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Aus Biomasse Benzin herstellen?

Thema: Bioenergie | 14.01.2016 | Aufrufe: 197 | Bewertung: (0 Bewertungen)

An deutschen Tankstellen gibt es seit einiger Zeit neben dem klassischen Diesel, Super und Super Plus Benzin auch E10 zu erwerben. Die Tankstellenbetreiber sind gezwungen, diesen Kraftstoff anzubieten. Er enthält fünf bis zehn Prozent Bioethanol und soll dabei helfen, die Energiebilanz beim Tanken zu verbessern. Allerdings greifen nur die wenigsten Autofahrer an der Zapfsäule zum E10. Zu groß ist die Angst, den Motor durch die Beimischung des Bioethanols zu schädigen. Damit könnte nun Schluss sein, denn Wissenschaftler der University of Maryland haben ein neues Verfahren entwickelt, mit dem hundertprozentiger Bio-Kraftstoff hergestellt werden kann.

Bakterien statt Umwege

Bisher wird Biomasse zunächst in Ethanol umgewandelt und dann dem Benzin beigemischt. Mit dem neuen Verfahren soll mit Hilfe von alkoholresistenten Bakterien aus Biomasse direkt Benzin hergestellt werden können. Das Verfahren wurde von Professor Richard Kohn und Dr. Seon-Woo Kim entwickelt, welche zuvor auch schon die Umwandlung von Biomasse in Ethanol entwickelt hatten.

Für das neue Verfahren haben sie den bisherigen Prozess einfach leicht abgewandelt. Die Bakterien produzieren damit kein Ethanol mehr, sondern Hexan und Oktan. Beides sind elementare Bestandteile von Benzin. Der Umwandlungsprozess selbst findet in einer Fermentationsbrühe statt, das produzierte Benzin steigt nach oben.  Allerdings wurde das Verfahren bisher nur unter Laborbedingungen erprobt. Durch weitere Versuche wollen die Wissenschaftler das Verfahren aber weiter verbessern und vor allem praxistauglich machen. Danach könnten bereits die ersten Feldversuche in der Praxis durchgeführt werden.

Welches Potenzial bietet das neue Verfahren?

Mit dem neu entwickelten Verfahren geht auch ein enormes Potenzial zur Herstellung von Benzin aus Biomasse einher. Denn grundsätzlich kann Biomasse selbst aus all jenen Dingen produziert werden, die einst von einem lebenden Organismus stammten. Beispiele dafür sind

  • zurückbleibende Bioabfälle nach der Ernte,
  • Überreste aus dem Sägewerk oder
  • Abwasser.

Letzteres wird zwar erst in wenigen Städten zur Energiegewinnung und als Quelle für Biomasse genutzt, aber es gibt bereits erste Erfahrungen. Die Forscher haben das neue Verfahren bereits zum Patent angemeldet und die Ergebnisse im „Journal of Theoretical Biology“ veröffentlicht. Allerdings müssen erst weitere Forschungsgelder zur Verfügung stehen, damit die Wissenschaftler ihre Untersuchungen fortsetzen können.



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