zwei Mal jährlich Wartung erforderlich    
Geringes Behältervolumen      

Die Fest-Wirbel-Kläranlage und die Schwebebettanlage

Vorteile Nachteile    
Lange Lebensdauer vergleichsweise teure Anschaffung    
Ungemein robust empfindlich, störanfällig    
Inbetriebnahme ist auch bei Unterlast möglich halbjährliche Wartung erforderlich    
Sehr gute Reinigungsleistung      

Die Membranbelebungsanlage

Vorteile Nachteile    
Hervorragende Reinigungsleistung sehr empfindliche Technologie    
Ideal für Trinkwasser hohe Anschaffungskosten    
  Wartungsintensiv    

Die Rotationskörperanlagen

Vorteile Nachteile    
Überaus robust gerade im Überlastbereich sehr empfindlich    
Inbetriebnahme auch bei Unterlast möglich geringe Betriebskosten    
Hohe Lebensdauer hoher Wartungs- und Reparaturaufwand    
Verhältnismäßig gutes Reinigungsergebnis      

Die Tropfkörperanlage

Vorteile Nachteile    
Sehr niedrige Betriebskosten keine Nachrüstung möglich    
  Mitunter Probleme bei der Zulassung durch die Hersteller    
  Sehr wartungsintensiv    
  Regelmäßige Überprüfung notwendig    

Die Pflanzenkläranlagen

Vorteile Nachteile    
Geringe Betriebskosten hohe Anschaffungskosten    
Gutes Reinigungsergebnis hoher Platzbedarf    
Robust unterschiedliche Ablaufwerte    
  Bei Austrocknung ist mit Funktionseinbußen zu rechnen    

Umstieg auf biologische Kleinkläranlage

Um einen Umstieg auf eine Kleinkläranlage zu ermöglichen, müssen erst einmal bestimmte rechtliche Voraussetzungen erfüllt sein. So gilt es zum Beispiel, eine so genannte Freistellung vom Anschluss- und Benutzungszwang von der jeweils zuständigen Gemeinde einzuholen. Darüber hinaus ist eine Einleitungsmöglichkeit für das aufbereitete Schmutzwasser vonnöten.

In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage nach der am besten geeigneten Methode: die Versickerung des Abwassers im Boden oder dessen Ableitung in örtliche Gewässer.

So gilt es in jedem Fall auch einen gewissen Abstand zum Grundwasser einzuhalten. Übrigens muss nicht nur die Zulässigkeit des Einbaus von Kleinkläranlagen baubehördlich genehmigt werden, sondern auch die Inbetriebnahme selbst. Zudem legt die Baubehörde fest, an welcher Stelle die Installation der Anlage erfolgen darf. Der Focus liegt da in erster Linie auf der Vermeidung der Verschmutzung des Grundwassers sowie auf der Vermeidung einer möglichen Verunreinigung oberirdisch verlaufender Gewässer.

Üblicherweise wird auch die Ablaufklasse von der jeweils zuständigen Wasserbehörde festgesetzt. In den meisten Fällen reicht die Ablaufklasse C aus. Hierbei steht vor allem der Abbau von Kohlenstoff im Vordergrund. Anders beispielsweise in gekennzeichneten Wasserschutzgebieten: hier sind zumeist höhere Ablaufklassen erforderlich; zum Beispiel Klasse D (Denitrifikation) oder Klasse N (Nitrifikation).

Prinzipiell sollte bei der Anschaffung einer Kleinkläranlage Wert auf eine möglichst stabile und langlebige Bauform gelegt werden. Zwar zeichnen sich technische Anlagen in der Regel durch höhere Reinigungsleistungen aus. Jedoch spricht bei mechanischen Anlagen im Allgemeinen der geringere Überwachungsaufwand für sich.

Kauf und Planung der richtigen Klärtechnik

Wenn die rechtlichen, technischen und finanziellen Voraussetzungen für die Anschaffung einer Kleinkläranlage gegeben sind, stellt sich oft gleich die Frage, ob die Einrichtung einer Sammelgrube oder doch vielmehr der Einbau einer Kleinkläranlage Sinn macht. Wie verhält es sich hierbei aber mit den jeweiligen Anschaffungs- und Betriebskosten?

Nicht immer erweisen sich günstige Anlagen auch langfristig als finanziell empfehlenswert. Somit bietet es sich Fachleuten zufolge stets an, einen Vorabkostenvergleich von Anlage und Sammelgrube durchzuführen; und zwar im Hinblick auf einen Zeitrahmen von mindestens zehn bis 15 Jahren. Ersteres ist zugleich auch die Gültigkeitsdauer für eine wasserrechtliche Genehmigung.

Außerdem ist die Schmutzwasserentsorgung, sofern sie über einen Zeitraum von weniger als zehn Jahren geplant wird, vergleichsweise unrentabel. Gesetzt den Fall, dass auch die Gesamttrinkwassermenge nurmehr gering ist, wäre die Anschaffung einer Sammelgrube – zumindest vor dem finanziellen Hintergrund – in Erwägung zu ziehen. Neben den individuellen Standortbedingungen (Wasserschutzzone, Abwassereinleitung, Untergrundverhältnisse, Abstand zum Grundwasser) ist für die Planung im Hinblick auf Ausrichtung, Lage und Größe der Kleinkläranlage vor allem die Größe der jeweils zur Verfügung stehenden Fläche von Belang.

Auch die notwendige Befahrbarkeit des Areals mit den erforderlichen Baufahrzeugen darf hier nicht außer Acht gelassen werden. Gleichwohl spielen die Zahl der auf dem Grundstück lebenden Personen sowie die Nutzungsart des betreffenden Gebäudes eine Rolle. In Anlehnung daran, ob dies als Wohnhaus, als Nebengebäude, als Feriendomizil oder ähnliches genutzt wird, sollte die passende Anlagenart ausgewählt werden.

