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Ökostrom-Anteil und Stromexporte steigen

Thema: Ökostrom | 03.01.2013 | Aufrufe: 1473 | Bewertung: (5 Bewertungen)

Der Anteil der Erneuerbaren Energien am deutschen Strommix erreicht dieses Jahr erstmalig 23 Prozent. Damit könnte der für 2020 angestrebte Wert von 35 Prozent schon 2016 erreicht werden.

Der Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland schreitet schneller voran als geplant. Der Anteil des Ökostroms am Strommix werde in diesem Jahr höchstwahrscheinlich 23 Prozent ausmachen, teilte der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) in Berlin mit. Im Vorjahr waren es noch rund 20 Prozent Strom aus Solaranlagen, Windparks, Wasserkraftwerken und Biogasanlagen. Damit dürfte grüner Strom wie im letzten Jahr wieder vor der Kernenergie liegen, die endgültigen Zahlen für 2012 werden jedoch erst im Januar veröffentlicht.

Die Bundesregierung strebt bis 2020 einen Ökostrom-Anteil von 35 Prozent an. Sollte die Ausbaugeschwindigkeit der vergangenen Jahre anhalten, könnte dieses Ziel bereits in vier Jahren erreicht sein. Durch den massiven Anstieg der regenerativen Energien geraten andere Stromerzeuger allerdings unter Druck, da die Einspeisung der Erneuerbaren in das Netz Vorrang vor konventionell erzeugtem Strom hat.

Deutscher Strom nach Holland

Vor allem die flexibel zu steuernden Gaskraftwerke leiden darunter. Sie sind ohnehin im Preiskampf mit Kohlekraftwerken unterlegen. Nach Angaben des BDEW ging von Januar bis September der Einsatz von Erdgas an der Stromerzeugung um 14 Prozent zurück. Diese Effekte sind nach BDEW-Angaben auch der wesentliche Grund für den starken Anstieg des Stromexports. "Die zunehmend gekoppelten Märkte in Zentral-West-Europa sorgen dafür, dass die für Deutschland beschriebenen Effekte auch für die im Strommarkt verbundenen Länder gelten", sagte BDEW-Hauptgeschäftsführerin Hildegard Müller.

Der größte Teil des Anstiegs ins benachbarte Ausland sei auf den Austausch mit den Niederlanden zurückzuführen, die überwiegend Gaskraftwerke betreiben. Müller forderte in der Energiepolitik europäische Wechselwirkungen in den Blick zu nehmen. "Ohne eine europäische Betrachtung dieser Zusammenhänge wird es zu Fehlanalysen und möglicherweise kontraproduktiven Maßnahmen und Konsequenzen kommen."

Nach vorläufigen Zahlen des BDEW lag erneut die Windenergie mit einer Jahresproduktion von rund 45 Terrawattstunden (TWh) und einem Anteil von acht Prozent am Strommix an der Spitze der Erneuerbaren Energien, Photovoltaik-Anlagen produzierten mit 28,5 TWh 50 Prozent mehr als im Vorjahr.


Autor: SB

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