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 | Thema Umwelt/ Energiesparen vom 10.09.2002 @ 13:59:03 CEST
Umweltpolitik gilt als fortschrittlich
„Die Ergebnisse zeigen, dass Umweltthemen nach wie vorn einen hohen Stellenwert haben!“ So lautet das Resultat einer Emnid-Studie, die im Auftrag des Umweltbundesamtes angefertigt worden ist und vor kurzem veröffentlicht wurde...
Das Bielefelder Marktforschungsinstitut Emnid hatte gemeinsam mit dem Marburger Sozial-Wissenschaftler Udo Kuckartz seit Anfang des Jahres über 2.300 Männer und Frauen aus ganz Deutschland befragt. Die Ergebnisse wurden jetzt in der Studie „Umweltbewusstsein in Deutschland 2002“ veröffentlicht.
93% der Befragten hielten dabei Umweltschutz für „wichtig“ oder sogar für „sehr wichtig“. Die entscheidenden Themen sind zwar noch nach wie vor die „Arbeitslosigkeit“, gefolgt von der „sozialen Gerechtigkeit“ und der allgemeinen „Wirtschaftslage“. Aber der Umweltschutz kommt immerhin auf Platz 4 vor einem ehemals überaus wichtigen Thema, der „inneren Sicherheit“. Bei der Frage, was mit dem Begriff „Forschritt“ assoziiert würde, steht die Verbesserung der Umwelt-Situation hingegen ganz vorne (Platz 1 mit 25%).
Bemerkenswert ist die weit verbreitete Meinung, dass es im eigenen Land bzw. vor der eigenen Haustür ganz gut stünde, aber vornehmlich „die Anderen“ Schuld seien an den weltweiten Umweltproblemen. Rund 82% halten die Umwelt-Qualität in der Bundesrepublik für recht gut. Dass es jedoch überhaupt Probleme gebe, dafür werden in der Regel andere verantwortlich gemacht.
Eine parallel angefertigte Umfrage von der Aktion Klimaschutz zeigt, dass die Mehrheit der Bevölkerung vornehmlich Industrie-Unternehmen und Politiker als maßgebliche Akteure in Sachen Klimaschutz sieht. Der Einfluss auf den Klimaschutz durch private Haushalte wird dagegen zumeist wesentlich geringer eingestuft, obwohl das Einspar-Potential in privaten Haushalten erheblich ist.
Mit dem Begriff „Nachhaltigkeit“ kann ein Großteil nichts anfangen, nur 28% meinen, dieses Wort überhaupt zu kennen. Dies ist deswegen so überraschend, weil fast alle Akteure aus dem Energie- und Umwelt-Sektor andauern wie selbstverständlich von „nachhaltiger Energiepolitik“ reden und sich gleichzeitig wundern, dass keiner sie versteht.
Ein sehr hoher Anteil der Bevölkerung befürwortet jedoch die Inhalte, die dem Gedanken der „Nachhaltigkeit“ entsprechen, auch wenn ihnen das Wort selber wenig sagt. 94% sind für die Begrenzung der Treibhausgas-Emissionen, 78% halten es für wichtig, nicht mehr Ressourcen zu verbrauchen als nachwachsen.
Knapp die Hälfte aller Befragten fühlt sich vom Klimawandel persönlich bedroht. Als noch gefährlicher wird lediglich die Atomkraft eingestuft. Die konsequente Schlussfolgerung für viele Teilnehmer ist daher, dass Deutschland im Klimaschutz eine Vorreiterrolle übernehmen und nicht erst auf eine europäische Lösung warten soll.
 Sven_Geitmann
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