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Welt-Wasserstoff-Konferenz mit 2.200 Teilnehmern

Thema: Wasserstoff | 31.05.2010 | Aufrufe: 2221 | Bewertung: (0 Bewertungen)

„Wir haben alle unsere Teilziele erreicht und sogar übertroffen“, freute sich Prof. Dr. Detlef Stolten, Chairman der World Hydrogen Energy Conferenc (WHEC2010), die vom 16. bis 21. Mai stattgefunden hat. Beleg für den Erfolg der ist die rege Teilnahme: Insgesamt kamen über 2.200 Teilnehmer zur Messe Essen, rund 50 % mehr als erwartet, und auf der begleitenden Fachausstellung präsentierten 140 Unternehmen und Institutionen, doppelt so viel wie das Minimalziel von Messeorganisator Peter Sauber, ihre Dienstleistungen und Produkte…

Auf der Konferenz, zu der 1.500 Teilnehmer aus 50 Ländern kamen, gab es 342 Vorträge in 49 einzelnen Sitzungen und 240 Poster. Aber nicht nur solche Zahlen sprechen für den Erfolg dieses alle zwei Jahre stattfindenden internationalen Kongresses. Auch die Qualität der Vorträge sowie die Stimmung unter den Anwesenden waren erfreulich gut. Insbesondere am ersten Kongresstag gab es zahlreiche mutmachende Reden sowohl von Politikerseite als auch von den Vertretern aus der Industrie. Dabei war es erstens bemerkenswert, dass alle eingeladenen hochrangigen Persönlichkeiten tatsächlich erschienen (insbesondere der noch amtierende NRW-Ministerpräsident Rüttgers), zweitens gute Vorträge hielten und drittens sich klar zur Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Technik bekannten. Und viertens hat keiner der geladenen Redner mehr in Frage gestellt, dass Batterien und Brennstoffzellen zueinander gehören, dass es keine Konkurrenz gibt, sondern insbesondere im Pkw-Bereich eine wechselseitige Ergänzung stattfindet.

Für Dr. Jürgen Rüttgers war die dortige Rede der erste öffentliche Auftritt nach der Landtagswahl vom 9. Mai. Allein schon diese Tatsache bewerteten etliche Gäste als hoch anzurechnende Würdigung dieses Themas, für das sich Rüttgers noch mehr als sein Amtsvorgänger eingesetzt hatte. In seiner Rede betonte Rüttgers die große Bedeutung der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie für das Gastgeber- und Energieland NRW, das sich seit vielen Jahren für die Zukunftstechnologie engagiert und das zur umweltfreundlichsten Energieregion Europas ausgebaut werden soll: „Wir müssen in moderne Techniken investieren, die Wachstum schaffen und zugleich das Klima schonen. Zum Beispiel in die Brennstoffzellen- und Wasserstofftechnik. Sie birgt große wirtschaftliche Chancen: Allein mit dem Wasserstoff aus unserer Industrie könnten wir rund 260.000 Pkw oder knapp 6.000 Busse betreiben. Dafür müssten wir kein einziges Molekül Wasserstoff zusätzlich erzeugen. Diese Chance wollen wir nutzen.“

Der chinesische Minister für Wissenschaft und Technologie Prof. Dr. Gang Wan lenkte die Aufmerksamkeit auf die Aktivitäten in der Volksrepublik, die über einen immensen Bedarf an Energie und auch an innovativer Technologie hat. Er bezeichnete die H2- und BZ-Technik als selbstverständlichen Bestandteil einer technologieübergreifenden Energiestrategie, um China wirtschaftlich voranzubringen. Das asiatische Land sieht sich gemäß den Worten von Gang Wan darüber hinaus als Treiber einer Entwicklung „von der industriellen hin zur ökologischen Zivilisation“. Dazu gehört das Ziel, bis 2015 eine Million und bis 2020 zehn Millionen Elektrofahrzeuge (Hybrid, PHEV, FCV) auf die Straße zu bringen.

Dr. Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG, stellte die Frage: „Ist der Markt reif für H2- und BZ-Produkte?“ Seine Antwort lautete: „Die Technologie ist marktreif. Aber ist der Markt reif für die Brennstoffzellentechnologie?“ Zetsche ergänzte: „Es ist keine Frage mehr, ob die Brennstoffzelle eine tragfähige Alternative zum Verbrennungsmotor wird, sondern nur noch wann.“

Auf der begleitenden dreitägigen Fachausstellung zeigten Firmen, Forschungsinstitute, Hochschulen und Verbände aus zehn Nationen, was sie zu bieten haben. Allein auf dem Deutschen Pavillon waren 60 Aussteller vertreten. Auf dem Gemeinschaftsstand des Gastgebers der WHEC2012, Kanada, waren es sieben. Neuvorstellungen einzelner Produkte gab es kaum, stattdessen standen eher Kontaktaufnahme und Geschäftsanbahnung im Vordergrund. Die Gänge und Stände waren daher auch nicht annähernd so belebt, wie auf der vier Wochen vorher abgehaltenen Hannover Messe, außer in den Konferenzpausen.

Ergänzend zu Kongress und zur Ausstellung gab es davor, daneben und danach eine Vielzahl an Zusatzangeboten: Der inoffizielle Start der WHEC fand am Sonntag am Baldeney-See statt, wo ganz gezielt die Öffentlichkeit im Rahmen eines Bürgertages angesprochen wurde. Etliche der etwa 10.000 H2-Interessierten und Ausflügler, die sich dort zu einer parallel stattfindenden Regatta versammelt hatten, nutzten das Informationsangebot der WHEC-Teilnehmer. Spielerisch informierten Veranstalter und Aussteller über die Potentiale, die in der Wasserstofftechnik stecken. Außerdem ehrte Staatssekretär Dr. Baganz die fünf Sieger-Teams des 5. Fuel-Cell-Box-Schülerwettbewerbs, der von der EnergieAgentur.NRW und der h-tec GmbH unter der Schirmherrschaft von NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben veranstaltet worden war. Die Verleihung der IPHE-Awards fand zwischen den Vorträgen am ersten Kongresstag statt. Unter anderem erhielt Mazda einen Preis für die Einführung des weltweit ersten Pkw mit wasserstoffbetriebenem Kreiskolbenmotor, der bereits seit 2006 auf Japans Straßen unterwegs ist. Erstmalig erfolgte in diesem Jahr auch eine Würdigung des Nachwuchses: Die fünf Siegermannschaften des weltweit ausgeschriebenen Schülerwettbewerbs (aus Island, Japan, Litauen, den USA und Deutschland) nahmen ihre Auszeichnung von Ministerpräsident Rüttgers entgegen.

Darüber hinaus gab es während der Konferenztage ein Ride-&-Drive-Angebot, bei dem 16 BZ-Autos unterschiedlicher Hersteller selbst gefahren werden konnten, was auf reges Interesse stieß. Während der Konferenz, die maßgeblich vom Land Nordrhein-Westfalen sowie vom Forschungszentrum Jülich unterstützt wurde, fand zudem die Abschlusspräsentation des Zero-Regio-Projektes statt. Außerdem erweiterte die CEP aus gegebenem Anlass ihre Aktivitäten, indem sie zusätzlich zu Berlin und Hamburg nun auch das Flächenland Nordrhein-Westfalen, das von der EnergieAgentur.NRW repräsentiert wird, als assoziierten Partner aufnahm.


Autor: Sven Geitmann
http://www.whec2010.com

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