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Die gigantische Variante des alten Tauschsieders: Power to Heat (PtH)

Thema: Haustechnik | 23.07.2015 | Aufrufe: 413 | Bewertung: (2 Bewertungen)

Die Tauchsieder aus früheren Zeiten, die man in Wasser gestellt und die dieses Wasser innerhalb weniger Minuten zum Kochen brachten, kennt wohl jeder. Jetzt gibt es wieder eben solche Heizstäbe und ihre Fähigkeit, Wärme aus elektrischer Energie zu gewinnen, wird Power to Heat (PtH) genannt. Power to Heat wird eine große Zukunft im Bereich der Erneuerbaren Energien vorausgesagt, wenn die Politik ihren Segen gibt.

Praxisbeispiel:

Mainova ist ein kommunales Versorgungsunternehmen in Frankfurt. Dieses Unternehmen hat kürzlich eine Power-to-Heat-Anlage in Betrieb genommen, die etwa ein Drittel des Wärmebedarfs des Frankfurter Flughafens liefert. Das funktioniert mit 400 Heizstäben, die strombetrieben sind und Wasser auf 130°C erhitzen. Dieses Wasser wird zum Flughafen gepumpt. Diese Anlage arbeitet immer dann, wenn zu viel Strom produziert wird. Das wiederum ist ein Schritt in die richtige Richtung.

Stromüberschüsse:

Wird zu viel Strom produziert, wurde in der Vergangenheit so vorgegangen, dass Windräder stillgelegt und Solaranlagen abgeklemmt wurden. Damit geht viel nützlicher Strom verloren. Hans-Joachim Reck, Hauptgeschäftsführer des Verbands der kommunalen Unternehmen (VKU) sagt dazu: „Mit dem Ausbau der Erneuerbaren werden wir in den nächsten Jahren immer häufiger Schwankungen in der Stromerzeugung mit immer größeren Ausschlägen, also auch mit Überschüssen haben.“ Und diese Überschüsse können zu Überlastungen und zum Ausfall der Stromnetze führen.

Die Lösung:

Power-to-Heat-Anlagen wären hier die Lösung. Die Betreiber bieten die Anlagen den Netzbetreibern an, die wiederum den überschüssigen Strom loswerden können. Diese bekommen somit:
  • Kostenlose Elektrizität und
  • Prämien
So etwas nennt sich Geschäftsmodell mit „negativer Regelleistung“. Und wird beispielsweise vom erwähnten Frankfurter Flughafen betrieben.

Die Zukunft:

Es ergibt sich noch ein weiterer Vorteil: Dadurch, dass der überschüssige Strom genutzt wird, um Wasser zu erwärmen, ergibt sich die Möglichkeit der Speicherung. Insgesamt lässt sich also sagen, dass überdimensionale Tauchsieder durchaus ein Fakt der Zukunft sind. Norman Gerhardt vom Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) sagt treffend dazu: „Power-to-Heat ist die Zukunft im Wärmemarkt.“

Möglichkeiten:

Verknüpft man nun PtH mit der Kraft-Wärme-Kopplung, ergeben sich Anlagen, die Strom und Wärme produzieren und daraus schlussfolgernd einen hohen Wirkungsgrad haben. Hans-Joachim Reck, Hauptgeschäftsführer des Verbands der kommunalen Unternehmen (VKU) sieht hierin die Möglichkeit: „Strom- und Wärmeerzeugung optimiert zu steuern.“

Die Kosten:

Die Kosten sind die Ursache dafür, dass all das noch nicht wirklich umgesetzt werden kann. Die entstehenden Kosten und dazu die Regelleistungsprämie ergeben unter dem Strich die Tatsache, dass PtH so gut wie immer unrentabel ist. Aufgeschlüsselt sehen die Kosten wie folgt aus:
  • Stromsteuer 2,05 Cent / kWh
  • EEG-Ökostromumlage 6,17 Cent / kWh
PtH sollte also staatlich gefördert werden, damit es rentabel wird. Möglich wäre zum Beispiel eine Freistellung von der EEG-Umlage. Das „würde den Bau von Anlagen ankurbeln“, sagt Reck.

Die Politik:

Politisch gibt es ein klares Statement von Oliver Krischer, Fraktionsvize der Bundestags-Grünen. Er nennt das Ganze „Verhinderungspolitik der Bundesregierung“. Weiterhin verlangt er: „endlich Anreize für Forschung, Entwicklung und Markteinführung hochinnovativer Power-to-Heat-Technologien zu schaffen“.

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