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Schiefergas Vorkommen und die Bezeichnung

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Als Schiefergas wird natürlich vorkommendes Erdgas bezeichnet, welches sich nicht in herkömmlichen Erdgaslagerstätten (Erdgasfallen) befindet, sondern innerhalb von Tonsteinschichten gebildet wird. Tonsteine sind Gesteinsschichten aus hauptsächlich Tonmineralen, die umgangssprachlich auch als Schiefer bezeichnet werden, daher der Name.

Schiefergas unterscheidet sich lediglich in der Lagerstätte von „normalem“ Erdgas, nicht aber in der chemischen Zusammensetzung. In Schiefergaslagerstätten befindet sich das Erdgas nicht in einer großen Blase unter einer undurchlässigen Gesteinsschicht, sondern innerhalb kleiner Risse und Hohlräume der oft schwach durchlässigen, porösen Gesteinsschichten. Diese Eigenschaft hat unter anderem dafür gesorgt, dass Schiefergas noch nicht lange effektiv gefördert wird bzw. werden kann.

Wo ist Schiefergas zu finden

In Deutschland wird Schiefergas hauptsächlich in Niedersachsen gefördert (90%) und Probebohrungen werden in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen durchgeführt.

In den USA stammen inzwischen 5-10% des dort geförderten Erdgases aus Schieferschichten, besonders in Texas. Die Experten gehen davon aus, dass der Prozentsatz weiter ansteigen wird. Weitere große Schiefergasvorkommen vermutet man in Mittelamerika und China brennt auf das technische Wissen, dass es zum Erschließen seiner Schiefergasvorkommen benötigt. In Europa suchen auch Polen und Ungarn bereits nach Schiefergasvorkommen

Schiefergas Förderung

Bis vor wenigen Jahren war das Fördern von Schiefergas noch unrentabel, da es spezieller, aufwendiger Bohrtechniken bedarf, die erst durch neueste Technik effektiv eingesetzt werden können. Es ist nämlich nicht wie bei einer unterirdischen Gasblase möglich, diese einfach anzubohren und leer zu pumpen – die Schieferschichten müssen mittels einem Gemisch aus Wasser, Sand und diversen Chemikalien unter enormen Druck „ausgequetscht“ und aufgesprengt werden um an das Gas in den Rissen und im Schiefer selbst zu gelangen.

Durch den wachsenden Bedarf an Energie ist Schiefergas inzwischen ein wichtiger Faktor in der Energiewirtschaft geworden, besonders durch den Anstieg der Gaspreise

Schiefergas Potential in Deutschland

Für Deutschland stellt das Schiefergas ein enormes Potenzial dar – war man bisher stark von russischen Gasimporten abhängig, könn(t)en diese nun aufgrund von gezielter Schiefergasförderung zurückgefahren werden. Allerdings besteht bei Schiefergas dieselbe Problematik wie bei herkömmlich gefördertem Erdgas: Es wird meist ineffizient verbraucht, meist zum Heizen schlecht isolierter Gebäude. Unterirdische Gasspeicher könnten mit der nötige Technik neben der simplen Verwendung als Brennstoff aber als Speicher für überschüssige elektrische Energie aus herkömmlichen Quellen genutzt werden.

Risiken für die Umwelt

Die Risiken für die Umwelt bestehen neben der Zerstörung von Gesteinsschichten und der Errichtung von Förderungsanlagen in bisher unbebauten Gebieten wie bei allen Fossilen Brennstoffen in der Belastung der Atmosphäre. Allerdings ist diese bei Erdgas im Vergleich zu anderen Brennstoffen wie etwa Kohle oder Erdöl verschwindend gering.

Außerdem wird von manchen Seiten befürchtet, dass durch einen massiven Ausbau der Erdgasförderung durch Schiefergasausbeutung die Entwicklung an erneuerbaren Energien gedrosselt wird. Gerade für diese bildet Schiefergas aber auch eine Chance, in dem es als Ergänzungsmittel dienen kann.

Die wohl problematischste Belastung für die Umwelt durch Schiefergasförderung stellt allerdings das mögliche Eindringen der zum bohren verwendeten Chemikalien in Grundwasservorkommen dar.

Schiefergas ist keine erneuerbare Energiequelle

Schiefergas ist ein fossiler Brennstoff und entsteht aus organischen (Pflanzen-) Resten, welche durch Sedimentschichten im Lauf der Jahrtausende zu Gas bzw. Öl gepresst wurden. Das Besondere am Schiefergas ist, dass es sich dabei meist um Gase handelt, die unter Hitze und Druck aus Öl, welches in Gesteinen enthalten war, entstanden sind.

Man kann den Schieferschichten nach und nach immer wieder Gas abgewinnen, da durch den Druckverlust bei der Förderung des in den Rissen enthaltenen Gases neues aus den Microrissen im Gestein „nachrückt“. Allerdings entsteht kein neues Gas, weshalb Schiefergas keine regenerative Energiequelle ist.