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 | Thema Umwelt/ Energiesparen vom 04.09.2002 @ 13:51:27 CEST
Comeback der Atomkraft?
Für Deutschland könnte sich anstelle des tatsächlichen Ausstieges aus der Nuklearenergie eine Umsiedelung der Atomkraft in Staaten mit niedrigem Sicherheitsstandard abzeichnen. Diese Entwicklung entspricht nach Angaben des Greenpeace-Magazins einer weltweiten Umorientierung, die zu einem Comeback der Atomenergie führen könnte....
Zur Zeit sind verteilt über den gesamten Globus insgesamt 42 Atomkraftwerke im Bau und weitere 142 Projekte in unterschiedlichen Planungsstufen. Viele der insgesamt 438 AKWs, die derzeit weltweit in Betrieb sind, blieben den Greenpeace-Angaben zufolge zudem länger am Netz als ursprünglich vorgesehen. Die Menge des produzierten Atomstrom steigt dadurch ebenso an, wie die Menge des hochgradig radioaktiven Atommülls, der sich bis zum Jahr 2020 verdoppelt haben dürfte.
Der Greenpeace-Energieexperte Roland Hipp meint zu der Situation in Deutschland: "Statt Ausstieg droht uns also ein Ausflaggen der Atomkraft in Staaten mit niedrigerem Sicherheitsstandard".
Als Grund für eine mögliche nukleare Renaissance kann nationales Prestigegehabe einzelner Staaten in Erwägung gezogen werden, das vor allem in Asien eine Rolle spielt, wo derzeit die meisten AKWs entstehen. Hinzu kommen strategische Erwägungen, die „friedliche Nutzung“ der Atomenergie als Sprungbrett für den Aufstieg zur militärischen Nuklearmacht zu nutzen. Die USA setzten demgegenüber auf den Ausbau der Atomkraft, um Ihre Unabhängigkeit vom Öl aus dem Nahen Osten zu vergrößern.
Von besonderem Interesse ist bei diesem Thema die Tatsache, dass gerade in den letzten Tagen bekannt wurde, dass es in Japan jahrelange Vertuschungsaktionen von Rissen in Reaktorwänden gegeben hat.
Passend zu dieser Meldung hat auch das deutsche Bundesumweltministerium von der hessischen Landesatomaufsicht in den vergangenen Tagen einen umfassenden Bericht von einem Störfall im AKW Biblis angefordert. Bei Block B des Atomkraftwerks war es am Mittwoch, dem 28. August 2002, gegen 15:30 Uhr, bei Arbeiten an elektrischen Einrichtungen zu einer zeitlich begrenzten Abschaltung der Notstandsstromversorgung von Block B nach Block A gekommen. Der Betreiber hat das Ereignis in die Kategorie "Eilt" entsprechend den atomrechtlichen Verordnungen eingestuft. Die Ursache für das Vorkommnis ist jedoch bisher noch nicht aufgeklärt.*
*: BMU Pressedienst Nr. 213/02, Berlin, 30. August 2002
 Redaktion
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