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 | Thema Umwelt/ Energiesparen vom 20.08.2002 @ 08:01:04 CEST
CDU will zurück zur Kernkraft
Es gibt zahlreiche prominente Unions-Politiker, die den Ausstieg aus der Atom-Energie wieder rückgängig machen wollen. Anlass dieser erneuten Debatte war die Flut-Katastrophe sowie die damit verbundene Umweltdiskussion...
Zu den Namenhaften CDU-Landespolitikern, die den Bau neuer Atomkraftwerke wieder möglich machen wollen, zählt u.a. der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Wolfgang Böhmer, der sich gegenüber der „Bild am Sonntag“ geäußert haben soll: „Tschernobyl kann nicht als Dauerargument gegen die Atomkraft dienen. Sofern es notwendig wird, werden wir auch neue Atomkraftwerke bauen müssen, um den Schadstoff-Ausstoß zu reduzieren.“
Die gleiche Linie verfolgt anscheinend der Hamburger CDU-Chef Dirk Fischer, der zu diesem Thema gesagt haben soll: „Wir sind für die weitere Nutzung und Entwicklung der Kernenergie.“ Auch der Fraktionschef aus Baden Württemberg Günther Oettinger meinte gegenüber dem Boulevardblatt: „Der Bau einer neuen Generation von Kernkraftwerken muss möglich sein.“
Der saarländische Ministerpräsident Peter Müller geht sogar noch etwas weiter, indem er fordert, die Frage neuer Atomkraftwerke müsse international geklärt werden. Er verweist dabei gleichzeitig auf den Bau eines neuen Reaktors in Finnland und gibt zu Protokoll: „Ein deutscher Sonderweg in der Energiepolitik hat wenig Sinn.“
Aus der Bundespolitik heißt es dazu von Seiten des umweltpolitischen Sprechers der Unionsfraktion Peter Paziorek: „Um eine umweltfreundliche Energieversorgung langfristig sicherzustellen, müssen wir das Neubauverbot für Kernkraftwerke außer Kraft setzen. Wer jetzt die Errichtung neuer und sicherer Atomkraftwerke verbietet, legt künftige Generationen auf unverantwortliche Weise fest.“*
Die Reaktion auf diese Äußerungen folgte umgehend durch die Energie- und Atom-Industrie, die beteuerten, kein Interesse an einer erneuten Debatte um den Neubau von Atommeilern in der Bundesrepublik zu haben. Der Sprecher von Vattenfall Europe, Johannes Altmeppen erklärte dazu: „Das Klimaproblem mit Kernkraftwerken zu lösen, ist nicht möglich“. **
*: Bild am Sonntag vom 18. August
**: Berliner Zeitung vom 19. August
 Redaktion
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