Thema Solarthermie (Solarwärme) vom 21.07.2010 @ 17:28:47 CEST
Fresnelkollektoren oder Parabolrinnen-Kraftwerk
Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, das Sonnenlicht einzufangen: Im Parabolrinnen-Kraftwerk, im Kraftwerk mit Fresnelkollektoren, im Turmkraftwerk oder in Dish- bzw. Stirling-Anlagen. Mit ihrer Hilfe kann dann Strom erzeugt werden. Doch worin unterscheiden sich Parabolrinnen-Kraftwerke und Kraftwerke mit Fresnelkollektoren?
In Parabolrinnen-Kraftwerken trifft das Sonnenlicht auf längliche, gewölbte Spiegel, die einen parabelförmigen Querschnitt aufweisen. Daher haben sie auch ihren Namen. Das Sonnenlicht wird in den gewölbten Spiegeln reflektiert und auf ein Absorberrohr gestrahlt. Die Spiegel müssen sehr präzise gefertigt und ausgerichtet sein, damit möglichst viele Strahlen den Absorber treffen und die Verluste nur gering sind. In dem Absorberrohr befindet sich ein Wärmeträgermedium, das kann Wasser oder ein Thermoöl sein, das durch diese Wärme bzw. Hitze verdampft.
Normalerweise verlaufen diese lang gestreckten Parabolrinnen in eine
r Nord-Süd-Richtung, doch im Laufe des Tages werden sie der Sonnenrichtung angepasst. Das heißt, eine Elektronik steuert eine optimale Bestrahlung der Längsachse und folgt dem Sonnenverlauf.
Eine Testanlage mit 100 Meter langen Spiegeln steht an der Plataforma Solar de Alméria und die noch im Jahr 2009 in Europa größte Parabolrinnen-Anlage „Andasol-1“, die über 100 Fußballfelder groß ist und eine Gesamtfläche von 510.000 Quadratmetern aufweist, ist in Südspanien auf der Hochebene von Guadix zu finden.
In einem Kraftwerk mit Fresnelkollektoren wird das Sonnenlicht von vielen kleinen nur wenig gebogenen Spiegeln auf ein Absorberrohr, in dem sich genau wie in der Parabolrinnenanlage Wasser oder Thermoöl befindet, reflektiert. Doch leider kann das Sonnenlicht nicht so genau wiedergespiegelt werden und es treten höhere Verluste auf. Um diese in Grenzen zu halten wurde über dem Absorberrohr ein länglich gebogener Sekundärspiegel angebracht. So kann das Licht besser eingefangen werden. Diese Anlage ist durch die vielen kleinen Spiegel erheblich kostengünstiger, allerdings auch nicht so effizient wie das Parabolrinnen-Kraftwerk.