Thema Umwelt/ Energiesparen vom 06.09.2002 @ 22:56:34 CEST
Johannesburg als Gipfel der nachhaltigen Enttäuschung
Der Klimagipfel von Johannesburg wird definitiv nicht als historisches Datum in die Weltgeschichte eingehen, es sei denn, spätere Generation urteilen später einmal, dass dies die letzte Gelegenheit gewesen wäre, schlimmeres zu verhindern...
Durchweg alle Naturschutz-Verbände, aber auch Bundespolitiker von den Regierungsparteien, zeigen sich enttäuscht, dass keine bindenden Vereinbarungen gefunden wurden. Eines der wenigen vereinbarten Ziele, den Anteil der Menschen ohne sanitäre Grundversorgung und ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser bis zum Jahr 2015 zu halbieren, ist ein magerer Erfolg. Einer der wenigen Lichtblicke war, dass China, Kanada, Japan und Russland einwilligten, das Kyoto-Protokoll zu ratifizieren.
An die Grenze zur Lächerlichkeit wurden die Beratungen über die Förderung der erneuerbaren Energien gebracht. Vor allem die USA, Saudi Arabien, Japan, Kanada und Australien blockierten konkrete Zielsetzungen, so dass am Ende nur unverbindliche Formulierungen ohne einen Zeit- oder Maßnahmenplan übrigblieben. "Hier wurde die große Chance vertan, den Menschen in den armen Ländern den Zugang zu umweltverträglicher Energie zu sichern", stellt Dr. Bernhard Bauske, WWF-Vertreter in Johannesburg, resigniert fest.*
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) nannte das Ergebnis eine „skandalöse Einigung im Energiebereich“. Angelika Zahrnt, BUND-Vorsitzende sagte dazu: „Dieses Fiasko im Energiebereich kann nicht aufgewogen werden durch die wenigen positiven Resultate des Gipfels. [...] Der Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung ist zum Gipfel der nachhaltigen Enttäuschung geworden!“**
*: Pressemeldung WWF 3.9.02
**: Pressemeldung BUND 3.9.02
 Sven_Geitmann
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