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Klimatechnik: Kann sich Fernkälte durchsetzen?

Thema: Klimatechnik | 05.09.2013 | Aufrufe: 1550 | Bewertung: (0 Bewertungen)

Der Juli 2013 gilt seit 1881 als sechstheißester Juli in Deutschland. Während der großen Hitzewelle stöhnten viele Menschen auf. Auch diejenigen, die ein optimal wärmegedämmtes Haus bewohnen, überlegten in der Hitzeperiode, eine zusätzliche Klimaanlage oder Sommerlüftung einzubauen. Allerdings verbrauchen Klimaanlagen viel Strom. Eine Alternative, die bis zu einem Viertel des Stromverbrauchs einsparen könnte, gibt es aber schon längst: Die Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung. Bei diesem Modell der Klimatechnik handelt es sich um ein ausgefeiltes Verfahren, denn eigentlich wurde es zur Beheizung entwickelt. Aber es könnte im Sommer genauso zur Kühlung dienen.

So arbeiten die modernen Klimaanlagen

Die modernen Kraft-Wärme-Kälte-Kopplungs-Anlagen verarbeiten die Abwärme von Kraftwerken in riesigen Klimazentralen, so dass Kälte entsteht. Dabei funktioniert das Ganze in folgenden Schritten:

  • Wasser wird auf wenige Grad herunter gekühlt.
  • Wasser läuft durch unterirdische Rohrsysteme und kühlt so die Gebäude.
Mit dieser Klimatechnik gehören Klimakästen auf den Dächern oder Balkons der Vergangenheit an. Die Fernkälte, wie diese Technik auch bezeichnet wird, kann sich dabei auch hierzulande immer weiter durchsetzen.

Derartige Fernkältenetze sind europaweit schon vielfach in Betrieb, etwa in Paris, Amsterdam, Stockholm, Barcelona oder Wien, um nur einige zu nennen.

Die Entwicklung in Deutschland

Während Fernkältenetze in vielen europäischen Ländern schon seit langem betrieben werden, setzt sich die Technik in Deutschland nach und nach immer mehr durch. Erste Fernnetze kühlen das Wasser auf sechs bis sieben Grad Celsius ab und kühlen so zum Beispiel Hörsäle in Unis und öffentliche Einrichtungen. Das Grundprinzip unterscheidet sich dabei kaum von dem der Fernwärme:

Fernwärme Fernkälte
Abwärme von Kraftwerken wird aufgefangen
Abwärme dient der Beheizung von Wasser und später der Beheizung von Wohnungen Abwärme treibt Absorptionskältemaschinen an, die das Wasser und die Wohnungen kühlen


Allerdings ist der Aufwand für die Einrichtung solcher Anlagen sehr groß. Es wird ein eigenes unterirdisches Rohrsystem benötigt. Die Verwendung der Fernwärmerohre ist nicht möglich, auch wenn diese in den Sommermonaten meist ohnehin nicht verwendet werden. Die Fernkälterohre müssen dabei sehr gut isoliert sein. Andernfalls besteht die Gefahr, dass sich Kondenswasser auf der Außenseite bildet. Diese Form der Klimatechnik ist daher nur für Großverbraucher geeignet, die die entsprechenden Mittel für derartige Investitionen erhalten. Privathaushalte können erst in späteren Ausbauphasen angeschlossen werden. Allerdings erfordert dies ebenfalls eine neue Rohrverlegung auf den einzelnen Grundstücken.

In ganz Deutschland werden bereits 90 Kilometer lange Fernkältenetze betrieben. Das entspricht 160 Megawatt Kühlleistung per Ende 2011. Allerdings bestehe laut Experten noch ein erhebliches Wachstumspotenzial, wenn man bedenkt, dass bereits heute ein Viertel des technischen Kältebedarfs für die Klimatisierung von Gebäuden eingesetzt wird.

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