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Maisrepublik Deutschland

Thema: Bioenergie | 16.01.2013 | Aufrufe: 2799 | Bewertung: (8 Bewertungen)

Strom aus Mais - das galt einmal als revolutionär. Deswegen werden Biogasanlagen gefördert. Schon heute bedeckt die Energiepflanze ganze Regionen und ist immer weiter auf dem Vormarsch. Eine der weit verbreitetsten Kulturpflanzen Deutschlands ist Mais.

Der geringe Wasserbedarf und die moderaten Ansprüche an den Boden ergeben eine hohe Trockenmasse pro Flächeneinheit und damit nahezu überall viel Ertrag für wenig Feld.

Doch erst in den Siebzigern entwickelte Sorten, die den mitteleuropäischen Verhältnissen angepasst waren, verhalfen der Pflanze, sich in unseren Gefilden zu etablieren. Hauptsächlich wird Mais als Viehfutter verwendet, doch die Energiegewinnung in Biogasanlagen ist der Haupttreiber für den immer rasanteren Aufstieg des Gewächses.

Dazu garantiert das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) Biogasproduzenten 20 Jahre lang eine Subventionierung ihres Stroms. Die Einspeisevergütung für diese Technik belief sich 2012 auf 4,8 Milliarden Euro. Aus diesem Grund sind es längst nicht mehr nur Bauern, die in dieses ertragreiche Energiegeschäft einsteigen. Investoren wie AgriKultur, Deutsche Biogas oder KTG Agrar heizen den Run auf die Flächen zusätzlich an.

Verzehnfachung der Fläche seit 2005

Laut Spiegel betrug 2012 die Anbaufläche für Mais 2,6 Millionen Hektar und bedeckte damit über sieben Prozent der Bundesrepublik. Somit beansprucht die Pflanze eine Fläche größer als Hessen. Knapp ein Drittel davon (810.000 Hektar) waren für die Energieerzeugung bestimmt.

Noch vor 7 Jahren bedeckten Maisfelder 1,7 Millionen Hektar und gerade einmal rund 70.000 Hektar davon wurden für Biogas angebaut. Das ergibt mehr als eine Verzehnfachung der Fläche für Energiemais seit 2005. Allein 2011 war der Zuwachs so groß wie das Saarland.

Inzwischen stehen 80 Prozent der weltweit gebauten Biogasanlagen in Deutschland, darunter auch die beiden größten Anlagen der Welt, die eine in Penkun, die andere in Güstrow. Die Anlagen leisten 20 Megawatt und können jeweils 40.000 Haushalte versorgen.

Im 19. Jahrhundert hingegen machten Maisfelder weniger als ein Prozent des deutschen Hoheitsgebietes aus. Nicht nur das Landschaftsbild der Monokulturen heutzutage, auch die Verwendung ebensolcher würde Menschen von damals mächtig beeindrucken.


Autor: SB

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