Kleinkläranlage Kosten in der Anschaffung

Den pauschalen Kostenaufwand für die Anschaffung einer Kleinkläranlage zu nennen, gestaltet sich in der Regel schwierig. Denn die preislichen Gegebenheiten variieren zum Beispiel im Hinblick auf das jeweilige Bauvorhaben, auf die Schmutzwasser-Situation vor Ort sowie in Bezug auf die Größe und den Umfang, welcher beim Aushub des Bodens in Kauf zu nehmen ist. Interessant sind aber in jedem Fall die staatlichen Förderungen, mit denen der Bauherr zumeist rechnen kann. So kann eine Kleinkläranlage für ein Wohngebäude mit vier Einwohnern mit rund 5.000 Euro zu Buche schlagen.

Tipp: Anlagen, die für sechs oder mehr Einwohner konzipiert sind, sind da häufig vier- bis fünfhundert Euro günstiger.

Die aktuelle durchschnittliche Grundbauförderung beträgt circa 1.500 Euro, wobei mitunter sogar mit weiteren Förderungen zu rechnen ist. Derartige Zusatzförderungen beziehen sich allerdings (je nach Bundesland) auf die Zahl der im Wohnhaus lebenden Personen.

Ab sechs Einwohnern fällt eine Zusatzförderung in Höhe von 300 Euro an, bei Kleinkläranlagen ab acht Einwohnern werden rund 600 Euro staatliche Förderungen gewährt. So betragen die Anschaffungskosten in etwa zwischen 2.600 und 2.800 Euro. Diese können – je nach Anbieter – aber sehr wohl variieren, sodass sich die Kostenschraube gar auf 10.000 Euro „dreht“.

Laufende Kosten Kläranlage

Die Anschaffungskosten sowie die laufenden Betriebskosten für eine Kleinkläranlage sind wahrlich nicht unerheblich. Je nach Beschaffenheit und in Anlehnung an das erzielte Reinigungsergebnis kann sich eine solche Investition auf lange Sicht allerdings durchaus rechnen.

Zum Beispiel dann, wenn zugleich die Fördermöglichkeiten berücksichtigt werden. Fakt aber ist, dass sich die Anschaffungskosten oft schon nach etwa acht bis zehn Jahren rentieren können, weil man während dieses Zeitraumes die oftmals erheblichen Abfuhrkosten, die ja seitens der Städte und Gemeinden in Rechnung gestellt werden, einspart. Gemäß Expertenmeinungen amortisieren sich Kleinkläranlagen bei Anschlusszeiträumen von mehr als zehn Jahren an das zentrale Schmutzwassernetz überdies relativ rasch.

Insgesamt kann so durchaus ein Potenzial von etwa dreißig bis vierzig Prozent eingespart werden. Generell werden aber Kleinkläranlagen empfohlen, die wartungsarm sind und die noch dazu einen geringen Betriebsaufwand erfordern. Des Weiteren sollte beim Kauf darauf geachtet werden, dass auch die Zahl der eingebauten Verschleißteile möglichst gering ist.

Insgesamt sind bei einer Investition in eine Kleinkläranlage vor allem die Herstellungskosten zu berücksichtigen. Diese setzen sich aus den folgenden Aspekten zusammen: der Kaufpreis an sich, die finanziellen Aufwendungen für die Planung, die Aushubarbeiten, Transport-, Montage- und Anschlusskosten sowie nicht zuletzt auch die nicht unerheblichen Verwaltungsgebühren.

Müssen – je nach baulichen Gegebenheiten – gar Zufahrtswege gebaut werden, so steigen die Kosten noch weiter in die Höhe. Auch die Betriebskosten fallen dabei ins Gewicht. Diese beinhalten die Aufwendungen für den Energieverbrauch, die Schlammabfuhr, aber auch die Kosten für Wartung, Instandhaltung und -setzung. Das bedeutet, dass für ein Wohngebäude mit vier Personen durchschnittlich etwa 250 bis 550 Euro pro Jahr entstehen können.

Beratung und Service Kleinklärwerk

Der Wartungsaufwand ist für viele Kleinkläranlagen-Arten relativ hoch. Wie gut, wenn man sich da auf einen erfahrenen und zertifizierten Fachbetrieb verlassen kann. Denn schließlich ist jede technische Kleinkläranlage exakt gemäß der Richtlinien der „bauaufsichtlichen Zulassung“ zu warten. Dabei gilt es sowohl die bauliche Substanz der Anlage, als auch ihre Funktionsweise zu überprüfen. Überdies werden im Rahmen der Serviceleistungen auch die Optimierung der Steuerung der Anlage sowie der Austausch von Verschleißteilen und die Kontrolle von Pumpen und Gebläse gewährleistet.

Ebenso wichtig – neben der Überwachung und Dokumentation der Betriebsstunden – ist es, die Sichttiefe zu untersuchen, den Sauerstoffgehalt und ph-Werte zu messen sowie verschiedene Temperaturmessungen durchzuführen. In regelmäßigen Abständen gilt es darüber hinaus, Wasserproben zu entnehmen und diese im betriebseigenen Labor zu kontrollieren. Auf Wunsch werden behördliche Fragen geklärt oder – beispielsweise im Falle einer gewünschten Nachrüstung der vorhandenen Anlage – die Unterstützung bei der Beantragung von Fördergeldern ermöglicht.

Unternehmen zu Kleinklärtechnik

Inowa Abwassertechnologie GmbH & CO KG
Europas Nr. 1 bei wartungsfreier Abscheidetechnik ( 4614, Marchtrenk)
Mall GmbH
Umweltsysteme (78166, Donaueschingen)