Herstellung (Biodiesel)
Raps ist ein sogenannter Tiefwurzler. Dies sind Pflanzen, die mit ihrer Pfahlwurzel sowie den zahlreichen Nebenwurzeln verdichteten Boden durchdringen und für eine gute Durchlüftung des Erdreiches sorgen. Da Raps elf Monate im Jahr den Boden bedeckt, verhindert er außerdem unerwünschte Boden-Erosion. Der Rapsanbau lässt ich gut in getreidereiche Fruchtfolgen integrieren, so dass Flächen-Stillegungen vermieden werden können.
Pflanzenöle werden durch das Auspressen und Extrahieren der Früchte oder der Samen von Ölpflanzen in Ölmühlen gewonnen. Raps enthält beispielsweise etwa 40 % Öl. Bei der Herstellung von Biodiesel bleibt üblicherweise ein Restöl-Anteil im Schrot von 2 - 3 % übrig.
Verschiedene Öle und Fette unterscheiden sich voneinander lediglich in der Länge der Kohlenwasserstoff-Ketten und der Anzahl ihrer Doppelbindungen. Beim Rapsöl ist ein Glyzerin-Molekül an drei lange Fettsäure-Ketten (C18-Ketten) gebunden. Diese reagieren bei der Umesterung mit Methanol. Das Hauptziel der Umesterung ist die Verringerung der Viskosität von etwa 60 auf 4 mm2/sec, wie bei Dieselöl, indem die Moleküle gekürzt werden. Dabei entsteht Fettsäure-Methylester bzw. Biodiesel.
Häufig ist auch die Bezeichnung Raps-Methylester (RME) gebräuchlich. In der E DIN 51606 wird als Bezeichnung die englische Kurzform FAME (Fatty Acid Methyl Ester) verwendet.
Die Reaktion verläuft folgendermaßen:
Triacylglycerin + Methanol + Katalysator = Fettsäure-Methylester + Glycerin
Abb.: Molekül-Aufbau

Quelle: www.biodiesel.de
Am Bildrand unten rechts ist ein Methanol- und links ein Wasser-Molekül abgebildet. Die Sauerstoff-Atome sind in den Modellen rot dargestellt.
Problematisch bei der Erzeugung von Biodiesel ist bisher noch die Ausbeute. 1996 betrug die Gesamt-Anbaufläche von Raps rund 240.000 Hektar, woraus sich eine Produktion von 240.000 t oder 240 Mio. l Rapsöl ergab. Bei einem Durchschnittsverbrauch von 6 l auf 100 km und einer durchschnittlichen Fahrleistung von 15.000 km pro Jahr würde diese Produktionsmenge bundesweit für rund 267.000 Fahrzeuge ausreichen.
Der Gesamt-Fahrzeugbestand in Deutschland beträgt 43 Millionen Pkw, davon sind 5,9 Mio. Dieselautos. Bei den Lkw würde die heutige Rapsöl-Menge für 20.000 Exemplare reichen. Der aktuelle Bestand liegt jedoch bei 2,7 Mio. Fahrzeugen. Um alle heutigen Diesel-Fahrzeuge in Deutschland versorgen zu können, müsste etwa auf einem Drittel der Republik-Fläche Raps angebaut werden. Die Ausbeute kann damit als relativ gering bezeichnet werden.