 | Thema International vom 04.02.2010 @ 16:50:35 CET
Ureinwohner kämpfen gegen Kupfermine im Regenwald
Die Embera - Indianer leben im Tal des Jiguamiandó - Flusses am Pazifischen Ozean in Kolumbien. Das Gebiet hat eine Fülle von seltenen Pflanzen- und Tierarten. Eine amerikanische Bergbaufirma hat jedoch keinerlei Interesse an den Indianern und ihren Naturschätzen, vielmehr aber an den unterirdischen Metallen des von den Embera besiedelten Landteils, wie Kupfer, Molybdän und Gold.
Das Land Kolumbien verkaufte Bergbaukonzessionen über eine Fläche von 16.000 Hektar an die amerikanische Firma ohne eine Mitteilung an die Embera, die selbst angestammte Landrechte über ihren Regenwald besitzen. Die fest verwurzelten Embera - Indianer sind ohne ihr Ur-Land als Volksgemeinschaft nicht überlebensfähig, denn das Land bietet ihnen alles lebensnotwendige, wie Nahrung, Holz, Trinkwasser und ihre traditionelle Medizin. Die Indianer leben dort in zwölf Dörfern mit ungefähr zweihundertsiebzig Familien.
Durch eine Abholzung des Regenwaldes, der ja bekanntlich eine einzigartige Fauna und F
lora besitzt, drohte die Gefahr der Verschmutzung der Flüsse Jiuamiandó und Murindó.
Einige Embra – Familien wurden gewaltsam von bewaffneten Soldaten vertrieben, die in das Gebiet geschickt wurden, um es zu kontrollieren und den Bergbau voranzutreiben. Die Menschen dort haben große Angst und kämpfen für die Erhaltung ihres heiligen Ortes, der Cerro Cara de Perro oder der Ellausakirandarra, der dem Erdboden gleich gemacht werden soll.
In einer demokratischen Abstimmung haben sich die Embera mit ihren Nachbarn, den Afrokolumbianern und Mestizen gegen das Bergbauvorhaben ausgesprochen und fordern einen sofortigen Rodungsstopp, sowie den Abzug der amerikanischen Firma und der Soldaten aus ihrem Gebiet mit dem heiligen Berg. Die Ureinwohner wurden dabei von Umwelt- und Menschenrechtsgruppen unterstützt, so dass der Schaden noch in Grenzen gehalten wird. Doch wie lange?
An dem Bergbauprojekt ist nicht nur die amerikanische Firma beteiligt, sondern auch eine anglo-australische und eine chinesische. Wen wundert es jetzt noch, dass auch die europäische Industrie zu den Kunden der Bergbaugesellschaften gehört?
Autorin: Anke Nitschke
Schlagworte: Umweltschutz Regenwald, Bergbau Gold, Schutz Naturschätzen, Kauf Berbaukonzessionen
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