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Sind Wärmepumpen wirklich sinnvoll? Experten streiten darüber

Thema: Geothermie | 29.07.2013 | Aufrufe: 3404 | Bewertung: (2 Bewertungen)

Derzeit liegt der Einbau von Wärmepumpen sozusagen im Trend. Experten für erneuerbare Energien streiten jedoch über den Sinn von strombetriebenen Wärmepumpen. Welche Rolle spielen sie im Klimaschutz? Ist ihre Förderung gerechtfertigt? Oder lassen sich die modernen Wärmepumpen mit den inzwischen verpönten Nachtspeicherheizungen vergleichen, die den Verbrauchern nur das Geld aus der Tasche ziehen und ökologisch bedenklich sind? Diese Fragen bewegen derzeit die Expertenwelt.

Die Effizienz einer Wärmepumpe verrät die Jahresarbeitszahl

Die Jahresarbeitszahl gibt Auskunft darüber, wie effizient eine Wärmepumpe arbeitet. Aus ihr lässt sich erkennen, wie viel Strom notwendig ist, damit die benötigte Wärme produziert werden kann. Eine hohe Effizienz wird mit einem möglichst geringen Temperaturhub erreicht. Je höher die Temperatur der Wärmequelle und je niedriger die Heizkreistemperatur, umso geringer ist der Temperaturhub.

Nicht einheitliche Standards stiften Verwirrung

Die Effizienzstandards von Wärmepumpen sind nicht einheitlich festgelegt. Laut einer Richtlinie der EU fallen Wärmepumpen ab einer JAZ von 2,6 unter den Begriff erneuerbare Energien.

Zum Vergleich: Für eine Kilowattstunde (kWh) Strom bedarf es in Deutschland im Durchschnitt 2,4 kWh fossiler Energie. Damit liegt eine Wärmepumpe mit einer Jahresarbeitszahl von 2,6 nur knapp darunter und ist minimal effizienter als ein Brennwertkessel, der mit fossilem Brennstoff betrieben wird.

Sollen die Wärmepumpen einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten, müssen sie dementsprechend weit über diesem Wert liegen. Die RWE und die Deutsche Energie Agentur (dena) fordern eine Jahresarbeitszahl von 3,0 beziehungsweise 3,5. Das EEWärmeG (Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetz) sieht mindestens 3,3 für Luft- und 3,8 für erdgekoppelte Wärmepumpen vor. Nach Ansicht der Klimaschutzverbände machen Wärmepumpen erst ab einer Jahresarbeitszahl von 4,0 Sinn – und dann kommt auch nicht jede Wärmepumpe für jedes Haus in Betracht. Hier finden Sie weitere Voraussetzungen zur optimale Wärmepumpenart für Kunden.

Rahmenbedingungen im Gebäude haben entscheidenden Einfluss auf die Effizienz

Die vom Hersteller angegebene Jahresarbeitszahl hat im Grunde genommen lediglich theoretischen Wert, da die Gegebenheiten vor Ort einen entscheidenden Einfluss auf die Effizienz haben. Eine falsche Auslegung, eine mangelhafte Installation und eine fehlerhafte Integration in das System können schnell dazu führen, dass sich die Jahresarbeitszahl erheblich verringert und die Wärmepumpe somit ineffizient arbeitet.

Planer und Installateure sind dafür verantwortlich, dass die Wärmepumpe ideale Voraussetzungen zum effizienten Betrieb vorfindet.

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