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Großwärmepumpenanlagen und was sie können

Thema: Geothermie | 21.03.2016 | Aufrufe: 186 | Bewertung: (1 Bewertungen)

Großwärmepumpen werden zunehmend beliebter. Sie schaffen es, ein Haus im Sommer zu kühlen und es im Winter angenehm aufzuheizen. Auch das Energieversorgungsunternehmen EnBW hat bereits 2008 in der Konzernniederlassung in Stuttgart auf eine Großwärmepumpe gesetzt.

Das System besteht aus insgesamt

  • 2 Sole/Wasser-Wärmepumpen,
  • 1 Gas-Brennwertkessel
  • 1 Gas-Niedertemperaturkessel und
  • 1 Erdwärmesondenanlage.

EnBW setzt dabei auf die „SWS 3012 STD“ Wärmepumpen von Airwell. Diese wiederum werden von einem Schraubenkompressor angetrieben, der eine elektrische Leistung von 168 kW mit sich bringt. Insgesamt kommt man so auf eine Heizleistung von 730 kW und eine Kälteleistung von 485 kW.

Zwei Kältekreisläufe integriert

Dabei sind in der Großwärmepumpenanlage zwei Kältekreisläufe integriert. Diese sind mit dem Kältemittel R134A gefüllt. Im angebauten Schaltschrank befinden sich eine Leistungs- und Steuerungseinheit sowie ein Hauptschalter. Außerdem gibt es eine mikroprozessorgesteuerte Regelung mit Überwachung.

Der Gas-Brennwertkessel kommt mit einer Heizleistung von 2.500, der Gas-Niedertemperaturkessel mit einer Heizleistung von 1.900 kW daher. Die beiden Kessel können bei Bedarf, etwa wenn Lastspitzen auftreten, zugeschaltet werden. Die Zuschaltung kann auch völlig automatisch erfolgen.

Die Erdwärmesonden hat EnBW unter dem Geländekomplex der EnBW City installiert. Insgesamt sind 96 Erdwärmesonden bis in eine Tiefe von 130 Metern abgeteuft worden. Damit wurde eine Gesamtbohrtiefe von fast 13 Kilometern erreicht und die Anlage gehört zur größten ihrer Art in ganz Europa.

Betonkerntemperierung zur Beheizung

Mit der Großwärmepumpenanlage wird eine mehr als 87.200 Quadratmeter große Gebäudefläche mittels Betonkerntemperierung beheizt. Die Wärmepumpen führen den Betonkernen und der Heizungsanlage die aus dem Erdreich gewonnene Wärme zu. Im Sommer dagegen kühlen die Wärmepumpen die Betonkerne ab und entziehen dem Gebäude Wärme, welche sie ins Erdreich abgeben. Ursprünglich hat man die Anlage so geplant, dass sie 40 Prozent der Heiz- und 60 Prozent der Kühllast abdecken kann. Allerdings hat man mittlerweile das Energiemanagement soweit verbessert, dass die Werte auf 57 bzw. 79 Prozent geklettert sind.

Im Vergleich zum Jahr 2010 konnte so eine Senkung des Gasverbrauchs um fast ein Drittel (34 Prozent) erzielt werden. Insbesondere die Nutzung der Abwärme aus den Serverräumen hat zu diesen Einsparungen beigetragen. Gerade in den Übergangsphasen, wie Frühling und Herbst, lässt sich mit dieser Abwärme ein großer Teil des Heizbedarfs abdecken.

Wie das Unternehmen weiter erklärt, konnte man mit der Geothermieanlage den jährlichen CO2-Ausstoß um etwa 360 Tonnen senken. Bei den Heiz- und Kühlkosten lagen die Einsparungen bei 87.000 Euro pro Jahr.



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