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Biogas aus Windeln

Thema: Bioenergie | 02.12.2014 | Aufrufe: 1694 | Bewertung: (4 Bewertungen)

Was sich etwas befremdlich anhört, könnte sich zur neuen Möglichkeit im Bereich der alternativen Energien entwickeln. Die Wissenschaftler der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) arbeiten jedenfalls mit Hochdruck daran, Biogas aus Inkontinenzabfällen zu gewinnen. Zu diesem Zweck hat sich an der Hochschule eine Projektgruppe zusammen gefunden, die Erwachsenenwindeln verwerten wollen. Auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt das Projekt und ließ dafür 312.000 Euro fließen.

Wie genau sieht das Vorhaben aus?

Vorneweg sei erwähnt, dass jährlich etwa 200.000 Tonnen Inkontinenzabfälle in Deutschland anfallen und diese nur verbrannt werden dürfen, weil die Ablagerung organischer Abfälle auf Deponien verboten ist. Hierzu soll die Biogasgewinnung eine Alternative darstellen. Es soll Biogas gewonnen werden und die Gärreste sollen verwertet werden.

Der genaue Ablauf sieht wie folgt aus:

    Die Inkontinenzprodukte werden auf den Pflege Stationen gesammelt.
  • Das Material wird luftdicht verschweißt, um die Geruchsbelastung zu senken und das Volumen zu verkleinern.
  • In einer ersten Versuchsanlage werden die Windeln dann zerkleinert.
  • Das zerkleinerte Gut kommt dann in einen Gär-Reaktor mit einer Arbeitstemperatur von ca. 55-57°C.
  • Der Kunststoff, der übrig bleibt, wird gewaschen und entwässert und anschließend der Verwertung zugeführt.
  • Das entstandene Methangas entspricht ungefähr 70 Liter pro Kilogramm Versuchsmasse. Verarbeitet werden in etwa acht bis zwölf Kilogramm Masse am Tag.


Weitere Schritte müssen folgen

Die Wissenschaftler sind sich einig, dass mit diesem Versuchsaufbau ein erster Schritt getan ist, aber noch viele weitere folgen müssen. Dazu gehören zum Beispiel:
  • ein ökologisches Gesamtkonzept
  • die betriebswirtschaftliche Betrachtung
  • ein vertretbares Logistikkonzept
  • die richtigen Standorte für die Gärreaktoren.
Auf diese Weise wird auf jeden Fall ein richtiger Weg beschritten, um Ressourcen zu schonen und die Umwelt zu entlasten.

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