Wenn man das Schöner-Wohnen-Haus sieht, dann vermutet man unter den Fassaden kein Fertighaus-Konzept. Es unterscheidet sich nicht nur mit der klaren kubischen Formensprache und dem offenen Grundriss deutlich von den meisten Vertretern seines Genres, auch die energetische Konzeption überragt den Durchschnitt weit. Mit einem jährlichen Endenergiebedarf von 22,1 kWh/m2 liegt der innovative Bau knapp über dem offiziellen Passivhausstandard. Dafür sorgen die hochgedämmte Gebäudehülle mit einem U-Wert von 0,134 W/m2K, die dreifachverglasten Fenster, das aufgedämmte Flachdach (U = 1,51 W/m2K) und die ebenfalls wärmegedämmte Holz-Beton-Verbunddecke über dem Fertigteilkeller aus Beton.

Bild: Schwörer Haus Solarfassade
Das Gebäude verfügt über keine konventionelle Heizung; den minimalen Restwärmebedarf deckt ein System aus Luftheizung mit kontrollierter Lüftung und Wärmerückgewinnung, Kleinwärmepumpe und keramischen Nachheizelementen. Die elektrische Energie zum Betrieb dieser Aggregate produziert das Haus selbst – auf besonders innovative Weise mittels Fassadenmodulen des Typs StoVentec Photovoltaic. Diese Dünnschicht-Module produzieren zusammen mit weiteren dachmontierten Elementen von zusammen 55 Quadratmetern Fläche jährlich rund 4.600 kWh. Dem stehen nur 4.200 kWh gegenüber, die das Haus für den Betrieb von Heizung, Warmwassererzeugung und Haustechnik benötigt. Der Überschuss lässt sich in einen hauseigenen Batteriespeicher puffern oder für den Betrieb eines Elektrorollers nutzen.
Die Holzkonstruktion der Gebäudehülle integriert eine 240 Millimeter starke mineralische Dämmung, abgedeckt von einer 16 Millimeter dicken, zementgebundenen Massivbauplatte. Auf die folgt eine 30 Millimeter starke Lattung, darauf werden Aluminium-Agraffenprofile montiert, in die wiederum die PV-Module eingehängt werden. Die so entstandene vorgehängte hinterlüftete Fassade kommt ohne sichtbare Befestigungen aus, lediglich die Fugen zwischen den 60 x 120 Zentimeter großen Modulen strukturieren die Fläche in eine Art Raster. Insgesamt sind die Module nur 33 Millimeter dick und bestehen aus der bewährten Blähglasgranulat-Trägerplatte StoVentec, die mit Photovoltaikmodulen zu einem Sandwichpaneel verbunden sind. Anders als herkömmliche Silizium-PV-Module sind die Dünnschichtmodule nicht nur in Blau zu haben, sondern in sechs Bunttönen – individuelle Farbkonzepte sind also machbar. Das ist wichtig, denn das Schöner-Wohnen-Haus ist trotz der Fertigbauweise individuell an spezifische Wünsche anpassbar – und dazu gehört neben dem Grundriss, der Dachform und der technischen Ausstattung auch die Farbgebung. So muss der Eingangsbereich mit seinem verputzten Dämmsystem StoTherm Classic und den Luftbalken auch nicht im Musterhaus-Weiß erstrahlen.
Mit der Integration von Photovoltaik-Modulen in das Fassadensystem setzt SchwörerHaus nicht nur neue optische Akzente in der Fertighausbranche, sondern weist mit der Fassadentechnologie aus dem Hause Sto auch den Weg zu neuen, energieeffizienten und wirtschaftlichen Eigenheimen.