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Auswirkungen des neuen EEG auf die Bioenergiebranche

Thema: Bioenergie | 02.08.2016 | Aufrufe: 39 | Bewertung: (0 Bewertungen)

Bereits Anfang Juli 2016 hat das neue Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2017) den Bundestag passiert. Für Windenergie, Bioenergie und Photovoltaik soll es demnach künftig Ausschreibungen geben, die von der Branche begrüßt werden. Insgesamt beurteilt man das EEG 2017 aber eher negativ.

Ausschreibungen laut neuem EEG 2017 kritisch betrachtet

Grundsätzlich sind die Verbände und Unternehmen den Ausschreibungen gegenüber positiv eingestellt. Allerdings wird die Höhe des Ausschreibungsvolumens doch deutlich kritisiert. So erwartet Biogasanlagen-Hersteller Weltec Biopower, dass das Volumen, welches vom EEG 2017 angestrebt wird, unter den aktuellen Bedingungen nicht erreicht werden kann. 

Jährlich sollen von 2017 bis 2019 demnach 150 Megawatt Leistung ausgeschrieben werden. Von 2020 bis 2022 sollen es bereits 200 Megawatt sein. Das sind deutlich höhere Volumina, als sie ursprünglich vom Bundeswirtschaftsministerium angestrebt wurden. Auch der Fachverband Biogas sieht diese Ausschreibungsvolumina als positiv an, stellen sie doch einen „Stabilisierungspfad“ für die Bioenergie dar. Wer eine Biogasanlage betreibt, deren Förderung mittels EEG-Vergütung in dem genannten Zeitraum ausläuft, könnte durch eine entsprechende Ausschreibung den Weiterbetrieb der Anlage sichern. Trotzdem müsse das Ausschreibungsvolumen mittelfristig deutlich angehoben werden, wie Bernd Geisen, Geschäftsführer vom Bundesverband Bioenergie e.V. (BBE) mitteilte.

Höchstgebote sind hinderlich für Bioenergie

Zudem gibt es eine gesetzliche Gebotshöchstgrenze, die bei 14,88 Cent pro Kilowattstunde angesiedelt ist und für Neuanlagen gilt. Janet Hochi, Geschäftsführerin von Biogasrat+ e.V., kritisiert dies, denn damit würden Neuanlagen im Wettbewerb klar benachteiligt. Der Ausbau der Stromerzeugung sei unter diesen Rahmenbedingungen schlicht unmöglich, erklärt Hochi weiter. Sie geht sogar noch einen Schritt weiter und behauptet, dass das Gesetz, wie es jetzt verabschiedet wurde, den effizienten, modernen und energiewirtschaftlich interessanten Bioenergieprojekten den Eintritt in den Markt erschwert, wenn nicht gar komplett verbaut.

Selbst die Bioenergieanlagen, die bereits bestehen, sollen einen Gebotshöchstpreis von 16,9 Cent pro Kilowattstunde laut EEG 2017 nicht überschreiten. Horst Seide, Präsident beim Fachverband Biogas e.V. (FvB), erklärte, dass moderne Anlagen mit dieser Vergütung alleine nicht wirtschaftlich betrieben werden könnten. Dies gelte insbesondere für Anlagen, die mit nachwachsenden Rohstoffen oder Frischholz betrieben werden. Hier müssen die Betreiber in Zukunft weitere Investitionen durchführen, um neue und steigende Anforderungen im Bereich Immissions-, Wasser- und Düngerecht erfüllen zu können. 

Auch die Weltec Biopower GmbH hält zwar die Ausschreibungen für sinnvoll, da sie gerade für Bestandsanlagen Planungssicherheit bieten. Allerdings seien damit immer noch nicht die passenden Rahmenbedingungen für größere Neuanlagen geschaffen. Somit könnte das geplante Ausbauziel im Bereich Bioenergie nicht einmal im Ansatz erreicht werden.



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