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 | Thema Wasserstoff vom 26.09.2003 @ 20:46:11 CEST
Linde sieht Wasserstoff-Technologie als aussichtsreiches Geschäftsfeld
Der Wiesbadener Mischkonzern Linde zählt weltweit zu den großen Fünf der Industriegase-Unternehmen. Einer der Hoffnungsträger für die zukünftigen Aktivitäten des Konzerns ist die Wasserstoff-Technologie insbesondere im Automobilbereich...
Linde verspricht sich nach den Worten seines Vorstandschefs Wolfgang Reitzle durch den erwarteten Wandel in der Autobranche hin zur Brennstoffzelle hohe Wachstumsraten in dem noch relativ kleinen Segment. Der Linde-Chef bekräftigte zudem für den Konzern frühere Prognosen eines leichten Anstiegs bei Umsatz und operativem Gewinn in diesem Jahr in diesem Bereich.
In einem am Donnerstag freigegebenen Gespräch mit Reuters machte der Manager deutlich, dass Linde bereits jetzt kräftig in das Wasserstoffgeschäft investiere. "Zwischen zehn und zwanzig Prozent der Investitionen im Bereich Linde Gas fließen in das Wasserstoffgeschäft", sagte Reitzle. "Wir gehen davon aus, dass das Geschäft auch weiter zweistellige Wachstumsraten aufweist." Im Gasebereich will Linde dieses Jahr insgesamt rund 420 bis 500 Mio. € investiert haben.
Reitzle zufolge steht die Autobranche vor einem Wechsel von Verbrennungsmotoren hin zur Brennstoffzelle, bei der aus Wasserstoff und Sauerstoff Strom erzeugt wird. Bei diesem Technologiewandel will auch der Industriegase- und Gabelstaplerspezialist eine gewichtige Rolle spielen. Derzeit erzielt Linde mit Wasserstoff einen Umsatz von rund 240 Mio. € im Jahr.
Nach Einschätzung des Linde-Chefs wird der Ablösungsprozess in der Automobilbranche hin zum Wasserstoffauto allmählich stattfinden und zunächst vor allem von Premium-Modellen vorangetrieben. "In zehn Jahren wird es wahrscheinlich bereits einzelne große Flotten geben, wie bei der Post oder ähnlichen Organisationen die mit Wasserstoff laufen", schätzt Reitzle.
Alle großen Autohäuser wie DaimlerChrysler, BMW und GM arbeiteten zur Zeit an der Technologie. So plant etwa GM bis 2010 eine große Anzahl von Brennstoffzellenautos herzustellen. GM will als erster Automobilkonzern die Schwelle von einer Million verkauften Wasserstofffahrze
ugen durchbrechen.
Nach Einschätzung von Reitzle wird die neue Technologie dann relevant, wenn erst einmal 10.000 Autos in Deutschland mit Brennstoffzellentechnologie auf den Straßen fahren. "Dies wird in zehn bis 15 Jahren der Fall sein", schätzt der Manager. Linde selbst ist in der ganzen Wertschöpfungskette mit Wasserstoff aktiv, bei der Erzeugung, Speicherung in Tanks und der Distribution. "Linde ist also gut aufgestellt. Wir haben viele Patente in der Kette." Der Konzern ist einer der führenden Anbieter von Anlagen- und Verfahren zur industriellen Erzeugung von Wasserstoff
Zum Geschäftsausblick für dieses Jahr sagte der frühere Automanager, der seit Jahresbeginn an der Spitze des Traditionsunternehmens steht: "Wir stehen trotz der Währungseffekte im Gasebereich dazu, dass Linde zum Jahresende einen leicht besseren Umsatz und operatives Ergebnis haben wird als vergangenes Jahr." Leicht besser bedeute "ein paar Mio. €" mehr. Es sei nach wie vor möglich, dies zu erreichen. Linde zählt nach der Übernahme der schwedischen AGA nun weltweit zu den großen Fünf der Industriegase-Unternehmen.
Quelle: Linde AG, Handelsblatt, 25.09.03
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