Thema Abfall & Recycling vom 01.03.2010 @ 17:30:00 CET
Abfallwirtschaft – von der dörflichen Müllkippe zum starken Wirtschaftszweig
Nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Entsorgungswirtschaft fielen in Deutschland 2006 rund 372 Millionen Tonnen Müll an. Eine Menge, die ohne geregelte Entsorgung nicht zu bewältigen wäre.
Gab es noch in den Siebzigern in jedem Dorf und Ort eine eigene Müllkippe, ca. 50.000 existierten in ganz Deutschland, begann man in den Achtzigern und Neunzigern, die Errichtung und den Betrieb streng zu reglementieren.
Die Anzahl wurde drastisch auf unter 2.000 reduziert. 1996 folgte dem bis dato geltenden „Abfallgesetz“ das „Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz“ zum grundlegenden Umgang und Entsorgung von Abfall.
In der Zielhierarchie setzt die Umweltpolitik der Bundesregierung an erster Stelle die Vermeidung von Abfällen, und legt hier besonderes Augenmerk auf die Produktverantwortung, d. h., dass ein Produkt nach seiner Verwendung schadlos entsorgt werden kann.
Bereits in der Produktionsphase von Gütern sollen die Voraussetzungen für eine effektive und umweltverträgliche Abfallvermeidung und -verwertung geschaffen werden. So müssen herstellende Unternehmen und Vertreiber ihre Produkte so gestalten, dass bei der Herstellung und Gebrauch Abfälle vermieden, vermindert werden und
eine spätere umweltgerechte Verwertung und Beseitigung der Reststoffe ermöglicht wird.
Ein weiterer Pfeiler der geregelten Müllentsorgung ist das Trennen des Abfalls. Unverzichtbar bei der konsequenten Getrennthaltung und so besseren Recyclings ist die Bereitschaft der Bundesbürger, ihren Hausmüll zu trennen. So sind die Siedlungsabfälle, im Jahr 2006 betrugen diese 46 Millionen Tonnen, davon 42 Millionen Tonnen Haushaltsabfälle, eines der wichtigsten Marktsegmente der Entsorgungsbranche. Hatte zu Beginn der Einführung der Mülltrennung „Der grüne Punkt“ eine Monopolstellung, konkurrieren nach Kippen dieses Monopols durch EU-Kommission und Bundeskartellamt bundesweit 8 Unternehmen mit eigenen Logos um Verpackungen.
Allein in diesem Bereich des Entsorgungsmarktes erwirtschaften mehr als 4.000 Entsorger einen Umsatz von über 18 Milliarden Euro pro Jahr.
Die Abfall- und Entsorgungswirtschaft boomt. Mittlerweile sind mehr als 250.000 Menschen in diesem Bereich beschäftigt, es gibt eigene Ausbildungsberufe und Hochschulen bieten spezielle Studiengänge an. Der jährliche Umsatz liegt bei ca. 50 Milliarden Euro.
Autor: Andreas Marotzke
Schlagworte: Studiengänge Entsorgungswirtschaft Ausbildungsberufe Müll Tonnen Entsorgung Abfall Recycling Abfallvermeidung Abfallverwertung
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