Thema Tierschutz & Naturschutz vom 05.07.2010 @ 16:44:14 CEST
Illegales Holzfällercamp im Regenwald Madagaskars und die Folgen
Die Holzfällercamps liegen tief im Regenwald von Madagaskar, da wo man sie nicht einmal vermutet, inmitten des Masoala-Nationalparks. In dem Camp leben ungefähr 100 Holzfäller, die Zöllner und Polizisten bestochen haben, um das wertvolle Rosenholz, dass pro Kubikmeter mehrere Tausend US-Dollar kostet, zu schlagen, zum Fluss zu transportieren und aus dem Naturschutzgebiet zu schaffen. Da es keine eindeutige Rechtslage gibt, sind die Nutznießer die internationalen Kunden, meist aus China, aber auch aus Europa.
Aus einem Sägewerk in Antalaha wurden ungefähr 180 Container der geschnittenen Edelhölzer nach Angaben des Botanischen Gartens in Missouri im Jahr 2009 exportiert, wobei China an oberster Spitze der Exportländer liegt. Deutschland befindet sich auch darunter. Die Zahlen zum Import des illegal geschlagenen Holzes in die Europäische Union können nur geschätzt werden. Ungefähre Zahlen hat die Naturschutzorganisation WWF, Illegaler Holzeinschlag und Deutschland, Eurostat 2006, veröffentlicht.
Tagtäglich werden in Madagaskars Nationalparks illegal ungefähr 250 m³ Rosenholz gefällt. Es entstehen teilweise entwaldete Landschaften mit Flächen aus Asche und kleinen Baumresten. Selbst diese kleinen Baumreste werden noch geschlagen, um als Brennholz für die Siedler zu dienen. Wo
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die Holzfäller das Land verlassen, kommen die Siedler nach, um das Land als Großfläche für den Reisanbau zu nutzen. Die einzigartige Natur- und Pflanzenwelt fällt dem Raubbau hier zum Opfer. Pro Jahr sterben hier bis zu 50.000 Tier- und Pflanzenarten aus, da sie keinen Lebensraum mehr haben.
Denn in Madagaskar ist eine Bevölkerungsexplosion in den letzten fünfzig Jahren zu verzeichnen. Die Einwohnerzahl ist von ungefähr fünf Millionen Menschen auf einundzwanzig Millionen angewachsen. Das Grundnahrungsmittel Reis muss nun auf den Kahlflächen angebaut werden, um den Bedarf annähernd zu decken. Doch der Boden dieser gerodeten Flächen ist nach drei Jahren ausgelaugt. Für die Siedler wird jedoch durch erneute Rodungen tiefer im Regenwald immer wieder eine neue Anbaufläche geschaffen.
Madagaskar ist eines der artenreichsten Gebiete der Erde. 90 Prozent der Lebewesen Madagaskars sind endemisch, sie gibt es nur dort. Im Masola-Nationalpark werden täglich ungefähr zehn Hektar des artenreichsten Gebietes vernichtet. Solange keine Änderung eintritt, wird in sechzig Jahren der Regenwald des Nationalparks nicht mehr bestehen.
Autorin: Anke Nitschke
Schlagworte: Regenwald Fluss Holz Kubikmeter Sägewerk Asche Flächen Reisanbau Rodungen
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