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 | Thema Brennstoffzellen vom 10.09.2002 @ 18:14:28 CEST
J. Rifkin fordert mehr europäische Initiative im H2-Sektor
Der amerikanische Bestseller-Autor und Wirtschaftsphilosoph Jeremy Rifkin trat Anfang September vor sein Publikum und erzählte über eine neue Welt mit Wasserstoff als dem Energielieferanten der Zukunft. Anlässlich der Vorstellung seines neuen Buches hatte die Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin zu einem interessanten Abend über zum Thema „The Hydrogen Economy“ eingeladen...
Jeremy Rifkin hat bereits über fünfzehn Bücher veröffentlicht, darunter Werke wie „Das Ende der Arbeit und ihre Zukunft“ sowie „Das biotechnische Zeitalter“. In seinem neuen Buch „Die H2-Revolution“ beschäftigt sich der Autor mit der Problematik der zukünftigen globalen Energieversorgung und bezeichnet diese Problematik als das zentrale Zukunftsthema der Menschheit.
Über eben diese Thematik philosophierte der Querdenker vor vollbesetzten Reihen in der Akademie am Tiergarten. Dabei sprach er ganz direkt die anwesende Zuhörerschaft an, sich mit diesem Thema intensiv auseinander zu setzen.
Zur Zeit gebe es seiner Meinung nach weltweit 850 Unternehmen, die im H2-Sektor tätig sind und die Bundesrepublik liege wirtschaftlich gleich hinter den USA, aber noch vor Großbritannien, Japan und Kanada. Nach Rifkins Worten bestehe jetzt für Europa die einmalige Gelegenheit, sich im Bereich der Wasserstoff-Technik als Marktführer zu etablieren. Sollte dies nicht gelingen, würde diese Rolle in spätestens zwei Jahren endgültig an die USA gehen. Der Amerikanische Präsident Bush würde zwar eine derartige Entwicklung nicht besonders fördern, aber die US-Wirtschaft könnte ihn problemlos überstimmen.
Rifkin forderte quasi die gesamte EU zur Etablierung einer neuen Wasserstoff-Wirtschaft auf, indem er sagte: „Create a modell for the rest of us.“ (Erschafft ein Modell für den Rest von uns.“)
Die Zuhörerschaft zeigte sich zwar zum Teil etwas skeptisch angesichts so mancher revolutionärer Gedankengänge zur Umgestaltung der Energiewirtschaft, aber genau diesen Wesenszug lobte der Amerikaner ausdrücklich. Speziell beim Thema Kernenergie stießen Rifkins Thesen nicht auf viel Gegenliebe des Unionsnahen Veranstalters. Auf jeden Fall hat er es aber geschafft, dass viele der anwesenden Gäste bestehende Konventionen neu überdenken werden, so dass ausreichend Stoff für neue Diskussionen vorhanden ist.
 Sven_Geitmann
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