Thema Photovoltaik (Solarstrom) vom 03.11.2010 @ 16:57:52 CET
Solarflugzeug bleibt länger als 24 Stunden in der Luft
Nach einem Jungfernflug im April 2010 ist im Juli diesen Jahres der 24-Stunden-Flug eines Solarflugzeuges geglückt. Der Pilot André Borschberg erhob sich mit dem Flugzeug „HB-SIA“ an einem Mittwochmorgen in die Luft und landete am Donnerstagmorgen sicher wieder auf dem Militärflughafen der Gemeinde Payerne in der Schweiz. Er war sogar 26 Stunden am Himmel und die Solarenergie hätte noch für mindestens weitere drei Flugstunden ausgereicht.
Bertrand Piccard entwickelte zusammen mit André Broschberg das Projekt „Solar Impulse“ mit dem Solarflugzeug, das nur eine kleine Pilotenkanzel hat aber eine enorme Flügelspannweite von ungefähr 65 m aufweist. Diese Spannweite ist fast so groß wie die eines Airbus A340 und wichtig für die Aufnahme der 12.000 Solarkollektoren (Silizium-Zellen), die das Flugzeug antreiben und die Akkus aufladen.
Die Akkus des Solarflugzeuges wiegen etwa 400 kg. Sie sind nötig, wenn kein Sonnenlicht zur Verfügung steht. Dann leiten sie den Strom weiter an die vier Motoren, die das Flugzeug in diesem Fall antreiben. Dadurch, dass das Flugzeug in Ultra-Leichtbauweise gefertigt wurde, wiegt es insgesamt nur so viel wie ein Auto, nämlich 1,6 t. Die Höchstgeschwindigkeit des Solarfliegers beträgt maximal 70 km/h. Das Flugzeug kann sogar eine maximale Höhe von 8.700 m am Himmel erreichen.
Bei dem Nachtflug wurden diesmal 8.500 m erreicht. Jedoch war das Flugzeug noch nicht ausreichend isoliert worden, so dass der Getränkevorrat des Piloten einfror und die Akkus seines iPods, der die Wachhaltefunktion übernehmen sollte, der Kälte nicht mehr standhielten.
Nach der Nachbereitung dieses Fluges wird an dem Konzept für eine Atlantiküberquerung und einer Erdumrundung im Jahr 2012 gearbeitet. Bei der Erdumrundung werden mehrere Zwischenstopps nötig sein, damit sich die Piloten Piccard und Broschberg bei dem Flug im Cockpit abwechseln können, da das Solar-Flugzeug nur über einen Sitzplatz verfügt. Sollte auch dieses Projekt gelingen, so sind die Piloten sich einig, dann können auch Computer, Autos, Heizungen und Klimaanlagen mit der Energie der Sonne betrieben werden.
Autorin: Anke Nitschke
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