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 | Thema Umwelt/ Energiesparen vom 04.03.2004 @ 11:55:19 CET
Erneuerbare Energien bringen sauberen Strukturwandel in der Energy City
Über dem Energiestandort Leipzig geht die Sonne auf. Vor gerade mal 15 Jahren lautete das Thema Kohle. Heute werden die Weichen in Richtung Solarenergie gestellt - eine saubere Energie und eine der symbolträchtigsten im 21. Jahrhundert...
Technologischer Spitzenreiter im Bereich der Solarstrom-Erzeugung ist das Leipziger Start-up Solarion GmbH. Es entwickelt die leichteste und flexibelste Lösung, Sonnenlicht in Energie umzuwandeln. Der Innovationspreisträger steckt mit seinen zehn Mitarbeitern mitten in der Pilotphase für die Produktion von Dünnschicht-Solarzellen auf flexiblen Trägermaterialien.
Solarzellen auf Folien eröffnen ganz neue Möglichkeiten, Sonnenstrom viel billiger zu erzeugen, als das mit heute gebräuchlichen starren Modulen gelingt. Der Raumfahrtindustrie gefällt die Idee der Leipziger Forscher und Entwickler um Dr. Gerd Lippold. Die Innovationsgesellschaft der Leipziger Stadtwerke pflastert den Weg zur Marktreife mit Risikokapital.
Automobilbau und Textilindustrie gelten als potenzielle Absatzmärkte, nachdem die hochtechnologische Anwendung im Weltall ihre Eignung nachgewiesen hat. Für Hans-Jörg Bergholz wäre Solarion ein exzellentes Aushängeschild der Energy City. Das hochtechnologisch getriebene Gewerbezentrum wird im Leipziger Stadtteil Plagwitz auf den Flächen abgerissener Betriebe des Schwermaschinenbaus entstehen. 23.000 Quadratmeter misst der erste Bauabschnitt. Nach dem Verschwinden rauchender Schlote sollen die saubersten Energien Einzug halten." Alleinstellungsmerkmal dieses technologischen Themenparks ist seine ausschließliche Fixierung auf erneuerbare Energien", beschreibt Netzwerk-Manager Bergholz das Anliegen. So sollen Synergien zwischen Branchennachbarn entstehen.
Als Entwicklungsrichtungen der Photovoltaik in der Energy City gelten die nächste Generation der klassischen Silizium-Technologie mit höheren Wirkungsgraden und größeren Zellen für die Umwandlung von Sonnenlicht in Strom sowie die Dünnschichtechnologie. Noch ist Solarstrom teuer. Als nächstes Ziel gilt, seine Kosten zu halbieren. Positiv wirkt sich aus, dass die Akzeptanz der Solarenergie höher als bei den riesigen Windrädern ist. Solarstromanlagen lassen sich darüber hinaus auch in Großstädten aufstellen, und sie sind offen für mobile Anwendungen.
Photovoltaik soll in der Energy City die Tür zu den neuen Technologien öffnen und ein ganzes Netzwerk in Forschung und Produktion anspornen. Das Business und Innovation Centre liegt um die Ecke. Die Universität und die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur sind nicht weit. Eine ihrer Stärken ist das in Leipzig über Jahrzehnte akkumulierte Wissen auf dem Gebiet der Halbleiter.
Hans-Jörg Bergholz rechnet im Jahr 2004 mit dem Ansiedlungspionier in der Energy City. Dann folgt die abschnittsweise Erschließung. Kräftig gearbeitet wird an der Vision, die Brücke zur Wasserstofftechnologie zu schlagen. Eingebettet ist die Leipziger Energy City in das Urban II-Programm der Europäischen Union. Dahinter steckt ein integrierter Ansatz für die Wiederbelebung weiträumiger Areale, denen der Strukturwandel der Wirtschaft hart zugesetzt hat.
Mit Solarion, Dr.Sol, Oxytec oder Ergion hat Leipzig bereits eine Reihe erfolgreicher Unternehmen auf dem Gebiet der Solarenergie. Andere sollen folgen, hier forschen und stabile Wertschöpfungsketten schmieden. Immer geht es um Unternehmen mit Sitz in Leipzig. Der Grund für diese Forderung ist nicht überzogener Lokalpatriotismus, sondern die Fördersystematik der EU.
Für die Anwohner des innerstädtischen Gebiets Leipzig-Plagwitz wird mit der Energy City ein neuer Ansatz für den Stadtumbau greifbar. Dort, wo der Industrielle Carl Erdmann Heine vor 130 Jahren seine kühnen Vorstellungen von verkehrlich gut erschlossenen Industriearealen umsetzte, werden die Weichen für eine saubere Spitzentechnologie und umfangreiche gewerbliche Anwendungen gestellt. Die Stadt Leipzig rechnet mit Imagegewinn als wichtigster Energiestandort der östlichen Bundesländer, viele Leipziger mit neuen anspruchsvollen Arbeitsplätzen.
Quelle: directnews
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