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Thema Windenergie vom 07.06.2010 @ 17:15:09 CEST


Start der Windparks alpha ventus und Baltic 1


Nachdem Ende April 2010 der erste deutsche Windpark alpha ventus offiziell eingeweiht worden ist, geht es gleich weiter mit dem nächsten. Am 6. Mai legte der Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern Erwin Sellering den Grundstein für den Offshore-Windpark Baltic 1. Alpha ventus war gemeinsam von Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen und den Vorstandsvorsitzenden von EWE, Dr. Werner Brinker, E.ON, Dr. Wulf Bernotat sowie Vattenfall Europe, Tuomo Hatakka, in Norddeich eröffnet worden...

Alpha ventus ist der erste Hochsee-Windpark seiner Art in deutschen Hoheitsgewässern. Er markiert den Beginn einer neuen Ära der umweltfreundlichen Stromgewinnung in Deutschland: fernab der Küsten (45 km vor Borkum) in großen Wassertiefen und unter Einsatz modernster Technik. Neben der reinen Stromgewinnung dient dieser Windpark als Testfeld für Forschungsprojekte in Sachen Naturschutz, die vom Bundesumweltministerium gefördert werden. Der Windpark soll zudem Erkenntnisse über den Einsatz und die weitere Entwicklung der Offshore-Windenergie liefern.

Im Testfeld alpha ventus kommen insgesamt zwölf Windenergieanlagen der 5-Megawatt-Klasse zum Einsatz: sechs Anlagen des Typs Areva Multibrid M5000 sowie sechs Anlagen der REpower 5M. Darüber hinaus werden für die Windenergieanlagen zwei Arten von Stahlfundamenten eingesetzt. Während die Areva Multibrid-Anlagen auf so genannten Tripods stehen, werden für die REpower-Anlagen so genannte Jacket-Fundamente gewählt.

Anlässlich der offiziellen Eröffnung von alpha ventus sagte Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen: „Die Nutzung der Windenergie wird die zentrale Rolle im Energiemix der Zukunft spielen. Offshore-Windparks sind dabei eine entscheidende Größe. Unser Ziel ist eine installierte Offshore-Leistung von 25.000 MW bis zum Jahr 2030. Alpha ventus ist der Anfang, ist die Pionierarbeit, die uns das Tor ins Zeitalter der Erneuerbaren weit öffnet. Investoren, Anlagenhersteller und Netzbetreiber sind mit diesem Testfeld ein hohes Risiko eingegangen. Das nicht nachlassende Engagement, die Beharrlichkeit und Kreativität haben sich gelohnt: Die beim Bau von alpha ventus gesammelten Erfahrungen werden allen künftigen Offshore-Windparks zugute kommen.“

Gebaut wurde alpha ventus von einem gemeinsamen Konsortium der Unternehmen EWE, E.ON und Vattenfall Europe, die insgesamt 250 Mio. Euro investierten. Dr. Werner Brinker, Vorsitzender des Vorstandes der EWE AG, erklärte: „Damit geben wir den Startschuss für die Nutzung der Meereswindenergie in der deutschen Nordsee. Wir wollen an dieser Entwicklung teilhaben und treiben sie deshalb aktiv voran – mit Referenzprojekten wie alpha ventus und mit Investitionen in weiterführende Offshore-Windparks, wie z. B. in den Bau von Riffgat 15 Kilometer vor Borkum“.

Tuomo Hatakka, Vorstandsvorsitzender der Vattenfall Europe AG: „Die Stromerzeugung aus Wind ist für Vattenfall ein wesentlicher Baustein unserer Strategie ‚Maki

ng Electricity Clean’, mit der wir unsere Stromerzeugung bis 2050 klimaneutral gestalten.“

Der nächste in Angriff genommene deutsche Windpark, Baltic 1, liegt deutlich näher am Festland, etwa 16 Kilometer vor der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst in einer Wassertiefe von 18 Metern.

Auf einem Areal von sieben Quadratkilometern sollen von Ende 2010 an 21 Windanlagen mit einer Nabenhöhe von 67 und einem Rotordurchmesser von 93 Metern Öko-Strom erzeugen. Mit einer installierten Leistung von 48,3 Megawatt soll Baltic 1 jährlich CO2-freien Strom für knapp 50.000 Haushalte erzeugen.

Die Offshore-Windenergie ist neben einem engagierten Neubau an Land und dem Repowering das dritte Standbein für den Ausbau der Windenergie in Deutschland. Bis 2020 erwartet der Bundesverband WindEnergie bis zu 10.000 Megawatt installierter Leistung in Nord- und Ostsee. Hermann Albers, Präsident des Bundesverbands WindEnergie, erklärte: „Zusammen mit dann 45.000 Megawatt installierter Leistung an Land wird der Anteil des Windstroms am Stromverbrauch von heute rund 7 Prozent auf über 25 Prozent steigen."


Autor: Sven Geitmann
Foto: alpha ventus, Jan Oelker



Schlagworte:
Bau Windpark Technik Stromgewinnung Erfahrungen Offshore-Windenergie deutsche Nutzung Haushalte versorgen Strom

Redaktion













     
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