Thema Photovoltaik (Solarstrom) vom 30.08.2002 @ 14:54:41 CEST
RWE und Stoiber nehmen die SmartSolarFab in Betrieb
Die RWE Solar GmbH hat ihre so genannte „SmartSolarFab“ in Betrieb genommen, die größte Photovoltaik-Fabrik Europas. Mit einem gemeinsamen Knopfdruck starten der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber und Manfred Remmel, Vorstandsmitglied der RWE AG, Essen, die zukünftige Produktion von Wafern, Solarzellen und -modulen im bayerischen Alzenau...
In der „SmartSolarFab“ ging jetzt die erste Fertigungslinie für Solarzellen in Betrieb. Als nächster Ausbauschritt werden im Frühjahr 2003 die ersten Wafer- und Modulfertigungen folgen. Bis zum Jahr 2004 ist geplant, jährlich 60 Megawatt Solarzellen produzieren zu können. Dann sollen 400 Arbeitsplätze entstanden sein.
Das Investitionsvolumen für die Anlage beträgt 150 Millionen Euro. Das 350 x 100 m große Gebäude mit 20.000 m2 Produktionsfläche wurde in einer Rekord-Bauzeit von nur neun Monaten errichtet.
Manfred Remmel: „In Alzenau ist eine Solarfabrik entstanden, die den Technologiestandort Deutschland international stärkt und die Marktführerschaft von RWE festigt."
Der bayerische Ministerpräsident und Unionskanzlerkandidat Stoiber bekannte sich bei dieser Gelegenheit zur Förderung der Erneuerbaren Energien und beteuerte, er wolle am Erneuerbare-Energien-Gesetz festhalten und dafür sorgen, dass es effizient eingesetzt würde.
Zur Inszenierung seines Auftrittes kamen zahlreiche kritische Stimmen von Seiten der SPD. Die finanzpolitische Sprecherin Christine Scheel und der forschungspolitische Sprecher Hans-Josef Fell warfen Stoiber vor, er schmücke sich mit fremden Federn. Sie kritisierten, er habe noch vor wenigen Wochen im Bundesrat einen Versuch unternommen, die Förderung der Solarenergie zu beenden. Als Beleg für die ihrer Meinung nach solarkritische Haltung der Union zogen sie folgende Zitate von CDU/CSU-Abgeordneten heran. Dietrich Austermann, haushaltspolitischer Sprecher der Union in der Wirtschaftswoche: „Die Regierung wirft mit vollen Händen Geld zum Fenster raus – das ist pure Verschwendung.“ Kurt Dieter Grill, der für Energie zuständige Abgeordnete der CDU/CSU-Bundestagsfraktion in der Financial Times Deutschland: „Es macht keinen Sinn, die Dächer weiter mit Solaranlagen voll zu pflastern.“
Des weiteren warfen die SPD-Politiker Stoiber Wählertäuschung vor, wenn er versuche, sich als Freund der Solarenergie darzustellen. Nach ihren Angaben soll beispielsweise der Energiekonzern BP seine Investition in eine neue Solarfabrik in Hameln auf die Zeit nach der Wahl verschoben haben, da unter Stoiber ein Abbau der Solarförderung befürchtet würde.
 Sven_Geitmann
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