Thema Umwelt/ Energiesparen vom 22.08.2002 @ 12:39:00 CEST
Hohe Erwartungen an den Klimagipfel
In Johannesburg werden sich vom 26. August bis 4. September rund 60.000 Teilnehmer treffen, um über zukünftige Klimapolitik und weltweit, nachhaltige Entwicklung zu diskutieren. Die im Vorfeld dieser Mammut-Veranstaltung geäußerten Erwartungen an diesen UN-Weltgipfel sind sehr hoch...
Die Entscheidungsträger der teilnehmenden Länder sollen sich auf einen Aktionsplan einigen, der die aktuellen Armuts-, Hunger und Umweltprobleme beseitigt. Gleichzeitig besteht jedoch die Befürchtung, dass die erheblichen Konflikte zwischen den unterschiedlichen Interessensgruppen die Konferenz gefährden könnte. Die Rolle der USA ist beispielsweise immer noch ungewiss, da sich Präsident Bush nach wie vor nicht auf feste Ziele und Zeitpläne festlegen möchte.
Deutsche Umwelt-Organisationen gehen davon aus, dass zumindest die europäischen Delegationen die Bilder der derzeitigen Überschwemmungskatastrophe vor Augen haben werden, wenn sie über Nachhaltigkeit in der Umweltpolitik diskutieren. Ähnliche Bilder sind zur Zeit auch aus Indien zu sehen, wo in den letzten Tagen durch die Überschwemmung über tausend Menschen umgekommen sind. Derartige Geschehnisse belegen die Dringlichkeit einer sofortigen Umorientierung, stehen jedoch im Gegensatz zu bisherigen, punktuellen Erfolgen beispielsweise bei der CO2-Einsparung, die jedoch nicht von den langfristigen Zielen ablenken dürfen.
Das allgemein gefasste Ziel in Johannesburg ist die Unterzeichnung einer verbindlichen, finanziell abgesicherten, zwischenstaatlichen Verpflichtung zugunsten der Umwelt. Darüber hinaus wird die Errichtung einer starken UN-Umweltorganisation gefordert.
Zu den weiteren Forderungen gehört für Greenpeace eine neue Ausrichtung der internationalen Politik, die sich vorrangig um Umweltschutz sowie soziale Gerechtigkeit und nicht weiterhin allein um wirtschaftliche Interessen kümmern dürfe. Außerdem verlangen die Naturschützer, dass erneuerbare Energien stärker gefördert werden müssen und keine neuen Atomkraftwerke gebaut werden dürfen. Ab dem Jahr 2005 sollen zudem ein neues internationales Umwelthaftungsrecht weltweit eingeführt werden, um Umweltverbrechen umgehend ahnden zu können.*
Bundesumweltminister Trittin kündigte derweil an, dass sich die Bundesregierung zusammen mit ihren europäischen Partnern auf dem Weltgipfel in Johannesburg für einen Ausbau der erneuerbaren Energien weltweit auf 15% bis 2010 einsetzen werde. Die OECD-Staaten sollen ihren Anteil um 2 Prozentpunkte erhöhen. Trittin: „Wir können das Energieproblem nur lösen, wenn wir die erneuerbaren Energien weltweit massiv ausbauen. Erst wenn wir bei uns die Windkraft, Fotovoltaik und Solarthermie kostengünstig produzieren, können sich die Entwicklungsländer diese Technologien leisten."**
*: Greenpeace Pressemeldung 21.8.2002
**: BMU Pressedienst Nr. 200/02, Berlin, 22. August 2002
 Redaktion
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