Biomasse
Als Biomasse werden die gesamten durch Pflanzen und Tiere anfallenden oder erzeugten Substanzen bezeichnet. Sie gilt als eine der weltweit bedeutendsten Quellen regenerativer Energie.
Biomasse kann in vier Gruppe unterteilt werden. Unterschiedliche Ausgangsprodukte ergeben nach der Umwandlung unterschiedliche Kraftstoffe:
- Ligno-Zellulose, Holz und Stroh -> Brickets, Pellets, Gas
- Pflanzenöl (Raps-, Sonnenblumen-Öl) -> Bioöl, Bio-Diesel
- Stärke- und Zuckerhaltige Pflanzen (Mais, Rübe) -> Bioalkohol
- Pflanzenreste (Gülle) -> Biogas
Besonders gerne werden schnell wachsende und resistente Pflanzen für den Anbau ausgewählt, die ohne besondere Pflege wachsen wie z. B. Pappeln, Weiden, Stroh, Miscanthus usw. Die größte Energieausbeute bieten Schilfgräser als die am schnellsten wachsenden Gräser der Welt.
Beim Wachstum eines Kubikmeters Holz wird der Atmosphäre rund 1 Tonne CO2 entzogen. Etwa ein Viertel davon wird als Kohlenstoff im Holz gespeichert, die restlichen Dreiviertel werden als Sauerstoff freigesetzt.
Der im Holz gebundene Kohlenstoff-Anteil wird bei der Verbrennen wieder freigesetzt. Dabei ist es gleichgültig, ob diese Verbrennung innerhalb von Sekunden mit lodernder Flamme durchgeführt wird oder über Jahre hinweg bei der Verwesung im Wald. In beiden Fällen gelangt die gleiche Menge CO2 in die Umwelt. Die energetische Nutzung von Holz ist daher 'CO2-neutral'. Etwas anders verhält es sich bei der Verbrennung von fossilen Brenn- und Treibstoffen, die den CO2-Anteil der Atmosphäre wieder zuführen, der dieser vor Jahrmillionen entzogen worden ist. Zudem stehen die fossilen Ressourcen nur noch in begrenztem Umfang zur Verfügung, während das Holz relativ schnell nachwächst.
Mittelfristig können in Deutschland rund 10 % der Gesamtenergie aus Biomasse gewonnen werden, langfristig rund 30 %. Bisher wird in Deutschland jedoch weniger als 1 % der Gesamtenergie aus Biomasse gewonnen, in Österreich im Vergleich dazu bereits 19%. Innerhalb Deutschlands liegen Bayern und Mecklenburg-Vorpommern in der Biomassenutzung vorn.
Zur einfachen Nutzung von Biomasse gibt es beispielsweise Pellets bzw. Brickets. Dies sind genormte, zylindrische Presslinge aus getrocknetem, naturbelassenem Restholz (Sägemehl, Hobelspäne, Waldrestholz) und werden in erster Linie zur Energieversorgung in Einfamilienhäusern eingesetzt. 2 kg entsprechen dem Heizwert von 1 l Heizöl. In Deutschland gibt es allein ein Altholz-Aufkommen von 7 bis 8 Mio. t im Jahr. Für Holzpresslinge gilt die DIN 51731.
Biomasse-Pellets/-Brickets eröffnen neue und innovative Möglichkeiten der Energieversorgung, da sie in allen Leistungsbereichen verbrannt werden können und effizient transport- und lagerfähig sind.
Der Nettopreis für einen 10 kW-Pelletkessel liegt bei 7.000 bis 7.500,- EUR, für einen 20 kW-Kessel bei 7.500 bis 8.000,- EUR. Der Wirkungsgrad derartiger Heizanlagen liegt bei etwa 90 %. Der Bedienungsaufwand beschränkt sich auf die Asche-Entleerung alle vier bis acht Wochen. Im Jahr 1999 liefen knapp 1.000 Anlagen mit einer Netto-Stromproduktion von 920 GWh.
Gemäß dem Erneuerbare Energien Gesetz (Biomasseverordnung im EEG vom 28. Juni 2001) wird Strom aus Biomasse je nach Leistung der Anlage mit 8 bis 10 Cent pro Kilowattstunde vergütet. Ab dem 1. Januar 2002 reduziert sich die Vergütung für neu errichtete Anlagen jährlich um 1 %.
Seit der Änderung des Mineralölsteuergesetzes im Sommer 2002 ist Kraftstoff, der aus Biomasse hergestellt wurde, von der Mineralölsteuer bis zum 31.12.2008 befreit.