Thema Photovoltaik (Solarstrom) vom 18.07.2012 @ 15:13:41 CEST
News: Solar-Batteriespeicher soll Niederspannungsnetze stabilisieren
Bei der Nutzung Erneuerbarer Energien tauchen einige Schwierigkeiten und Probleme in schöner Regelmäßigkeit auf. Dazu zählt u.a. die Notwendigkeit, die mit Erneuerbaren Energien gewonnenen Energien zwischen zu speichern. Nun erproben die Stadtwerke Neustadt und die IBC Solar AG einen Batteriespeicher zur Stabilisierung des Niederspannungsnetzes der Stadt.
Auch die Bundesregierung hat mittlerweile erkannt, wie wichtig es für den weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien ist, sinnvolle Speichertechnologien zu entwickeln. So haben erst kürzlich die Bundesministerien für Wirtschaft und Technologie (BMWi), für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) sowie für Bildung und Forschung (BMBF) den Startschuss für Ihre Speicherkampagne gegeben, in deren Rahmen eine möglichst schnelle Einführung effektiver Speichertechnologien erprobt und umgesetzt werden soll.
Eine solche Technologie wird nun in Neustadt erprobt. Im Rahmen des Pilotprojekts geht es erstmals um die Einbindung eines Solar-Batteriespeichers in ein Ortsnetz. Bisher waren derartige Speicher nur im Zusammenhang mit Eigenheimen verwendet worden. Bei dem Pilotprojekt soll nun die Stromversorgung eines ganzen Stadtteils, nämlich Neustadt-Fechheim, mithilfe eines Speichers reguliert werden. Mithilfe dieses Speichers wollen die Stadtväter einen weiteren Ausbau des Niederspannungsnetzes in der Stadt verhindern.
In Zeiten, in denen mehr Strom produziert wird, als die Einwohner verbrauchen können (das ist insbesondere an Tagen mit viel und intensivem Sonnenschein der Fall) wird der überschüssige Solarstrom genutzt, um die Batterie mit einer Kapazität von mehr als 200 kWh zu laden. Dadurch werden das Niederstromnetz und der Niederstromtrafo entlastet, ein weiterer Ausbau dieser Netze ist dann nicht mehr notwendig. Der gespeicherte Strom kann dann in Spitzenlastzeiten, wenn die örtlichen Solaranlagen den Bedarf nicht decken können, zusätzlich ins Netz eingespeist werden.
„Als Solarpionier versuchen wir, Trends frühzeitig zu erkennen. So sind wir schon vor mehr als zwei Jahren zu dem Entschluss gekommen, dass ein Netzausbau auf Hochspannungsebene allein nicht der richtige Weg ist, um die erneuerbaren Energien einzubinden und die Energiewende beziehungsweise die angestrebte Reduzierung des umweltschädlichen CO2 zu erreichen“, erklärt der Leiter Produktmanagement bei IBC Solar, Markus Siller, das Projekt. In Zukunft könnten, so Siller weiter, viele dieser Speichereinheiten miteinander vernetzt werden und so ein virtuelles Kraftwerk bilden.
Wenn sich dieser Speicher im Test bewährt, zeigt sich damit eine interessante Alternative zum Ausbau der Niederstromnetze auf.
Autor: JB
 christian_baeumker
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