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Australisches Titandioxid zur Wasserstoff-Herstellung

Thema: Wasserstoff | 10.03.2003 | Aufrufe: 9104 | Bewertung: (10 Bewertungen)

In Australien haben Wissenschaftler ein neues Verfahren zur Herstellung von Wasserstoff entdeckt. Bei diesem neuen Verfahren soll Titandioxid als Ausgangsprodukt eingesetzt werden. Eine der besonderen Eigenschaften dieses Materials ist die Fähigkeit, Wasser in seine Bestandteile zu spalten. Als Energiequelle für diese Reaktion reicht allein das Sonnenlicht, allerdings muss an der Effizienz noch etwas gearbeitet werden...

Professor Chris Sorrell und Janusz Nowotny forschen seit langem mit ihrem Team an der Universität von New South Wales in Sidney/Australien (UNSW) in diesem Bereich. Am dortigen Zentrum für Materialforschung suchen sie nach dem effizientesten Weg für die Wasserspaltung mit Hilfe von Solarenergie. Ihr Interesse gilt vornehmlich sogenannten photoelektrischen Verbindungen (Verbindungen, die unter Lichteinstrahlung elektrisches Verhalten zeigen). Nach langer Suche legten sie sich auf Titan bzw. Titandioxid fest, weil dies Material über die richtigen elektrischen Eigenschaften und die höchste Widertandsfähigkeit gegenüber Korrosion verfügt. Ein nicht unbedeutender Faktor war bei dieser Entscheidung auch die Tatsache, dass in Australien umfangreiche Vorkommen an Titandioxid (Rutil) zu finden sind. Rutil ist unter den drei auftretenden Titandioxid-Mineralien das häufigste, während bislang Ilmenit als das wichtigste angesehen wurde.

Einer der Forscher, Professor Chris Sorrell sagte zur Entdeckung der besonderen Fähigkeit dieses Minerals: „Titandioxid ist wie ein Kartenjoker. Es verfügt über eine große Bandbreite an außergewöhnlichen Eigenschaften- vom Abtöten von Bakterien bis zur Spaltung von Wasser - aber es ist nicht immer so effizient, wie wir es gern hätten. Handelsübliches, nicht modifiziertes Titandioxid (TiO2) hat eine relativ niedrige Effizienz bei der Ausnutzung von Sonnenenergie für die Wasserspaltung. Wir haben herausgefunden, wie die Effizienz von Titandioxid um einen Faktor von 10 bis 50 erhöht werden kann. Diese Ergebnisse, die wir kürzlich patentieren ließen, haben erhebliches Interesse von Seiten der Industrie nach sich gezogen, was andeutet, dass wir den Keim einer völlig neuen Energietechnik vor uns haben könnten. Wenn wir die Effizienz dieser Reaktion auf über 10 Prozent anheben können, ist unser Prozess nach Aussage der US Environmental Protection Agency wirtschaftlich entwicklungsfähig."

Die Australische Regierung beabsichtigt zur Zeit, bis zum August diesen Jahres eine nationale Wasserstoff-Strategie vorzulegen. Mit Hilfe der großen Rutil-Vorkommen, der intensiven Sonneneinstrahlung und den weiten, zur Verfügung stehenden Flächen könnte Australien zukünftig ein bedeutender Energielieferant werden, sollte sich diese Technik etablieren.

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