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Hype um Ökostrom vorbei – Fukushima abgehakt?

Thema: Ökostrom | 03.09.2012 | Aufrufe: 3892 | Bewertung: (6 Bewertungen)

Immer weniger Neukunden entscheiden sich für „grünen“ Strom. Der Fukushima-Effekt scheint vorbei zu sein. Auch allgemein sinkt die Bereitschaft, für die Energiewende in die eigene Tasche zu greifen oder vom Garten aus auf ein Windrad zu schauen. Trotzdem ist die Rückkehr zur Atomkraft für die Deutschen keine Alternative.

Der Ansturm auf deutsche Ökostromanbieter wie Naturstrom oder Lichtblick scheint zurückgegangen zu sein. Zu diesem Schluss kommt Naturstrom-Vorstand Thomas Banning gegenüber der Financial Times Deutschland (FTD): „Das Interesse der Neukunden hat abgenommen.

“ Naturstrom, mit rund 200.000 Kunden (im September 2011) einer der größten und ältesten Anbieter für „echten“ umweltfreundlichen Strom, gewinnt momentan nur noch 2.000 bis 3.000 Neukunden pro Monat. Nach Fukushima wurde diese Zahl im letzten Jahr alle zwei Tage erreicht.

Der Umsatz kletterte um 130 Prozent auf 122 Mio. Euro in 2011. Auch das Hamburger Unternehmen Lichtblick, mit derzeit 535.000 Privat- und Geschäftskunden Marktführer im Ökosegment, erlebt ähnliches. „Das Geschäft läuft verhalten. Es ist wenig Bewegung im Markt“, so ein Sprecher Lichtblicks.

Auch die Zahlungsbereitschaft allgemein für die Energiewende nimmt langsam ab. Zu dem Schluss kommt die GfK, die seit 2011 jedes Vierteljahr rund 2.000 private Haushalte zu diesem Thema befragt. Demzufolge hat die Bereitschaft der Deutschen, neue Stromleitungen in ihrer unmittelbaren Umgebung zu akzeptieren, abgenommen.

Der Anteil der Befürworter nahm von 76 Prozent kurz nach der Fukushima-Katastrophe auf heute 69 Prozent ab. Auch die Akzeptanz von Windkraftanlagen in der Nachbarschaft sank von 70 Prozent innerhalb eines Jahres auf derzeit noch knapp zwei Drittel der Befragten.

Der Studie zufolge sprechen sich besonders ältere Menschen gegen die Maßnahmen aus, wohingegen Jugendliche und Studenten dem Ausbau der Stromnetze und erneuerbarer Energien in direkter Nachbarschaft sehr aufgeschlossen gegenüberstehen. Dies wird besonders bei der Haltung zu den Ausbaukosten deutlich. Weniger als 40 Prozent der Rentner mit geringem Einkommen sind bereit, mit höheren Strompreisen die Energiewende zu tragen.

Mit 63 Prozent liegt hier der Anteil der Jugendlichen und Studenten, die in der Regel ebenfalls über ein geringes Einkommen verfügen, deutlich höher. Unverändert schließen immer noch über 80 Prozent eine Rückkehr zur Kernkraft kategorisch aus.


Autor: SB

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