Thema Windenergie vom 02.08.2012 @ 09:22:31 CEST
Nun doch kein Innogy Nordsee 1?
Der Energie-Riese RWE plant ein Mammutprojekt in der Nordsee: „Innogy Nordsee 1“. So ist diesbezüglich von dem Bau des weltweit größten Windparks vor der Insel Juist die Rede. Zwar hatte man anfangs vor, mit der Bauphase schon ab Juli des Jahres zu beginnen. Allerdings scheint sich das Ganze nun wohl doch bis zum Frühling 2013 hinauszuzögern.
Schon in naher Zukunft will der RWE-Konzern auf über 100 Quadratkilometern drei Windparks errichten. Ziel ist es, mit mehr als 160 Windturbinen das Leistungsniveau eines Atomkraftwerkes zu erzielen, was rund 1.000 Megawatt entsprechen würde. All‘ dies vor dem Hintergrund, im Zuge der Energiewende den Anteil von Ökostrom nachhaltig zu erhöhen.
Wer ist schuld?
In erster Linie seien es technische Probleme, welche die RWE-Pläne zunächst auf Eis legen. Darüber hinaus sei die Gesetzgebung schuld daran, dass sich die „heiße Phase“ vorerst noch ein wenig verschiebe. In diesem Zusammenhang legen die „Macher“ vor allem Wert auf die Regelung der Verantwortlichkeiten. So gilt es hier vor allem zu klären, welche Institution bzw. Behörde gegebenenfalls zur Rechenschaft gezogen werden könne, wenn die Anlagen zwar stehen, aber nicht in Betrieb genommen werden können.
Wer trägt das Risiko: der Stromproduzent oder der Netzbetreiber?
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. So jedenfalls ließ eine Sprecherin des RWE-Konzerns unlängst verlauten. Denn die Aufträge für das Bauprojekt seien mittlerweile zwar ausgeschrieben. Aber nichtsdestotrotz rechne man noch immer mit einem Scheitern des Vorhabens. Schließlich seien die Stromnetzbetreiber offenbar nicht in der Lage, den Anschluss der Windparks sicherzustellen. Abwarten.
Ein Blick auf ein weiteres RWE-Windpark-Projekt macht auf eine erfolgreiche und vor allem zeitnahe Entwicklung des Baus überdies nur wenig Hoffnung. Denn auch im Windpark vor Helgoland habe man immer wieder mit Schwierigkeiten zu kämpfen. 48 Windräder sollen vor Ort errichtet werden, jedoch steht auch hier noch stets in den Sternen, wann die RWE-Anlagen ans Netz gehen werden.
Das Fatale: das nurmehr stockende Voranschreiten des Projektes könnte dem RWE-Konzern teuer zu stehen kommen. Von einem dreistelligen Millionenbetrag ist diesbezüglich mittlerweile gar die Rede. Alles hängt vor allem von einer „Kleinigkeit“ ab: die Haftungsfrage.
Autor: AB
 christian_baeumker
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